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Marburger Bund
Die Ärztegewerkschaft
Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Die Bundesärztekammer und alle Landesärztekammern hatten die Ärztinnen und Ärzte befragt, wie sie die ärztliche Weiterbildung derzeit einschätzen. Das Projekt „Evaluation der Weiterbildung“ soll helfen, Stärken und Schwächen des ärztlichen Weiterbildungssystems zu analysieren. Rund 30.000 Ärztinnen und Ärzte haben hierfür zwischen Juni und September 2011 bundesweit bei einer Online-Befragung Auskunft gegeben.
In Rheinland-Pfalz haben zum einen sich fast drei Viertel der befragten Ärztinnen und Ärzte beteiligt, die befugt sind, Nachwuchsärzte weiterzubilden. Zum anderen hat fast ein Drittel der befragten jungen Ärztinnen und Ärzte, die sich zurzeit in Weiterbildung befinden, Auskunft gegeben. Die Bewertung der einzelnen Fragen wurde überwiegend nach dem Schulnotenkonzept von 1 (trifft voll zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu) vorgenommen.
Insgesamt sind die jungen Ärztinnen und Ärzte mit ihrer Weiterbildung landesweit zufrieden und geben ihr als Schulnote eine gute Zwei-Minus (2,43). Bei der ersten Umfrage im Jahr 2009 gab es für die grundsätzliche Bewertung die Schulnote 2,49. Mit guten Noten bewerten die rheinland-pfälzischen Ärztinnen und Ärzte auch einzelne Weiterbildungsbereiche: 2,3 für die Vermittlung von Fachkompetenz (2009: 2,48); 2,25 für die Lernkultur (2009: 2,31); 2,29 für die Führungskultur (2009: 2,39); 2,82 für die Kultur der Fehlervermeidung (2009: 2,82); 2,11 für die Entscheidungskultur (2009: 2,14); 2,16 für die Betriebskultur (2009: 2,12); 3,20 für die wissenschaftlich begründete Medizin (2009: 3,8).
Für den Präsidenten der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz zeigt das Umfrageergebnis ein erfreuliches Bild: „Wir sind auf dem richtigen Weg, doch es bleibt viel zu tun“, sagte Professor Dr. Frieder Hessenauer. Denn die Umfrage spiegelt auch klar zurück, dass es bei den Arbeitsbedingungen noch hakt. Die jungen Ärztinnen und Ärzte bewerten mit der Schulnote Drei die Situation, dass Bürokratie ihre Weiterbildung und ihre Arbeit einschränkt. Auch kritisiert die Hälfte der Befragten, dass sie keinen strukturierten Weiterbildungsplan bekommen haben.
Bundesweit zeigt sich zudem, dass Arbeitszeiten nach wie vor ein wichtiges Thema sind. Rund zwei Drittel der Weiterbildungsassistenten kritisieren, dass sie nur gelegentlich oder sehr selten ihre Ruhezeiten während des Bereitschaftsdienstes einhalten können. Und mehr als jeder Dritte arbeitet nach Ende seines Bereitschaftsdienstes weiter. Mehrarbeit und Überstunden machen rund 90 Prozent der befragten Assistenten; ein Drittel davon kann diese Arbeit mit Freizeit ausgleichen und ein weiteres Drittel kann zwischen Freizeit und Geld wählen.

