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    Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

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Arbeitskampf an kommunalen Krankenhäusern
Wir nehmen keine Klinik vom Streik aus!
Prof. Dr. Ingo Flenker: Notdienstvereinbarungen angeboten!
Köln/Dortmund. Knapp zwei Wochen vor Beginn der unbefristeten Streiks an den kommunalen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat der Marburger Bund Landesverband NRW/RLP allen betroffenen Krankenhäusern in beiden Bundesländern sog. Notdienstvereinbarungen zugesendet.

"Wir bieten damit den knapp 100 vom Streik betroffenen Kliniken im Landesverband an, während des Arbeitskampfes die Versorgung der Patienten sicherzustellen", betont der 2. Vorsitzende des Marburger Bundes, Prof. Dr. med. Ingo Flenker. "Wir werden kein kommunales Krankenhaus vom Arbeitskampf ausnehmen!" Die Liste aller VKA-Kliniken finden Sie hier auf der Homepage.

"Selbstverständlich sichern wir im Laufe des Streiks an den VKA-Kliniken zu jeder Zeit die medizinische Versorgung aller Notfälle und dringlichen Fälle zu. Aber viele Patienten müssen sich darauf einstellen, dass ihre planbaren Operationen an kommunalen Kliniken ab dem 26. Januar 2012 verschoben werden müssen. Hier besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese Patienten an den benachbarten über 300 kirchlichen Krankenhäusern versorgt werden können."

Nachdrücklich fordert Prof. Ingo Flenker die Arbeitgeberseite auf, mit einem zustimmungsfähigen Tarifangebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Nur so kann unser Streik noch abgewendet werden!
Die bisher von der VKA für 16 Monate angebotene Lohnsteigerung von 1,48 Prozent (Dies würde für 2012 nur 1,1 Prozent bedeuten!) liegt nicht nur weit unterhalb der Inflationsgrenze, sondern auch deutlich unter dem, was wir zurzeit für Ärzte an anderen Kliniken in Tarifverhandlungen erzielt haben", sagt Prof. Flenker. "So haben wir etwa jüngst mit 23 Universitätskliniken im Bereich der TdL und der Universitätsmedizin Mainz jeweils Tarifabschlüsse im Gesamtvolumen von 4,6 und fünf Prozent erzielt. Diese Krankenhäuser refinanzieren sich nicht anders."

Prof. Flenker stellt ferner klar: Die Erkenntnisse des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), dass die Kliniken im Vorjahr gegenüber 2010 von den Krankenkassen insgesamt 4,2 Prozent mehr Erlöse erhalten haben, widersprechen eindeutig der Darstellung der kommunalen Arbeitgeber. Diese behaupten, dass sie nur über Einnahmezuwächse von 1,48 Prozent verfügten. "Wir Ärzte können rechnen und wissen, was unsere Arbeit am Markt wert ist!"

"Berücksichtigt man, das jede fünfte Klinik angeblich rote Zahlen schreibt, müssen die Erlös-Zahlen der hohen Mehrzahl der Krankenhäuser, die schwarze Zahlen verbuchen, sogar noch deutlich höher liegen." Auch die Tatsache, dass nahezu jede Klinik freie Arztstellen mit teuren Honorarärzten besetzt, um die Schließung von Abteilungen zu verhindern, belegt, das ausreichend Geld für ärztliche Tätigkeit vorhanden ist. "Die Stundensätze der Honorarärzte übertreffen nämlich die tariflichen Löhne der Ärztinnen und Ärzte um das Mehrfache!"

Unverständlich sei ferner, dass die Arbeitgeber jegliche Begrenzung der Zahl der Bereitschaftsdienste ablehnen. "Dies ist eine unserer Kernforderungen, um den Arbeitsplatz Krankenhaus wieder attraktiver zu gestalten, das Familien- und Berufsleben besser zu vereinbaren und die Patientensicherheit zu erhöhen", erklärt Prof. Dr. Ingo Flenker.

"Das Arbeitszeitgesetz erlaubt nur vier bis maximal fünf Bereitschaftsdienste im Monat, tatsächlich wird aber die Hälfte der Ärzte monatlich zu fünf bis neun Bereitschaftsdiensten herangezogen. An der Universitätsmedizin Mainz haben wir jüngst für über 850 Ärzte eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste erreicht - ohne Streik!", betont Prof. Flenker.

 
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