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  • „Für einen starken Marburger Bund in der Brandenburger Ärztekammer“

    Die Landesärztekammer greift vielfältig in unseren ärztlichen Alltag ein. Themen wie Weiterbildung, Berufsordnung oder Fortbildung betreffen alle Ärzte. Deshalb ist es wichtig, dass der Marburger Bund (MB) in den Gremien der Landesärztekammer vertreten ist.
    Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Der MB hat sich von seiner Gründung im Jahr 1947 an stetig für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Ärzteschaft eingesetzt. Mittlerweile ist aus der kleinen Gruppe der Gründungsmitglieder Europas größter Ärzteverband geworden. Der MB ist der einzige Ärzteverband in Deutschland, der die Arbeitsbedingungen der angestellten und verbeamteten Kolleginnen und Kollegen nicht nur untersucht, sondern in schwierigen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern Schritt für Schritt verbessert.

    Beim Tarifvertrag mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber 2019 war die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Lebensqualität erstmals wichtiger als die reine Entgelterhöhung. Damit werden die Erkenntnisse aus der Befragung der Mitglieder – dem MB-Ärztemonitor – umgesetzt. Dieser Vertrag dient als Leitschiene für alle anderen Verhandlungen auf Landes- und Bundesebene. Andere „Bünde“, die für sich in Anspruch nehmen, sich für die Interessen der Krankenhausärzte einzusetzen, bleiben dagegen bei der Analyse stehen.

    Der MB ist nicht nur eine Gewerkschaft, sondern engagiert sich auf politischer Ebene vielfältig für die Ärzteschaft. Darüber hinaus reicht es nicht aus, wenn wir uns nur um die abhängig beschäftigten Kolleginnen und Kollegen zu kümmern. Nur gemeinsam mit allen Ärztinnen und Ärzten sind wir in der Lage, die berechtigten Forderungen der Ärzteschaft an Politik und Gesellschaft durchzusetzen. Wir maßen uns nicht an, diese Aufgaben als Marburger Bund allein erfüllen zu können. Vielmehr reichen wir allen Kolleginnen und Kollegen sowie Ihren Verbänden die Hand zur gemeinsamen Interessenvertretung. Politik für die Ärzteschaft kommt immer der Patientenversorgung zugute.

    Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und geben Sie Ihre Stimme dem Marburger Bund! Unsere Ziele haben wir im Wahlprogramm zusammengefasst. Die Kandidaten stellen wir Ihnen hier vor.

    Dr. med. Steffen König

    Wahlprogramm Marburger Bund Brandenburg

    1
    Für menschliche Arbeitsbedingungen

    Die Studie des MB zur psychischen Belastung von Ärztinnen und Ärzten hat erschreckende Ergebnisse zu Tage gebracht. Der MB kämpft deshalb nicht nur für Tarifsteigerungen, sondern für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die Arbeitsbelastung in den Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaften hat sich kontinuierlich gesteigert. Dieser Trend muss umgekehrt werden. ÄRZTE SIND AUCH MENSCHEN. Ärzte brauchen mehr Zeit für die Patienten, für sich und ihre Familien!

    Nur Ärzte, die unter menschlichen Arbeitsbedingen tätig sind, können eine menschliche Patientenversorgung gewährleisten.

    2
    Für eine gute Weiterbildung

    Wir setzten uns für eine exzellente Weiterbildung ein. Der Facharzt aus Brandenburg steht bundesweit für Qualität. Wir unterstützen unsere Weiterbildungsassistenten und nutzen konsequent die Möglichkeiten des elektronischen Logbuchs. Damit wollen wir den Weiterbildungsassistenten und den Weiterbildern ein zukunftsweisendes Tool an die Hand geben, welches auch hilft, die bürokratischen Hürden in der Weiterbildung auf das Notwendige und Unerlässliche zu beschränken. Die Brandenburger Assistenzärzte müssen Zeit für ihre Weiterbildung haben und dürfen nicht einfach im Klinikalltag verschlissen werden. Weiterbildung darf nicht nur auf dem Papier stehen. Sie muss gelebt werden.

    3
    Für eine gute Fortbildung

    Die Fortbildungsangebote müssen mit der Moderne Schritt halten. Dazu gehört ein sinnvolles und ausgewogenes Miteinander von Präsenzveranstaltungen und Online-Fortbildungen. Präsenzveranstaltungen sollen vor allem der Vermittlung praktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten dienen.

    Fortbildungszeit ist Arbeitszeit und keine Freizeit.

    4
    Für eine konsequente Entbürokratisierung

    Unser Gesundheitssystem braucht Veränderungen. Es ist aber ein Irrglaube, diese Veränderungen allein durch gesetzliche Regelungen erreichen zu können. Jedes Gesetz bringt, auch wenn die Intention dahinter nachvollziehbar ist, neuen bürokratischen Irrsinn mit sich. Wir wollen gemeinsam an der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems arbeiten. Gemeinsame Verantwortung statt Regelungswut. Vor allem lehnen wir Gesetze ab, die Krankenhausschließungen durch die Hintertür ermöglichen.

    5
    Für die konsequente Umsetzung der Digitalisierung

    Die Digitalisierung ist ein Motor für Fortschritte in allen Bereichen der Gesellschaft, ganz besonders im Gesundheitswesen. Wir sorgen dafür, dass sich die Fortschritte der Digitalisierung an den Bedürfnissen der Patienten und Ärzte orientieren und nicht an den Bedürfnissen der Bürokraten.

    6
    Für eine radikale Korrektur der Krankenhausfinanzierung

    Das DRG-System hat versagt. Wir brauchen ein System, das sinnvolle Maßnahmen (Investitionen in Hygiene, Vorhaltung für Krisen, Investitionen in Qualität…) ermöglicht und nicht eine sinnlose Leistungsvermehrung fördert. Wir fordern Qualität statt Casemix-Punkte.

