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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Bezirksversammlung Dortmund
„NRW verlor zu lange im Verteilungskampf“
Ministerin Barbara Steffens will Versorgung am tatsächlichen Bedarf ausrichten
Dortmund (mhe). Das nordrhein-westfälische Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen: „Angesichts der gravierenden Veränderungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren und dem vorhandenen Ärztemangel wird es schwer werden, eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten“, prognostizierte die Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) als Gastreferentin auf der Bezirksversammlung Dortmund.
„Unser Gesundheitssystem ist schon heute nicht adäquat am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet. Wir werden in den nächsten Jahren immer mehr polymorbide Patienten versorgen müssen. Zunehmende Zahlen an Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenzerkrankungen sind die größten Herausforderungen! Wenn demente Patienten in Kliniken um 23 Uhr Hunger haben, nützt es Ihnen nichts, wenn Kliniken ihre Küche ausgegliedert haben“, bemängelte die Ministerin. „Wenn demente Patienten nur nachts laufen wollen, benötigen sie zu dieser Zeit ausreichendes Personal. Es gibt Kliniken, die können das schon leisten. Fazit: Wir müssen unser Gesundheitswesen stärker am tatsächlichen Bedarf ausrichten, nicht an überholten Kriterien, wie etwa der Bettenzahl“, fordert die Ministerin.
Barbara Steffens kündigte eine Überarbeitung des Landeskrankenhausplanes in der zweiten Jahreshälfte an und kritisierte ihren Amtsvorgänger, Karl-Josef Laumann (CDU): Er hat den neuen Krankenhausplan ständig nur angekündigt, aber bis zum Ende seiner Amtszeit nichts vorgelegt. Wir wollen eine optimale Versorgung der Bevölkerung unter den demografischen Aspekten gewährleisten, dafür müssen wir kleinräumiger denken, aber nicht kleinräumiger planen.“
Fraglich sei, welchen Spielraum der Gesetzgeber den Ländern gebe. „Bekommen wir die Kompetenz zur sektorübergreifenden Planung? Steffens bemängelte, dass hierzulande der ambulante und stationäre Sektor zu stark gegeneinander aufgestellt seien. „Ich kenne kein anderes Land, wo das so ist! Das sektorale Denken müssen wir überwinden.“
Beim Amtsantritt sei es für sie erschreckend gewesen festzustellen, „dass wir nicht viel über unser Gesundheitssystem in NRW wissen. Es fehlen gesicherte Daten! Eine solide Datengrundlage benötigen wir, um gegenüber den anderen Bundesländern im Verteilungskampf besser argumentieren zu können. Wir wollen eine gerechtere Verteilung erreichen“, kündigte Barbara Steffens an, „denn zu lange hat NRW den Kürzeren gezogen, hat z.B. bundesweit einen der niedrigsten Basisfallwerte.
Um den Ärztemangel zu bekämpfen, trete sie für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und für die Errichtung eines Medizin-Studiengangs in Bielefeld ein. „Das Geld ist da! Aus meiner Sicht brauchen wir diese bodenständige Einrichtung, in der das Studium stärker an der Praxis orientiert ist.“
„Unser Gesundheitssystem ist schon heute nicht adäquat am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet. Wir werden in den nächsten Jahren immer mehr polymorbide Patienten versorgen müssen. Zunehmende Zahlen an Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenzerkrankungen sind die größten Herausforderungen! Wenn demente Patienten in Kliniken um 23 Uhr Hunger haben, nützt es Ihnen nichts, wenn Kliniken ihre Küche ausgegliedert haben“, bemängelte die Ministerin. „Wenn demente Patienten nur nachts laufen wollen, benötigen sie zu dieser Zeit ausreichendes Personal. Es gibt Kliniken, die können das schon leisten. Fazit: Wir müssen unser Gesundheitswesen stärker am tatsächlichen Bedarf ausrichten, nicht an überholten Kriterien, wie etwa der Bettenzahl“, fordert die Ministerin.
Barbara Steffens kündigte eine Überarbeitung des Landeskrankenhausplanes in der zweiten Jahreshälfte an und kritisierte ihren Amtsvorgänger, Karl-Josef Laumann (CDU): Er hat den neuen Krankenhausplan ständig nur angekündigt, aber bis zum Ende seiner Amtszeit nichts vorgelegt. Wir wollen eine optimale Versorgung der Bevölkerung unter den demografischen Aspekten gewährleisten, dafür müssen wir kleinräumiger denken, aber nicht kleinräumiger planen.“
Fraglich sei, welchen Spielraum der Gesetzgeber den Ländern gebe. „Bekommen wir die Kompetenz zur sektorübergreifenden Planung? Steffens bemängelte, dass hierzulande der ambulante und stationäre Sektor zu stark gegeneinander aufgestellt seien. „Ich kenne kein anderes Land, wo das so ist! Das sektorale Denken müssen wir überwinden.“
Beim Amtsantritt sei es für sie erschreckend gewesen festzustellen, „dass wir nicht viel über unser Gesundheitssystem in NRW wissen. Es fehlen gesicherte Daten! Eine solide Datengrundlage benötigen wir, um gegenüber den anderen Bundesländern im Verteilungskampf besser argumentieren zu können. Wir wollen eine gerechtere Verteilung erreichen“, kündigte Barbara Steffens an, „denn zu lange hat NRW den Kürzeren gezogen, hat z.B. bundesweit einen der niedrigsten Basisfallwerte.
Um den Ärztemangel zu bekämpfen, trete sie für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und für die Errichtung eines Medizin-Studiengangs in Bielefeld ein. „Das Geld ist da! Aus meiner Sicht brauchen wir diese bodenständige Einrichtung, in der das Studium stärker an der Praxis orientiert ist.“

