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    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Debatte um Bürgerversicherung
Es drohen unkontrollierbare Auswüchse!
Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst für duales Versicherungssystem
Köln/Münster (mhe). Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, warnt vor der Umgestaltung der Krankenversicherung auf eine Bürgerversicherung. „Es ist der falsche Weg, das bewährte duale Versicherungssystem zugunsten einer Bürgerversicherung aufzugeben“, erklärt Dr. Windhorst. Der westfälisch-lippische Kammerpräsident warnt in diesem Zusammenhang vor „unkontrollierbaren Auswüchsen im Gesundheitsmarkt“.

Das duale Versicherungssystem, also das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, habe sich bewährt und sei auch ein Garant für medizinischen Fortschritt und Innovationen in der Patientenversorgung. Dies müsse auch zukünftig unter einer neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Bestand haben.

Durch eine Einheitsversicherung werde das Gesundheitssystem quasi sozialisiert. „Damit verhindert man aber keine Zwei-Klassen-Medizin. Das ist lediglich ein Scheinargument. Vielmehr wird das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen abgeschafft“, erklärt Dr. med. Theodor Windhorst.

Nur in einem nicht budgetierten Sektor im Gesundheitssystem, wie ihn der Bereich der PKV darstellt, könne sich der technische Fortschritt in der Medizin so entwickeln, dass dann die gesamte Versorgung der Patienten davon profitiere. Wäre das nicht mehr möglich, würde das einen erheblichen Verlust von Versorgungsqualität und „Budgetgrenzen überall und für jeden“ bedeuten. Ein solidarisches System, in dem „die starke Schulter den Schwachen trägt“, werde erst durch die PKV möglich.

Der westfälisch-lippische Kammerpräsident unterstreicht: „Die von der SPD geplante einheitliche Bürgerversicherung ist nur auf den ersten Blick gerecht. Sie ist nicht mehr als eine Bargeld-Versicherung und kann zu Auswüchsen führen, die nur schwer zu kontrollieren sind.“ Das ­Ergebnis werde eine Gefälligkeitsversorgung sein und wäre dann die wahre Zwei-Klassen-Medizin. Medizinische Standards würden eingefroren, wer besondere medizinische Leistungen benötigt, die über das Notwendige hinausgehen, werde sie sich einfach einkaufen. „Das kann nicht Ziel eines solidarischen Gesundheitssystems sein.“

Es bestehe bereits heute in der Bevölkerung ein deutlicher Bedarf, verstärkt in Gesundheit zu investieren. Der sogenannte ‚Zweite Gesundheitsmarkt’, also alle privat finanzierten Produkte und Gesundheitsdienstleistungen wie zum Beispiel Gesundheitstourismus, Wellness, gesundheitsbezogene Sport- und Freizeitangebote, aber auch Schönheitsoperationen und Massagen, umfasse jährlich 50 bis 60 Milliarden Euro, auch für Individuelle Gesundheitsleistungen würden pro Jahr 1,5 Milliarden Euro ausgegeben.

 
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