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    Die Ärztegewerkschaft

    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Ärzteschaft und Pflege
Unverzichtbare Kooperation mit klaren Grenzen
Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst: Gegeneinander der Gesundheitsberufe verhindern
Münster (mhe). Angesichts des steten Bemühens von Vertretern aus der Politik und den Krankenkassen, ärztliche Leistungen durch nichtärztliche Berufsangehörige zu ersetzen, fordert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, eine strenge Abgrenzung von ärztlichen und nicht-ärztlichen Tätigkeiten. Dr. Windhorst warnte vor einer Aufsplitterung der ärztlichen Kompetenz, denn die Einheitlichkeit des Arztberufes in der Diagnostik und Therapie dürfe in keinem Fall aufgegeben werden.

„Die Zusammenarbeit der Gesundheitsfachberufe ist notwendig, aber wir brauchen klare Grenzen!" Der Mangel an ärztlichen und pflegerischen Fachkräften dürfe nicht dazu führen, dass sich die Fachberufe gegenseitig quasi "kannibalisieren", betonte Dr. Windhorst. Ein Gegeneinander gelte es zu verhindern. "Vielmehr müssen wir uns im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten respektieren. Nur die Kooperation ist ein wirksames Therapeutikum für eine gute Patientenversorgung.“ In der heutigen modernen und komplexen Medizin müssten auch die nichtärztlichen Gesundheitsberufe in die Versorgungskonzepte einbezogen werden. „Dabei muss aber jede Gruppe für ihren eigenen Bereich die Verantwortung übernehmen.

Aber auch Kooperation hat klare Grenzen: „Wir wehren uns dagegen, dass ärztliche Kompetenz durch Substitution zugunsten anderer Berufe aufgelöst wird. Zu einem Dialog, ärztliche Tätigkeiten unter Verantwortung des Arztes zu delegieren, sind wir jederzeit bereit.“ Ärztliche Tätigkeiten dürften nicht aus rein wirtschaftlichen Gründen auf dafür nicht ausgebildetes Personal abgeschoben werden. „Dann verlieren sie nämlich den Charakter der ärztlichen Tätigkeit und das bedeutet letztendlich eine Verschlechterung der Patientenversorgung.“

Die verantwortlichen Entscheidungen bei Diagnostik und Therapie sowie die Budget-Verantwortung müssten alleine dem Arzt vorbehalten bleiben. Der Patient habe ein Anrecht darauf, bei Krankheit mit dem Niveau des Facharztstandards behandelt zu werden. „Diese Qualitätsstufe dürfen wir nicht aufgeben.“ Die Bestrebungen, in der Pflege eine „akademisierte Zwischenebene hin zu einem pflegerischen Management“ einzurichten, sieht Dr. Theodor Windhorst skeptisch. "Dabei beliebt letztlich die direkte Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger am Bett der Patienten auf der Strecke." Das führe nicht zu einer Verbesserung, sondern vielmehr zu einer Verschlechterung der Krankenversorgung.

Von der Bundesregierung erwartet Dr. Windhorst die notwendigen strukturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine gute und hochstehende Patientenversorgung. Die Politik dürfe aber keinen Einfluss auf die Verantwortungsbereiche einzelner Berufsgruppen nehmen und dadurch die medizinische Versorgung der Bevölkerung verschlechtern.

 
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