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    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Bezirksärztekammer Rheinhessen
Klares Votum Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen!
Dr. Jürgen Hoffart: Bevölkerung leidet gesundheitlich unter Lärmbelästigung
Mainz (mhe). Lärm ist bekanntermaßen gesundheitsschädlich, umso mehr, wenn Lärm auch noch in der Nacht ertragen werden muss. Die Bezirksärztekammer Rheinhessen fordert daher am Frankfurter Flughafen ein komplettes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Eine klare Reaktion auf den nicht nachlassenden Fluglärm.
„Gerade das erhöhte Flugaufkommen während der Osterferien hat uns wieder einmal gezeigt, unter welchen Lärmbelästigungen die Bevölkerung in Mainz und Rheinhessen leiden muss“, kritisiert der Vorsitzende der Bezirksärztekammer Rheinhessen, Dr. Jürgen Hoffart.

Offenbar muss sich die Bevölkerung im Großraum Frankfurt sogar auf zunehmenden Fluglärm einrichten, denn der Flughafen wird auf Jahre hinaus beständig weiter ausgebaut, weil der erwartete Luftverkehr weiter wächst. Zurzeit wird für bis zu sechs Millionen Passagiere das Terminal 1 erweitert. Noch in diesem Jahr soll die neue Landebahn Nordwest in Betrieb gehen und ab dem Jahr 2013 soll bis 2017 ein drittes Terminal für nochmals 25 Millionen Passagiere gebaut werden. Im Vorjahr verbuchte der Flughafen über 53 Millionen Fluggäste. Der Flughafen verfügt aktuell über eine Kapazität von 460.000 Flugbewegungen im Jahr. Im Jahr 2020 sollen jährlich über 700.000 Flugbewegungen registriert werden.

"Aus medizinischer Sicht ist unbestritten, dass Lärm Stress und somit auch krank macht“, erinnert Dr. Jürgen Hoffart. "Fluglärm erweist sich zunehmend als Stressfaktor und damit als eindeutig gesundheitliches Risiko. Ab einem gewissen Lärmpegel tritt Stress auf. Das kann zu Schlafstörungen und somit auch zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen. Erhöhter Blutdruck und Herzprobleme können ebenfalls die Folge von Stress durch Lärm sein. Eine Münchner Studie habe zudem gezeigt, dass Fluglärm insbesondere bei Schulkindern die Lernfähigkeit und das Sprachverständnis mindern kann."

Dr. Jürgen Hoffart: "Die Bezirksärztekammer Rheinhessen hat für das bislang „völlige Hinwegsetzen“ der Fraport AG über die Interessen und den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger und die weitgehende Untätigkeit der Politik in der Vergangenheit kein Verständnis.

Wir fordern daher ein längeres Nachtflugverbot und auch ernstzunehmende Anstrengungen für einen aktiven Schallschutz, um Bürgerinnen und Bürger vor krankmachenden Stressrisiken zu schützen. Es ist nicht akzeptabel, dass für die Deutsche Flugsicherung der Lärmschutz nicht die gleiche Priorität hat wie die maximale Kapazitätsausnutzung und die Sicherheit am Frankfurter Flughafen", mahnt Dr. Jürgen Hoffart.

 
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