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  • Das Wirken des Marburger Bundes in der Landesärztekammer Brandenburg

    Der 30. August 1990 ist ein wichtiges Datum in der Geschichte der Brandenburgischen Ärzteschaft. An diesem Tag wurde die Landesärztekammer Brandenburg gegründet. Aus dem ursprünglichen, eingetragenen Verein wurde die heutige Körperschaft öffentlichen Rechts.
    Wer sind wir? Wo stehen wir? Was haben wir erreicht?

    An der Gründung waren maßgeblich Ärztegruppen aus Cottbus beteiligt, unter Führung des ersten Präsidenten, Dr. Roger Kirchner und unserem späteren Präsidenten, Dr. Udo Wolter.

    Gerne hätten wir in diesem Jahr mit den Protagonisten der ersten Stunde das 30-jährige Kammerjubiläum gefeiert, doch bekanntlich macht uns das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung.

    Der Präsident ist das Gesicht und die Stimme der Kammer. Er hat die bedeutendste Funktion. Dr. Udo Wolter führte die Kammer 20 Jahre lang mit einem starken Verband im Rücken. In seine Amtszeit fallen wesentliche Aspekte des Aufbaus der Landesärztekammer, die er bereits als Vizepräsident mit vorangetrieben hat. Er durfte den einzigen Deutschen Ärztetag in unserem Bundesland, 1999 in Cottbus, aktiv gestalten. Hier wurde Prof. Hoppe zum Präsidenten der Bundesärztekammer gewählt, ein Mann, der durch seine vorbildliche und unaufdringliche Art und Weise tiefe Spuren hinterlassen hat.

    In die Zeit der Präsidentschaft von Dr. Wolter fielen mehrere Weitebildungsordnungen, die Brandenburg zu einem Ort der Qualität im Bereich Weiterbildung gemacht haben. Aber auch politische Erfolge, wie die Abschaffung des AIP und des GOÄ-Ostabschlages sind wesentlich auf sein Wirken und das des gesamten Marburger Bundes zurückzuführen. Brandenburg allein hätte dies niemals geschafft, war aber immer als laute Stimme zu hören. Auch die Warnung vor dem drohenden Ärztemangel in Zeiten angeblicher Ärzteschwemme und der plakative Ausdruck „Ärzteflucht“ sind fest mit ihm verbunden. Dr. Wolter leitete in der Bundesärztekammer den Berufsordnungsausschuss, einen der bedeutenden Ausschüsse.

    Die Kammer besteht aber nicht nur aus dem Präsidenten. Wesentliche Teile der Arbeit werden in den Ausschüssen gemacht und anschließend in den Vorstand und die Kammerversammlung getragen. Einer der zentralen Ausschüsse ist der Weiterbildungsausschuss. Er wird seit seiner Gründung von Udo Wolter geleitet. Der Ausschuss ist das zentrale Organ bei der Umsetzung einer Weitebildungsordnung. Hier werden Weiterbilder und Weiterbildungsstätten geprüft und Weiterbildungsausschüsse konzipiert.

    Ein weiterer, bedeutender Ausschuss ist der Berufsordnungsausschuss. Dieser wird in gleicher Weise von Frau Dr. Renate Schuster geleitet. Hier geht es nicht nur um die ständigen Anpassungen der Berufsordnung an die Musterberufsordnung der BÄK, sondern auch um konkrete berufsrechtliche Verfehlungen der Ärztinnen und Ärzte. Ganz wichtig ist dabei, dass die Mitglieder bei der Beurteilung möglicher berufsrechtlicher Verfehlungen das Gefühl für das richtige Maß finden.

    Der Ausschuss „stationäre Versorgung“ ist ein klares Feld des MB. Schade nur, dass wir immer noch nicht an der Landeskrankenhausplanung beteiligt werden. Das ärztliche Fachwissen schadet bestimmt nicht. So sind jedenfalls die Erfahrungen aus Berlin.

    Nicht jedem wird sofort klar, wie wichtig der Haushaltsausschuss ist. Da denkt man zunächst an Interna der Kammer. Hier wird jedoch die Grundlage für den vernünftigen Umgang mit den Beiträgen der Ärztinnen und Ärzte gelegt. Der Ausschuss wird seit vielen Jahren von Hubertus Kruse geleitet.

    Jeder will nicht nur möglichst wenig Beiträge zahlen, sondern erwartet auch eine auskömmliche Rente. Hier kommt insbesondere der Verwaltungsausschuss der Ärzteversorgung ins Spiel, der seit nicht ganz 20 Jahren ebenfalls von MB-lern geführt wird, aktuell von Andrea Kruse aus Forst.

    Eine starke MB-Fraktion braucht einen starken Landesverband. Wir bilden zusammen mit den Berliner Ärztinnen und Ärzten den MB-Landesverband Berlin Brandenburg. Die Unterschiede zwischen dem Stadtstaat Berlin und dem Flächenland Brandenburg sind offensichtlich und haben in den Anfangsjahren durchaus zu Problemen geführt. Über die Jahre sind wir zu einem starken Landesverband herangewachsen, der bundesweit gehört wird. Wir unterstützen uns gegenseitig und lernen voneinander. Häufig kommt man der Lösung eines Problems näher, wenn man es mit anderen Augen sieht. Mit dem Verband im Rücken blicken wir optimistisch in die Zukunft.