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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Derzeit bildet aber die ärztliche Vergütung an den Universitätskliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen und Köln das Schlusslicht unter allen Krankenhäusern. Universitätsärzte bekommen die schlechteste Bezahlung in der Kollegenschaft. Sowohl in den kommunalen Kliniken, als auch in den Krankenhäusern privater Träger wie Asklepios, Rhön, Sana oder Damp werden die Ärztinnen und Ärzte deutlich besser bezahlt. Die Differenzen betragen hier bis zu 774 Euro im Monat.
Spitzenmedizin zu Dumpingpreisen? Nicht mit uns! Nach inzwischen vier ergebnislosen Verhandlungsrunden mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) wehren sich die Ärztinnen und Ärzte u.a. mit Unterschriftenaktionen und Warnstreiks. An den Unikliniken Düsseldorf und Essen treten am morgigen Mittwoch die Ärztinnen und Ärzte in einen Warnstreik (Düsseldorf: ab 7.15 Uhr Hörsäle 13a/b der Inneren Medizin. Essen: ab 7.30 Uhr auf dem Roten Platz der Universitätsklinik Essen). Die Versorgung aller Notfälle ist jederzeit sichergestellt.
Die Ärztinnen und Ärzte protestieren damit einen Tag vor der 5. Verhandlungsrunde zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) gegen die Tarifblockade der Arbeitgeber. Sie fordern
- eine bessere Bezahlung der Nachtdienste. Derzeit erhält eine Ärztin oder Arzt zur Rettung von Menschenleben nachts lediglich einen minimalen Gehaltszuschlag von 1,28 Euro pro Stunde. Dagegen kassiert ein Schlüsseldienst zur Nachtzeit leicht das Hundertfache und mehr.
- eine moderne Gehaltsstruktur, die in der Stufenstruktur der Gehaltstabelle auch die tatsächlichen Realitäten an den Unikliniken adäquat abdeckt.
- eine lineare Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent, um endlich wieder Anschluss an das Tarifniveau an anderen Kliniken zu erreichen. Nur so können die Unikliniken in NRW im Wettbewerb um die besten Ärztinnen und Ärzte auf dem deutschen Arbeitsmarkt wieder konkurrenzfähig werden. Würde die bisherige Schlechterstellung der Ärzte-Bezahlung an den Unikliniken weiter fortgesetzt, droht eine Verschärfung des Ärztemangels an den Universitätskliniken, die letztlich die hohe Qualität der Patientenversorgung gefährdet.
Am Donnerstag (29. September) werden zudem Ärzte-Delegationen aller Unikliniken nach Berlin fahren, um der Verhandlungskommission der Arbeitgeberseite die Argumente vorzutragen.

