Pressemitteilung zum Kölner Klinikverbund

Kliniken der Stadt Köln dürfen nicht zerschlagen werden

Michael Krakau: Garant medizinischer Versorgung in Köln / Sanierungskonzept nötig

Köln, 06.02.2018 – Die geplante Übernahme der Kliniken der Stadt Köln durch die Uniklinik Köln kann nur gelingen, wenn das vorhandene ausgezeichnete medizinische Versorgungsangebot in der gesamten rheinischen Metropole dauerhaft gesichert wird. „Der Kölner Klinikverbund darf nicht zur Zerschlagung der Kliniken der Stadt Köln und einem damit verbundenen Abbau wohnortnaher medizinischer Leistungsfähigkeit führen, warnt der Kölner Arzt Michael Krakau, zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RP.

„Im Zuge der geplanten Übernahme dürfen die Kliniken der Stadt Köln mit ihren drei Standorten nicht einfach passend zurechtgeschnitten werden. Vielmehr sollte ein nachhaltiges Konzept für deren Sanierung erarbeitet werden“, fordert Michael Krakau.

„Hier steht aber nicht nur die Stadt Köln in der Verantwortung: Während die Uniklinik aus dem Landeshaushalt eine dreistellige Millionensumme für bauliche Maßnahmen erhält, leiden die Kliniken der Stadt Köln seit Jahrzehnten unter der unzureichenden Finanzierung ihrer notwendigen Investitionen durch das Land“, erklärt Michael Krakau.

„Diese müssen notgedrungen aus den laufenden medizinischen Betriebseinnahmen finanziert werden. Dadurch sind bei den Kliniken der Stadt Köln Defizite vorprogrammiert“, so Krakau. Auch die zusätzliche Finanzspritze aus dem Landeshaushalt 2016 löst nicht das Problem der Unterfinanzierung.

Klinische Studienplätze müssen in Köln erhöht werden

„Mit den beiden großen rechtsrheinischen Standorten Merheim und Holweide sowie der linksrheinischen Kinderklinik bieten die drei Kliniken der Stadt Köln der gesamten Kölner Bevölkerung eine medizinische Versorgung an“, erinnert Michael Krakau. „Mit allen notwendigen Leistungen, von der Grundversorgung bis hin zur Spitzenmedizin.“

Im Zuge einer Übernahme dürfe in Köln keine gefährliche Rotstiftpolitik vollzogen werden. „Es darf nicht nur um wirtschaftliche Aspekte gehen. Vielmehr muss bei einer Neustrukturierung die wohnortnahe Versorgung durch die drei Kölner Kliniken erhalten bleiben“, erklärt Michael Krakau. „Der Abbau von Abteilungen in den Kliniken der Stadt unter einem Deckmantel der Herstellung von Synergien wäre unverantwortlich.“

„Spitzenmedizin darf es nicht nur auf der linken Rheinseite geben, wo die Uniklinik Köln ihren Standort hat. Ziel muss ein medizinisches Versorgungskonzept für das gesamte Stadtgebiet mit Spitzenmedizin auf universitärem Niveau sein“, unterstreicht Krakau.

Zudem sollte bei einer Übernahme die einzigartige Chance genutzt werden, die Zahl der klinischen Studienplätze in Köln zu erhöhen. „Wir erleben schon heute einen Ärztemangel, der sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen wird. Die Zahl der vorhandenen Studienplätze in NRW reicht bei weitem nicht aus, um die offenen Arztstellen wieder zu besetzen. Nur mit zusätzlichen Studienplätzen können wir die ärztliche Versorgung zukunftsfester machen.“