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    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Statistisches Landesamt
Zahl der Ärzte steigt – trotzdem droht Ärztemangel
Kammerpräsident Dr. med. Theodor Windhorst: „Nicht die Ärzte, sondern die Arbeitsstunden zählen!“
Münster (mhe). Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte an den 404 Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen ist im vorigen Jahr gegenüber dem Jahr 2009 um gut 3,5 Prozent auf nunmehr 34.000 gestiegen. Doch die der aktuellen Statistik des Statistischen Landesamtes in Düsseldorf zu entnehmenden Zahlen verleiten zu falschen Hoffnungen. "Nordrhein-Westfalen steuert trotzdem auf einen Ärztemangel zu", warnt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

„Um einen realistischen Blick auf die tatsächliche Situation zu erhalten, darf man nicht nur die Ärztinnen und Ärzte zählen, sondern vielmehr die Arbeitsstunden“, erklärt Dr. Windhorst weiter. „Dabei stellen wir fest, dass der Umfang der geleisteten Arbeit nicht in dem gleichen Maß steigt wie die Zahl der Beschäftigten, weil immer mehr Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit arbeiten.“

Einer der wesentlichen Gründe für die höhere Nachfrage nach ärztlichen Teilzeitstellen ist der wachsende Anteil der Ärztinnen in der Patientenversorgung. "Da derzeit über 70 Prozent der Studienanfänger im Fach Humanmedizin weiblich sind, wird die Nachfrage nach Teilzeitstellen für Ärztinnen in naher Zukunft weiter steigen."Sie sind oft auf Teilzeitarbeit angewiesen, weil nur Familienleben und Berufsleben vereinbar ist."

In Westfalen-Lippe hat gegenwärtig jede vierte Ärztin im Krankenhausbereich eine Teilzeitstelle. Doch auch männliche Mediziner nutzen verstärkt Kindererziehungszeiten und Teilzeitbeschäftigung. Die veränderte Lebens- und Berufsplanung, vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben und die Abwanderung in alternative Berufsfelder haben Auswirkungen auf den Personalbedarf in der Patientenversorgung.

"Wir schätzen, dass wir derzeit rund 1.330 ärztliche Berufsanfänger benötigen, um 1000 aus der Patientenversorgung ausscheidende Ärzte zu ersetzen", erinnert Dr. Windhorst. „Obgleich wir höhere Beschäftigtenzahlen haben, fehlen uns in Westfalen-Lippe zurzeit rund 600 Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern“, bilanziert Dr. Windhorst.

Aktuell müssten die NRW-Krankenhäuser deshalb auch mit den unbesetzten Arztstellen immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit versorgen. Dies belegen andere Statistiken des Landesamtes: Demnach ist die Zahl der Krankenhauspatienten im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent gestiegen. Die Verweildauer verkürzte sich in einem Jahrzehnt bis 2010 von 10,4 auf nur noch acht Tage.

"In der Zukunft wird sich die Personalnot auch außerhalb der Kliniken bemerkbar machen. Der Landarztmangel fängt in den Kliniken an. Kolleginnen und Kollegen, die schon im Krankenhaus fehlen, können später als Facharzt auch nicht als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte arbeiten.“

 
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