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Ökumenisches Verbundkrankenhaus Trier
Bundesweites Novum in Rheinland-Pfalz
Ministerin Malu Dreyer begrüßt neuen Klinikverbund
Trier (mhe). Vor über zwei Jahren kündigten das evangelische Elisabethkrankenhaus und das katholische Marienkrankenhaus Trier-Ehrang an, dass sie sich zum Ökumenischen Verbundkrankenhaus in Rheinland-Pfalz zusammenschließen wollen. Ein Novum für Rheinland-Pfalz, das auch außerhalb der Landesgrenzen bundesweit kein Vorbild besitzt. Über ein Jahr dauerten entsprechend die Vertragsverhandlungen, nun wurden sie erfolgreich abgeschlossen. Die Gesellschaftsverträge sind Mitte März unterschrieben worden. Das Elisabethkrankenhaus und das Marienkrankenhaus Trier-Ehrang sind nun die zwei Standorte des neuen Ökumenischen Verbundkrankenhauses (ÖVK) Trier. Es verfügt über insgesamt gut 350 Planbetten und beschäftigt mehr als 850 Mitarbeiter. Im Vorjahr wurden etwa 14.000 Patienten versorgt.
„Mit der Fusion haben sich zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz ein evangelisches und ein katholisches Krankenhaus im Verbund zusammengeschlossen“, kommentiert die Gesundheitsministerin des Landes, Malu Dreyer (SPD). „Das sichert langfristig beide Standorte und zudem in Trier die Trägervielfalt.“
Ministerin Dreyer plädierte schon jüngst bei der Präsentation des Landeskrankenhausplanes ausdrücklich für eine verstärkte Bildung von Klinikverbünden in Rheinland-Pfalz. Für ein ländlich geprägtes Bundesland wie Rheinland-Pfalz seien Verbundkliniken ein wesentlicher Faktor zur Sicherstellung einer wohnortnahen Versorgung.
Die beiden Kliniken wollen angesichts der regionalen Konkurrenz gemeinsam Synergie-Effekte nutzen, ohne Mitarbeiter zu entlassen, teilen sie mit. „Gleichzeitig wollen wir das medizinische Angebot verbessern“, versprach Bernd Weber, Vorstandsvorsitzender der Agaplesion gAG, die mit der Evangelischen Kirchengemeinde Trier und der Marienhaus GmbH die Gründung des Verbundkrankenhauses besiegelte. 
Das neue ÖVK ist nun Mitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche im Rheinland – daher gilt deren evangelisches Arbeitsrecht. Die u. a. über 20 Krankenhäuser führende Agaplesion gAG sowie die über 11.000 Mitglieder zählende Evangelische Kirchengemeinde Trier haben die Mehrheit der Geschäftsanteile des ÖVK. Die Mehrheit der Stimmrechte besitzt die katholische Marienhaus GmbH. Das ÖVK will nun einen Ethikrat einrichten und ökumenische Konzepte für die Seelsorge erarbeiten. „Vielleicht wird auch in Zukunft ein ökumenisches Arbeitsrecht gelten“, äußerte sich Christa Garvert, Sprecherin der Geschäftsführung der Marienhaus GmbH.
In beiden Kliniken soll es Veränderungen geben, Abteilungen werden nun zusammengelegt. Rationalisierungsmaßnahmen stehen an. „Einige Labore haben wir nun doppelt, was nicht nötig ist“, erklärt Rainer Kropp, Geschäftsführer des neuen Verbundkrankenhauses. „Aber niemand wird entlassen“, verspricht Rainer Kropp. Am Elisabethkrankenhaus wird zusätzlich ein Zentrum für Altersmedizin etabliert. Im Marienkrankenhaus werden neue naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten geschaffen.
Darüber hinaus sieht das medizinisch-strategische Konzept des ÖVK vor, dass am Standort Elisabethkrankenhaus auch ein Zentrum für elektive operative orthopädische Eingriffe, die auch ambulant durchgeführt werden können, entstehen soll. Am Marienkrankenhaus sollen die Visceralchirurgie und die Traumatologie ausgebaut werden. Die Gynäkologie und Geburtshilfe wird es auch zukünftig an beiden Standorten geben.
 
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