Medizinstudierende im PJ sind keine Ersatzreserve! – Gute Lehre und einen besseren Umgang mit Fehlern sicherstellen

124. HV 2013 / Beschluss Nr. 31

Die 124. Hauptversammlung des Marburger Bundes hat beschlossen:

Vor dem Hintergrund gehäufter Klagen über den Einsatz von Medizinstudieren im Praktischen Jahr als personelle Einsatzreserve in Krankenhäusern fordert der Marburger Bund:

  1. Eine bessere personelle Ausstattung von Krankenhäusern, um eine fundierte praktische Ausbildung von Studierenden zeitlich besser ermöglichen zu können sowie die allgemeine Arbeitsbelastung zu reduzieren. PJ-Studierende sind keine Ersatzarbeitskräfte für den Krankenhausalltag.
  2. Das stetige Vorhandensein von Rücksprachemöglichkeiten für fachliche Fragen für Studierende in allen praktischen Anteilen des Studiums.
  3. Eine fachgerechte und zeitlich ausreichende Einführung in neu zu erlernende praktische Tätigkeiten.
  4. Die flächendeckende Etablierung von Fehlermanagementsystemen sowie eines problemlösungsorientierten Umgangs mit Fehlern im Krankenhausalltag.
  5. Die stärkere Verankerung der Themen "Fehlermanagement" sowie "Patientensicherheit" im Medizinstudium.
  6. Die Einführung von mindestens zwei Gesprächen pro Tertial im Praktischen Jahr (in Analogie zu den Weiterbildungsgesprächen in der Facharztweiterbildung) zur Gewährleistung eines kontinuierlichen Wissens- und Kompetenzzuwachses in der praktischen Ausbildung.
  7. Die auch zukünftige Gewährleistung einer schrittweisen Heranführung von Studierenden im Praktischen Jahr an neu zu erlernende Tätigkeiten. Die praktische Ausbildung von Medizinstudieren muss weiterhin gewährleistet bleiben und darf nicht zur Vermeidung juristischer Konsequenzen unterbleiben.