Mutterschutz

Mutter und Kind im Mittelpunkt

Regelungen gelten seit dem 1. Januar auch für Studentinnen

Von Alexandra Kretschmer

Nach einer Neufassung des Mutterschutzgesetzes werden Studentinnen ab dem 1. Januar 2018 in das Mutterschutzgesetz einbezogen. Dies gilt auch für schwangere oder stillende Studentinnen im PJ, die nach einem bestimmten Ausbildungsplan in Lehrkrankenhäusern und Lehrpraxen eingesetzt werden.

Das Mutterschutzgesetz verbietet Tätigkeiten, die mit einer Gesundheitsgefährdung und/oder Krankheitsübertragung auf die Schwangere oder das Kind verbunden sind. Dementsprechend ist den Lehrbetrieben auferlegt, die Einsatzbedingungen und Einsatzzeiten von Studentinnen so zu organisieren, dass etwaige Gefährdungen ausgeschlossen sind. Erst wenn Sicherheit oder Gesundheit von Mutter und Kind selbst nach Einhaltung von Schutzstandards mit Wahrscheinlichkeit gefährdet sind, kann es zu einem Beschäftigungsverbot kommen. Die Entscheidung über ein Verbot sollte daher außer bei gesetzlich spezifizierten Beschäftigungsverboten bzw. Überschreitung feststehender wissenschaftlicher Grenzwerte immer anhand des individuellen Tätigkeitsprofils der Schwangeren bzw. deren persönlichen Immunstatus gefällt werden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Keine Durchführung von körperlich schwerer Arbeit.
  • Keine Durchführung von Tätigkeiten, bei denen PJlerinnen schädlichen Einwirkungen von Nässe, Lärm oder Erschütterungen ausgesetzt sind.

Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung und Immissionen, nur soweit trotz üblicher Hygiene und Schutzmaßnahmen (z.B. ausreichender Impfschutz, Schutzkittel, -brille, -handschuhe oder Atemschutz) oder bei Überschreitung erlaubter Grenzwerte Gefährdung wahrscheinlich bzw. „unverantwortbar“ ist.

  • Keine Ausübung von Arbeiten, die ständiges Strecken, Beugen, Hocken oder Bücken erfordern.
  • Kein ständiges Stehen über eine lange Zeit, insbes. nicht auf engem Raum.
  • Keine Nachtarbeit und keine Mehrarbeit (mehr als 8,5 Stunden bzw. 90 Stunden in der Doppelwoche).
  • Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Arbeitszeiten bis 22 Uhr, nur mit Einverständnis der Frau.
  • Zeitlich beschränkte Beschäftigungsverbote – sechs Wochen vor Entbindung, mit der Möglichkeit jederzeit widerruflich weiterzuarbeiten, bzw. acht bzw. zwölf Wochen nach der Entbindung ohne Möglichkeit des freiwilligen Weiterarbeitens.

Vor der Schwangerschaft Impfstatus prüfen und evtl. auffrischen bzw. bei Kenntnis der Schwangerschaft weitergehende Informationen (z.B. Merkblatt des Marburger Bundes zum Mutterschutz (bei Geschäftsstellen der Landesverbände oder im Internet unter http://weiter.es/-NN6Rx), bzw. Merkblätter der Landesämter für Arbeitsschutz zum Mutterschutz im Krankenhaus oder dem Gesundheitswesen) einholen oder Beratung suchen (z.B. betriebsärztlicher Dienst).

Zur Autorin

Verbandsjuristin Alexan­dra Kretschmer ist stellvertretende Geschäftsführerin des MB-Landesverbands Hessen.

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