• Marburger Bund

    Die Ärztegewerkschaft

    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Tarifkonflikt an den Universitätskliniken beendet
Einigung in letzter Minute erzielt - Streik sofort ausgesetzt!
Eckpunkte: 3,6 Prozent plus ab November/Einmalzahlung 350 Euro/Nächtlicher Zeitschlag von 20 Prozent der Stundenvergütung
Köln/Berlin (mhe). Der Ärzte-Streik an den Universitätskliniken konnte in letzter Minute durch eine Tarifeinigung abgewendet werden: Offensichtlich nachhaltig beeindruckt von den intensiven Streik-Vorbereitungen der über 4500 Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster und der Ärzte an den sonstigen Universitäten im Bundesgebiet hat die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) im wochenlangen Tarifkonflikt dem Marburger Bund eingelenkt und am vorigen Samstag endlich ein akzeptables Angebot vorgelegt.
Die Große Tarifkommission des MB hat daraufhin beschlossen, die Vorbereitungen für einen Ärztestreik an den Universitätskliniken im Tarifbereich TdL auszusetzen. Die Mitglieder der Ärztegewerkschaft an den betroffenen Universitätskliniken wurden sofort aufgerufen, ihre Planungen für die ursprünglich vorgesehenen Arbeitskampfmaßnahmen ab dem 7. November sofort einzustellen.
Die Tarifeinigung sieht vor, dass die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken im Geltungsbereich der TdL rückwirkend ab 1. November 2011 um 3,6 Prozent erhöht werden. Für die Zeit vom 1. Juli 2011 bis 31. Oktober 2011 erhalten die Ärzte rückwirkend eine Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro, vorausgesetzt, dass im Monat November 2011 Anspruch auf Bezüge besteht.
Besonders wichtig sind die in dieser Tarifrunde erzielten finanziellen Verbesserungen bei der nächtlichen Arbeitszeit. Anstelle des bisherigen Zuschlages für Nachtarbeit von 1,28 Euro pro Stunde erhalten die Ärztinnen und Ärzte für Vollarbeit (einschließlich der Inanspruchnahme) in der Zeit von 21 bis sechs Uhr pro Stunde ab 1. Januar 2012 einen Zeitzuschlag in Höhe von 20 Prozent der Stundenvergütung (EG 1 der Stufe 3, sonst der Stufe 1).
Für Bereitschaftsdienste wird ebenfalls ab Anfang 2012 in dem Zeitraum von 21 bis sechs Uhr pro Stunde ein Zeitzuschlag in Höhe von 20 Prozent der Stundenvergütung (EG 1 der Stufe 3, sonst der Stufe 1) eingeführt. Dafür werden diese Zeiten bei der Bemessung des Zusatzurlaubes nicht mehr berücksichtigt.
Ferner konnte die Ausweitung des Geltungsbereiches des TV Ärzte/TdL ab dem 1. Januar 2011 auf die im Landesdienst abgestellte Ärzte in den Justizvollzugsanstalten erweitert werden. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 28. Februar 2013.
Verbandsvorsitzender Rudolf Henke bewertete das Ergebnis als "vertretbar. Wir sind nicht in Jubelstimmung, können aber mit dem Erreichten leben." Rudolf Henke hob insbesondere hervor, dass es gelungen sei, das Tarifdiktat der Arbeitgeber zu durchbrechen. "Wir haben nicht alle Ziele erreicht, aber wichtige Wegmarken gesetzt." Henke lobt ausdrücklich das große Engagement der Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken in den vergangenen Wochen. "Die jetzt gefundene Lösung des Tarifkonfliktes wäre ohne den Druck der zum Streik entschlossenen Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken nicht möglich gewesen.
Besonders wichtig sei es dem Marburger Bund gewesen, neben einer akzeptablen Gehaltserhöhung auch substanzielle Verbesserungen bei den Nachtdiensten zu erreichen. "Mit den Zeitzuschlägen in Höhe von 20 Prozent haben wir an den Unikliniken nun einen neuen Standard gesetzt. Diesen Weg werden wir auch in künftigen Tarifrunden konsequent weiter gehen“, betonte Rudolf Henke abschließend.
 
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