-

Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
4. Ethikforum der Ärztekammer Westfalen-Lippe
Wir wollen im Einzelfall gute Lösungen!
Dr. Theo Windhorst: Wohl und Wille der Patienten müssen höchstes Gesetz bleiben!
Münster (mhe). Der medizinische Fortschritt hat zweifelsfrei zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität geführt und ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Menschen sich heute über ein längeres Leben freuen können. Erkrankungen, die vor einer Generation noch zum Tode führten, sind dank der atemberaubenden Entwicklung in der medizinischen Wissenschaft, neuer diagnostischer Möglichkeiten und Therapien mittlerweile behandelbar und heilbar.
„In unserer Konsumgesellschaft wurde bedauerlicherweise Gesundheit als eine Ware deklariert“, kritisierte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Theodor Windhorst, bei der Eröffnung des 4. Ethikforums im Gut Havichhorst bei Münster.
„Wir lehnen den Trend, dass Patienten zu Kunden mutieren und Ärzte zu reinen Dienstleistern degradiert werden, konsequent ab!“, betonte Dr. Windhorst. „Patienten suchen sich ihre Krankheiten nicht aus und im Notfall wird immer noch ein Arzt gerufen, nicht ein Kundendienst!“
Fraglich sei, wie viel Medizin angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen noch machbar ist? „Natürlich werden wir Ärzte uns nicht von ökonomischen Zwängen lösen können. Im Spannungsfeld von Ökonomie und Ethik haben wir Ärzte die schwierige Aufgabe eines medizinischen Zuweisers erhalten.“ Vielfache ökonomische und administrative Zwänge erschweren es, die wesentlichen Werte des Arztberufes noch leben zu können.
Ausführliche Gespräche, individuelle Patientenzuwendung geraten im klinischen und im niedergelassenen Alltag zum betriebswirtschaftlichen Luxus. Dr. Windhorst kritisiert eine falsche Anreizpolitik. „Die Gerätemedizin wird mehr belohnt als das ärztliche Gespräch! Das ist der falsche Weg!“
„Wir Ärzte müssen dafür Sorge tragen, dass die Medizin zukünftig am Nutzen für Patienten ausgerichtet ist und nicht an wirtschaftlichen Aspekten oder Profitdenken“, unterstreicht Dr. Windhorst. Das Wohl und der Wille der Patienten müssen das höchste Gesetz bleiben.
Im konkreten Einzelfall bedeutete dies, dass Ärzte entscheiden müssen, ob ein Tumorpatient eine Therapie auch bekommt, wenn sie ihm das Leben nur um zwei Monate verlängert. Laut Sozialgesetzbuch dürfe nur das geleistet werden, was zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich sei.
„Was aber, wenn der Patient diese Therapie unbedingt wünscht, weil er in diesen beiden Monaten unbedingt noch die Hochzeit seines Sohnes oder die Geburt eines Enkels erleben möchte? Wir Ärzte wollen uns von der Politik und von Gesetzen nicht vorschreiben lassen, was der ethisch richtige Weg ist. Vielmehr wollen wir im Einzelfall eine gute Lösung suchen!“
„In unserer Konsumgesellschaft wurde bedauerlicherweise Gesundheit als eine Ware deklariert“, kritisierte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Theodor Windhorst, bei der Eröffnung des 4. Ethikforums im Gut Havichhorst bei Münster.
„Wir lehnen den Trend, dass Patienten zu Kunden mutieren und Ärzte zu reinen Dienstleistern degradiert werden, konsequent ab!“, betonte Dr. Windhorst. „Patienten suchen sich ihre Krankheiten nicht aus und im Notfall wird immer noch ein Arzt gerufen, nicht ein Kundendienst!“
Fraglich sei, wie viel Medizin angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen noch machbar ist? „Natürlich werden wir Ärzte uns nicht von ökonomischen Zwängen lösen können. Im Spannungsfeld von Ökonomie und Ethik haben wir Ärzte die schwierige Aufgabe eines medizinischen Zuweisers erhalten.“ Vielfache ökonomische und administrative Zwänge erschweren es, die wesentlichen Werte des Arztberufes noch leben zu können.
Ausführliche Gespräche, individuelle Patientenzuwendung geraten im klinischen und im niedergelassenen Alltag zum betriebswirtschaftlichen Luxus. Dr. Windhorst kritisiert eine falsche Anreizpolitik. „Die Gerätemedizin wird mehr belohnt als das ärztliche Gespräch! Das ist der falsche Weg!“
„Wir Ärzte müssen dafür Sorge tragen, dass die Medizin zukünftig am Nutzen für Patienten ausgerichtet ist und nicht an wirtschaftlichen Aspekten oder Profitdenken“, unterstreicht Dr. Windhorst. Das Wohl und der Wille der Patienten müssen das höchste Gesetz bleiben.
Im konkreten Einzelfall bedeutete dies, dass Ärzte entscheiden müssen, ob ein Tumorpatient eine Therapie auch bekommt, wenn sie ihm das Leben nur um zwei Monate verlängert. Laut Sozialgesetzbuch dürfe nur das geleistet werden, was zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich sei.
„Was aber, wenn der Patient diese Therapie unbedingt wünscht, weil er in diesen beiden Monaten unbedingt noch die Hochzeit seines Sohnes oder die Geburt eines Enkels erleben möchte? Wir Ärzte wollen uns von der Politik und von Gesetzen nicht vorschreiben lassen, was der ethisch richtige Weg ist. Vielmehr wollen wir im Einzelfall eine gute Lösung suchen!“

