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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
"An unseren Kliniken wird der ärztliche Nachwuchs aus- und weitergebildet, der dann später die neuen Strukturen der ambulanten Versorgung mit Leben füllen soll. Zurzeit sind die Arbeitsbedingungen in den Kliniken unattraktiv. Schon jetzt sind über 6000 Arztstellen in den deutschen Kliniken nicht besetzt.
Der heutige Ärztemangel wird noch weiter zunehmen, da wir auf Grund der Altersstruktur der Ärzteschaft vor einer beispiellosen Pensionierungswelle stehen. Wer soll dann später aus den Krankenhäusern in die Niederlassung wechseln?“, mahnt Dr. Windhorst weitere Veränderungen an.
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe begrüße zwar viele Regelungen des Versorgungsstrukturgesetzes zur Planung der ambulanten Versorgung, jedoch müsse die Organisation der ärztlichen Ausbildung dringend verbessert werden. „Die Änderung der ärztlichen Approbationsordnung und besonders die geplante Teilung des zweiten Staatsexamens ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung“, erkennt der westfälisch-lippische Kammerpräsident an.
Nach Ansicht des Kammerpräsidenten muss auch der Kreis der akademischen Lehrkrankenhäuser für angehende Ärzte erweitert werden. "Hier gibt es ein Verbesserungspotenzial!" Die Ärztekammern könnten dank ihres Datenüberblicks helfen, zusätzlich zu den bisherigen Lehrkrankenhäusern geeignete Kliniken zu benennen und zu zertifizieren.
„Auch kleine und mittelgroße Krankenhäuser bilden einen guten Querschnitt des medizinischen Behandlungsspektrums ab.“ Individuelle Betreuung des ärztlichen Nachwuchses in den Lehrkrankenhäusern könne die Ausbildungsqualität weiter verbessern, hofft Dr. Windhorst.
Unbedingt gestärkt werden müsse zudem die Ausbildung zum Hausarzt: „Dazu müssen Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen medizinischen Fakultäten eingerichtet werden, auch sollten vermehrt zertifizierte Lehrpraxen für die Ausbildung des Hausarzt-Nachwuchses einbezogen werden.“