    Die Corona-Pandemie hat die Schwächen des Systems schonungslos aufgedeckt. Wir brauchen ein System, dass die verlässliche Finanzierung der Vorhaltekosten – vor allem der Personalkosten – sichert und mit einer leistungsbezogenen – nicht mengenbezogenen – Komponente kombiniert wird.

    7
    Für eine flächendeckende Notfallversorgung

    Wir wollen ein sinnvolles Ineinandergreifen von kassenärztlichem Notfalldienst, Rettungsdienst und stationärer Notfallversorgung. Wir brauchen keine neuen Strukturen, wie die die integrierten Notfallzentren, die die Abschottung der Sektoren zementieren. Wir Ärzte übernehmen gemeinsam Verantwortung.

    8
    Respekt vor dem Lebenswerk der älteren Generation

    Wir achten und respektieren alle Ärztinnen und Ärzte, die sich im Ruhestand befinden. Sie habe ihr Berufsleben unter schwierigen Bedingungen gestartet und nach der Wende das Gesundheitswesen in unserem Bundesland und die ärztlichen Standesvertretungen aufgebaut. Wir sind ihnen zu tiefster Dankbarkeit verpflichtet und werden sie in das Kammerleben einbeziehen.

    9
    Für eine gerechte und auskömmliche Rente

    Trotz Finanzkrise hat das kapitalgedeckte System der berufsständischen Versorgung seine Überlegenheit gegenüber dem Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung bewiesen. Wir bezahlen mit unseren Steuern die Defizite der gesetzlichen Rentenversicherung, erhalten jedoch selbst keine Steuergelder. Damit tragen wir überproportional zur Sicherung der gesetzlichen Rentenversicherung bei und leisten einen großen Beitrag zum Solidarsystem.  Wir wehren uns gegen alle Versuche, die Versorgungswerke zu diskriminieren.

    10
    Für die gemeinsame Durchsetzung ärztlicher Interessen

    Ob angestellte, niedergelassene oder bei Behörden beschäftigte Ärzte, wir haben gemeinsame Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft. Nur gemeinsam sind wir stark. Wir sind gemeinsam Teil eines funktionierenden Systems und brauchen einander. Wir lassen uns nicht durch Partikularinteressen auseinanderdividieren. Beispielhaft sei die gemeinsame Erarbeitung eines Papiers zur Notfallversorgung von KBV und MB genannt.

    11
    Für mehr Ärztinnen in den Gremien der Ärzteschaft

    Die Medizin wird nicht weiblich, sie ist es schon. Unsere Kolleginnen sind nicht Bereicherung, sie haben auch den männlichen Kollegen die Augen dafür geöffnet, dass unser schöner Beruf mit einem erfüllten Privatleben vereinbar ist.  Der Marburger Bund hat in seinen Gremien eine Geschlechterquote eingeführt. Diese soll als Vorbild für die Kammergremien gelten.

    12
    Für endlich mehr Wertschätzung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

    Die anhaltende Verweigerung der öffentlichen Arbeitgeber von Tarifverhandlungen unter fadenscheinigen Argumenten ist nicht nur eine krasse Diskriminierung der Ärztinnen und Ärzte. Vielmehr wird hier fahrlässig mit dem Leben und der Gesundheit der Bevölkerung gespielt. Schluss damit. Die Ärzte des ÖGD haben das Recht, durch eine Gewerkschaft vertreten zu werden, die ihre Interessen wirklich vertritt. Wo wären wir in der Pandemieabwehr ohne die Kollegen des ÖGD?

    13
    Für die Förderung und Weiterentwicklung der Medizinerausbildung in Brandenburg

    Unsere Hochachtung gilt der Arbeit der Medizinischen Hochschule „Theodor Fontane“. Wir werden sowohl die MHB als auch den geplanten Campus in Cottbus voll unterstützen. Brandenburg braucht „Ärzte made in Brandenburg“.

    14
    Für die Integration unserer ausländischen Kollegen

    Es ist eine Schande, dass ein reiches Land wie Deutschland, seinen Bedarf an Ärztinnen und Ärztinnen dadurch decken muss, dass sie aus anderen Ländern, wo sie noch dringender gebraucht werden, abgeworben werden. Trotzdem müssen wir diese Kolleginnen und Kollegen mit voller Energie unterstützen. Dazu gehört sowohl die Hilfe beim Erlernen unserer Sprache als auch Orientierung in unserem komplizierten System und die freundschaftliche Zusammenarbeit. Brandenburg ist zwar nach den Ergebnissen der Landtagswahl politisch nach rechts gedriftet, es gibt aber keinen Platz für Diskriminierung im Gesundheitssystem.

    15
    Für den Erhalt unserer Umwelt für künftige Generationen

    Umweltschutz ist Gesundheitsschutz. Wir setzen uns für mehr Nachhaltigkeit und Achtung vor unserer natürlichen Umwelt ein. Die Kammer werden wir systematisch unter Beachtung der Umweltstandards weiterentwickeln.

    16
    Für die Sicherstellung des Katastrophen- und Zivilschutzes

    Die COVId-19 Pandemie hat aufgezeigt, dass der Katastrophen- und Zivilschutz in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurde. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgekosten im Milliardenbereich übersteigen bei weiten die Vorhaltekosten von Schutzausrüstungen im ABC-Katastrophen- und Zivilschutz. Brandenburger Ärzte fordern von der Gesundheitspolitik eine ausreichende Bevorratung und Bereitstellung von Schutzausrüstung, um Patienten- und Ärzteleben nicht zu gefährden.