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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Düsseldorf. Der Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke ist im nordrheinischen Ärzteparlament zum neuen Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein (AEKNO) gewählt worden. Der 57-jährige Aachener Facharzt für Innere Medizin tritt damit die Nachfolge seines jahrzehntelangen berufspolitischen Weggefährten an, des am 7. November verstorbenen Präsidenten Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jörg-Dietrich Hoppe. Nach über 18 Jahren im Amt des nordrheinischen Kammerpräsidenten war Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.
Zwölf Tage nach seinem Tod war die noch von Jörg Hoppe anberaumte Kammerversammlung am 19.11. im dritten Jahr der fünfjährigen Amtsperiode überschattet von der Trauer um eine einzigartige Persönlichkeit, und viele Ärzte und Ärztinnen vermissten einen wunderbaren Freund. Gleichwohl: Die Kammersatzung schreibt bei Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds die Neuwahl in der nächsten Kammerversammlung vor.
Dennoch unternahm die in den letzten Jahren oft in der Minderheit agierende Freie Selbstverwaltung einen Versuch, die Präsidentenwahl zu verschieben. Die Neuwahl eines Präsidenten komme zu frühzeitig für manchen potenziellen Kandidaten. Es sei pietätlos, meinte Fraktionschef Dr. Lothar Rütz, so geschäftsmäßig zur Tagesordnung überzugehen. Sein Antrag fand in der Kammerversammlung keine Mehrheit.
AEKNO-Vizepräsident Dr. med. Bernd Zimmer, der über etliche Monate mit einem hohen persönlichen Engagement kommissarisch für Jörg Hoppe das Präsidentenamt ausgefüllt hatte, wies Rütz zurück: „Es wäre ganz im Sinne von Jörg Hoppe, dass unsere Ärztekammer handlungsfähig bleibt und wir müssen aus Satzungsgründen wählen, sonst greift die Rechtsaufsicht ein!”
Wenig später bemängelte die Freie Selbstverwaltung noch, es sei „mehr als bedenklich“, dem Bundestag anzugehören und zugleich Kammerpräsident zu sein. Diese Frage hatte Rudolf Henke vorsorglich im Büro des Bundestagspräsidenten klären lassen. Fazit: „Die Ausübung des Präsidentenamtes ist sicher kompatibel mit dem Mandat im Bundestag!“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete, der 1995 als erster Arzt seit 20 Jahren direkt in den Landtag NRW eingezogen war und sein Bundestagsmandat 2009 direkt und mit klarem Abstand gegen die seinerzeit amtierende Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im Wahlkreis Aachen gewann.
Bei der Präsidentenwahl trat schließlich die 64-jährige Angelika Haus für die Freie Selbstverwaltung als Gegenkandidatin auf. In der Abstimmung entschieden sich 66 Delegierte für Rudolf Henke, 43 für Angelika Haus, es gab eine Enthaltung. Mit einem langen Beifall gratulierten die Delegierten Rudolf Henke. Delegierte aller Fraktionen reichten ihm die Hand und wünschten ihm Glück.
Kurz nach der Wahl äußerte Prof. Dr. med. Ingo Flenker, der 2. Vorsitzende des Marburger Bundes NRW/RLP: „Mit Rudolf Henke ist erneut ein hervorragender Vertreter aus den Reihen des Marburger Bundes an die Spitze der Ärztekammer Nordrhein mit über 53.000 vertretenen Ärztinnen und Ärzte gewählt worden. Wie kaum ein anderer Arzt kennt er sich im Gesundheitswesen und in der ärztlichen Selbstverwaltung aus.“
Rudolf Henke stehe durch sein engagiertes Wirken für eine fachkundige Gesundheitspolitik mit einem abwägenden Augenmaß. „Rudolf Henke kennen wir seit Anfang der 80er-Jahre als verlässlichen und vertrauensvollen Garanten dafür, dass in der Ärztekammer Nordrhein ein kooperativer Kurs zwischen den niedergelassenen und angestellten Ärztinnen und Ärzten gelebt wird“, erklärte Prof. Ingo Flenker. „Das ist gerade in der Krise des Sozialstaates ungeheuer wichtig, denn immer wieder versuchen Vertreter aus der Politik und andere Akteure aus dem Gesundheitswesen die Ärzteschaft zu spalten. Wir wünschen Rudolf Henke für seine Amtsführung als Präsident der Ärztekammer Nordrhein eine erfolgreiche Hand!“
Zuvor unterstrich Rudolf Henke in seiner Vorstellungsrede, dass die ärztliche Freiberuflichkeit zu stärken sei, damit Ärztinnen und Ärzte ohne politischen oder wirtschaftlichen Druck ihre Entscheidungen aus fachlich-medizinischer Überzeugung treffen könnten. „Oberste Priorität für unsere Ärztekammer ist es, eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.“Seinen Kritikern erwiderte Henke: „Ich weiß, dass die Koordinierung meiner Aufgaben eine große Herausforderung ist. Ich bin aber von dieser Welt, stehe mit beiden Füßen auf dem Boden! Mir ist ebenso klar, in welche Fußstapfen ich trete. Ich glaube nicht, dass ich es so kann wie Jörg Hoppe, weil ich ein anderer Mensch bin, aber ich habe bei Jörg Hoppe gelernt, ich glaube, ich kann es. Ich bitte Sie um Ihr Vertrauen.“ Das sprach die Kammerversammlung Rudolf Henke mit klarer Mehrheit aus.

