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    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Düsseldorfer Landtags-Ausschuss berät Anträge von CDU und FDP
Kassenärzte unterstützen Pläne für neue Medizinische Fakultät in Bielefeld
Nachwuchsmangel beheben / Künftige Absolventen hätten erfahrungsgemäß stärkere Bindung an die Region
Düsseldorf/Dortmund (mhe). Angesichts des gravierenden ärztlichen Nachwuchsmangels hat sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, wiederholt für die Einrichtung einer Medizinischen Fakultät in Bielefeld ausgesprochen. Nun haben die Landtagsfraktionen von CDU und FDP einen Antrag zum Thema „Medizinerausbildung in Ostwestfalen-Lippe“ in den Ausschuss für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landtags NRW eingebracht.

Im Vorfeld der morgigen Sitzung unterstützt die rund 13.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte repräsentierende Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Forderungen zur Einrichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld ausdrücklich. „Der Nachwuchsmangel in der ambulanten, wie auch stationären Versorgung erfordert jedwede Anstrengung, die aktuelle und vor allem zukünftige Versorgungssituation zu verbessern. Durch mehr Ausbildungskapazitäten würde nicht nur die Qualität der Medizinlehre in NRW erheblich verbessert, sondern auch Studierende an die hiesige Region gebunden. Deshalb wäre ein Medizinstudium in Bielefeld aus Sicht der westfälischen Kassenärzte sehr zu begrüßen“, erklärte der 1. KVWL-Vorsitzende, Dr. Wolfgang-Axel Dryden.

Angesichts der hohen Anzahl von allein 2.000 Hausärzten, die in den kommenden Jahren nach und nach ihre Praxen an Nachfolger übergeben werden, braucht die ambulante Versorgung ärztlichen Nachwuchs. Der KVWL-Chef bezieht sich dabei auf eine Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie der Universität Trier, die im Jahr 2010 unter Studierenden der Medizin durchgeführt wurde. "Eine zentrale Erkenntnis daraus ist, dass über die Hälfte der Befragten die spätere Arzttätigkeit in der näheren Umgebung ihres Heimatortes wünschen. Auch dem späteren Arbeiten im Heimatbundesland wurde von den Befragten große Bedeutung zugemessen. Durch eine Ausbildung „vor der Haustür“ könnte man diesen Bestrebungen erheblich entgegenkommen bzw. diese fördern.

Auch nach Meinung Drydens sollte eine zukünftige medizinische Fakultät an der Universität Bielefeld jedoch grundsätzlich neue Wege in der Ausbildung beschreiten – um beispielsweise auch alternativ qualifizierten Quereinsteigern in die Medizin eine Tür in die ärztliche Berufsausübung zu öffnen. Ein mögliches Vorbild könnte dabei der Modellstudiengang an der Universität Witten-Herdecke sein, wo die Studierenden bewusst frühzeitig mit praktischen, patientenrelevanten Fragestellungen in Kontakt gebracht werden. Eine Medizinfakultät Bielefeld sollte die Studenten von Anfang an patientennah ausbilden. "Das Interesse, als Praktiker unmittelbar am Menschen zur Arbeiten muss dabei von Beginn an im Mittelpunkt stehen.“

 
zurueckzurück    |   Text druckenArtikel ausdrucken   |   Artikel weiterempfehlenEmpfehlen Sie diesen Artikel weiter!    |   09.02.2012