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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
73. Fortbildungskongress auf Norderney
Mehr Inhalte – weniger starre Zeitvorgaben!
Dr. med. Franz-Joseph Bartmann hielt Eröffnungsrede zu Herausforderungen der Weiterbildung
Norderney (mhe). Die ärztliche Weiterbildung soll sicherstellen, dass der Arzt die medizinischen Behandlungen seiner Patienten in allen Facetten und möglichen Konsequenzen beherrscht. Ärztinnen und Ärzten ist bewusst, dass die Approbation zwar zur Ausübung der Heilkunde berechtigt, keineswegs aber automatisch auch befähigt.„Von Seiten der Bildungsidee her sollte also entscheidend sein, dass man eine Fähigkeit und Fertigkeit erlernt hat und diese beherrscht und nicht wo und wann dies geschehen ist.“
Mit diesen Worten eröffnete Dr. med. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, den 73. Fortbildungskongress der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung auf Norderney. Der Kongress erfreute sich mit über 400 Teilnehmern einer ungetrübten Beliebtheit.
Nach Ansicht von Dr. Bartmann sollte man denselben Inhalt nicht nochmals neu erwerben müssen, um ihn in einem anderen beruflichen Umfeld einzusetzen. „Erfolgreiche Weiterbildung der Zukunft muss sich orientieren an den an einer Weiterbildungsstelle vermittelbaren Inhalten und weniger an starren Zeitvorgaben!“ Dieser Einschätzung ständen jedoch ein Sparten- und Besitzstandsdenken entgegen. Problematisch sei, dass nicht jede spezielle Leistung eines Fachgebietes in der Weiterbildungsordnung abgebildet werden könne, „weil sie entweder nur in speziellen Zentren vorgehalten wird oder wegen ihrer Komplexität erst im Rahmen des Berufslebens erlangt werden kann oder sich erst nach der Facharztprüfung etabliert hat.
Der Lösung dieser Konflikte stehen strukturelle und inhaltliche Prinzipien des bisherigen Grundverständnisses von Weiterbildung im Wege. So stelle etwa das wachsende Bedürfnis nach Teilzeitarbeit die Forderung nach ganztätiger Weiterbildung an einer Weiterbildungsstätte bei einem Weiterbildungsbefugten infrage. Franz-Joseph Bartmann: „Der Zwang zur zunehmenden Spezialisierung und die Auslagerung ganzer Leistungssegmente in den ambulanten Sektor führen dazu, dass nur noch selten der komplette Inhalt eines Facharztkataloges, geschweige eines Gebietes an einer Weiterbildungsstelle vermittelt werden können.
Weiterbildung muss also, zumindest teilweise, auch nebenberuflich und ohne Unterbrechung der Erwerbsbiografie möglich sein.“ Durch den Fortschritt änderten sich die Arbeitsweise und -teilung ganzer Facharztbereiche so radikal, dass sich nicht wenige erfolgreiche Weiterbildungsabsolventen im Laufe ihrer ärztlichen Tätigkeit in- und außerhalb ihres Ursprungsgebietes umorientieren müssten..Franz-Joseph Bartmann erinnerte, dass sich das medizinische Fachwissen rasant vervielfacht. „Wer feststellt, dass sich das medizinische Wissen in fünf Jahren verdoppelt, muss sich fragen lassen, ob zehnjährige Zyklen einer umfassenden Novellierung der WBO nicht eventuell zu lang sein könnten?"
Gleichwohl sei Weiterbildung aufgrund steter Veränderungen in den Kammern nur schwer zu administrieren. Die Vielzahl der sich überlappenden Übergangsbestimmungen führe ferner zur Konfusion der Weiterbildungsbefugten und -willigen. Noch gelte es, in der Berufsausübung die Gebietsgrenzen zu erhalten. Dr. Franz-Joseph Bartmann: „Ein Denkverbot über interdisziplinär angelegte Facharztdefinitionen wäre das falsche Signal. Es ist meine feste Überzeugung, dass die noch mühsam aufrechterhaltenen Gebietsgrenzen zwar nicht aufgehoben werden, der Grenzübergang aber nachhaltig erleichtert werden muss. Die Kunst wird darin bestehen, als Selbstverwaltung die richtigen Schritte zur rechten Zeit zu tun.“
Mit diesen Worten eröffnete Dr. med. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, den 73. Fortbildungskongress der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung auf Norderney. Der Kongress erfreute sich mit über 400 Teilnehmern einer ungetrübten Beliebtheit.
Nach Ansicht von Dr. Bartmann sollte man denselben Inhalt nicht nochmals neu erwerben müssen, um ihn in einem anderen beruflichen Umfeld einzusetzen. „Erfolgreiche Weiterbildung der Zukunft muss sich orientieren an den an einer Weiterbildungsstelle vermittelbaren Inhalten und weniger an starren Zeitvorgaben!“ Dieser Einschätzung ständen jedoch ein Sparten- und Besitzstandsdenken entgegen. Problematisch sei, dass nicht jede spezielle Leistung eines Fachgebietes in der Weiterbildungsordnung abgebildet werden könne, „weil sie entweder nur in speziellen Zentren vorgehalten wird oder wegen ihrer Komplexität erst im Rahmen des Berufslebens erlangt werden kann oder sich erst nach der Facharztprüfung etabliert hat.
Der Lösung dieser Konflikte stehen strukturelle und inhaltliche Prinzipien des bisherigen Grundverständnisses von Weiterbildung im Wege. So stelle etwa das wachsende Bedürfnis nach Teilzeitarbeit die Forderung nach ganztätiger Weiterbildung an einer Weiterbildungsstätte bei einem Weiterbildungsbefugten infrage. Franz-Joseph Bartmann: „Der Zwang zur zunehmenden Spezialisierung und die Auslagerung ganzer Leistungssegmente in den ambulanten Sektor führen dazu, dass nur noch selten der komplette Inhalt eines Facharztkataloges, geschweige eines Gebietes an einer Weiterbildungsstelle vermittelt werden können.
Weiterbildung muss also, zumindest teilweise, auch nebenberuflich und ohne Unterbrechung der Erwerbsbiografie möglich sein.“ Durch den Fortschritt änderten sich die Arbeitsweise und -teilung ganzer Facharztbereiche so radikal, dass sich nicht wenige erfolgreiche Weiterbildungsabsolventen im Laufe ihrer ärztlichen Tätigkeit in- und außerhalb ihres Ursprungsgebietes umorientieren müssten..Franz-Joseph Bartmann erinnerte, dass sich das medizinische Fachwissen rasant vervielfacht. „Wer feststellt, dass sich das medizinische Wissen in fünf Jahren verdoppelt, muss sich fragen lassen, ob zehnjährige Zyklen einer umfassenden Novellierung der WBO nicht eventuell zu lang sein könnten?"
Gleichwohl sei Weiterbildung aufgrund steter Veränderungen in den Kammern nur schwer zu administrieren. Die Vielzahl der sich überlappenden Übergangsbestimmungen führe ferner zur Konfusion der Weiterbildungsbefugten und -willigen. Noch gelte es, in der Berufsausübung die Gebietsgrenzen zu erhalten. Dr. Franz-Joseph Bartmann: „Ein Denkverbot über interdisziplinär angelegte Facharztdefinitionen wäre das falsche Signal. Es ist meine feste Überzeugung, dass die noch mühsam aufrechterhaltenen Gebietsgrenzen zwar nicht aufgehoben werden, der Grenzübergang aber nachhaltig erleichtert werden muss. Die Kunst wird darin bestehen, als Selbstverwaltung die richtigen Schritte zur rechten Zeit zu tun.“

