Diese Website nutzt Cookies, um mehr über das Nutzungsverhalten der Besucherinnen und Besucher zu erfahren und das Internetangebot beständig zu verbessern. Die Daten werden anonymisiert. Sie können diese statistische Erhebung deaktivieren. Mehr Informationen finden Sie in unserer .
ok
  • Patienteninformation

    zum WARNSTREIK der Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern am 10. April 2019
    GUTE Arbeitsbedingungen für Ihre GESUNDHEIT

    Liebe Patientinnen und Patienten,

    im Mittelpunkt unserer ärztlichen Tätigkeit stehen stets Sie als unsere Patientinnen und Patienten. Damit wir Ihnen aber auch weiterhin verlässlich helfen können, sind wir auf die Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen angewiesen. Deshalb bitten wir um Ihr Verständnis für etwaige Einschränkungen infolge unseres eintägigen Warnstreiks am 10. April.

    Unser Berufsalltag ist geprägt von hohem Zeitdruck, überlangen Arbeitszeiten, vielen Überstunden und Zusatzdiensten. Vor allem die hohe Anzahl an Nacht- und Wochenenddiensten raubt Zeit für Erholung, körperlichen Ausgleich, Fortbildung und persönliche Entfaltung. Vor allem bleibt neben dem Beruf immer weniger Zeit für Privatleben und Familie.

    Wir leisten Bereitschaftsdienste, um rund um die Uhr Menschen in Lebensgefahr, nach Unfällen, bei akuten Komplikationen oder bei starken Schmerzen zu behandeln. Die Dienste selbst stellen wir nicht grundsätzlich in Frage, wir fordern aber eine Entlastung und Begrenzung auf ein vernünftiges Maß.

    Eine unserer Forderungen lautet daher: Bereitschaftsdienste dürfen zukünftig nur dann angeordnet werden, wenn zwei Wochenenden pro Monat frei von jeder Arbeitsleistung sind. Das ist nämlich nicht die Regel, sondern für viele unserer Kolleginnen und Kollegen die absolute Ausnahme.

    Worum geht es noch in dem Tarifkonflikt mit den kommunalen Arbeitgebern? Wir fordern als zusätzliche Voraussetzung für die Anordnung von Bereitschaftsdienst eine korrekte, automatisierte Erfassung der Arbeitszeit: Wir sind es leid, dass unsere Arbeitszeit nachträglich gekappt wird, um ständige Überschreitungen der Höchstarbeitszeitgrenzen zu verschleiern. Oftmals sind Pausen schlicht nicht möglich, die Pausenzeiten werden dennoch abgezogen. Wir erwarten daher endlich einen fairen und transparenten Umgang mit unseren Arbeitszeiten.

    Wir Ärztinnen und Ärzte brauchen auch mehr Planungssicherheit. Kurzfristiges Einspringen ist für uns an der Tagesordnung, führt aber zu kaum mehr planbaren Zuständen. Wir fordern daher als weitere Voraussetzung für Bereitschaftsdienst, dass der Dienstplan mindestens sechs Wochen im Voraus feststeht.

    Wir fordern zudem eine spürbare Begrenzung der Anzahl der Bereitschaftsdienste im Monat. Auch darin sehen wir einen Beitrag zur Patientensicherheit. Es geht schlicht um genug Zeit zur Erholung, zur Regeneration. Unser Anliegen lässt sich wohl am besten in diesem Satz zusammenfassen: „Wir brennen für unseren Beruf, wir lassen uns aber nicht länger verheizen.“

    Der jetzige Warnstreik ist leider notwendig geworden, weil die kommunalen Arbeitgeber in den Verhandlungen mit unserer Gewerkschaft Marburger Bund keine Bereitschaft zeigen, unseren Forderungen tatsächlich entgegenzukommen. Es geht für uns dabei auch um die Garantie, dass unser Ärzte-Tarifvertrag dauerhaft Gültigkeit behält.

    Wir bemühen uns, die Streikfolgen so gering wie möglich zu halten. Deshalb haben wir dem Arbeitgeber den Abschluss einer Notdienstvereinbarung angeboten. Damit wollen wir sicherstellen, dass während des Streiks die Notfallversorgung in jedem Fall gewährleistet ist. Gleichwohl kann es bei geplanten Operationen, die kein Notfall sind, zu Verschiebungen kommen. Wenn das bei Ihnen der Fall sein sollte, tut uns das leid. Selbstverständlich werden die Operationen so bald wie möglich nachgeholt.

    Wir sind überzeugt, dass unsere berechtigten Forderungen dazu beitragen, dass die Krankenversorgung auch morgen noch mit engagierten und motivierten Ärztinnen und Ärzten gewährleistet ist. Auch deshalb dürfen wir Sie um Verständnis für den Warnstreik der Ärztinnen und Ärzte am 10. April bitten.

     

    Ihnen persönlich wünschen wir alles Gute, vor allem rasche Genesung.

    Ihre Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern des Tarifbereichs VKA

     

    Unsere vollständigen Forderungen finden Sie auch im Internet auf den Seiten des Marburger Bundes:

    www.marburger-bund.de

    Download der Patienteninformation