Frauen denken anders

Von Dr. M B

Frauen denken zu viel. Diese Meinung von manchem, der von seiner Partnerin nur ungern beim Seitensprung erwischt werden will, wird nun wissenschaftlich unterstützt. Immerhin konnten die Forscher zwar auch bei Männern Denkvorgänge beobachten. Die weiblichen Gehirne sollen aber sowohl in Ruhe als auch beim Lösen von Aufgaben aktiver gewesen sein als die männlichen. Das behaupten zumindest D. Amen et al., nachdem sie rund 40.000 Hirnscans von fast 130 gesunden Probanden und etwa 24.000 Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen auswerteten (J Alzheimers Dis, 2017; doi: 10.3233/JAD-170432). Das ruhende Gehirn gesunder Frauen war demnach in 65 Arealen aktiver als das der Männer, bei Konzentrationsaufgaben reagierten 48 Areale stärker. Nun ist Denken allein nicht unbedingt ein Vorteil. Manchmal könnte man sogar auf den Gedanken kommen, dass das Glück tatsächlich mit den Dummen ist. Auch im vorliegenden Fall scheint die zusätzliche Denk-Arbeit nicht nur vorteilhaft. Jedenfalls glauben die Forscher auf der richtigen Fährte zur Erklärung zu sein, warum Depressionen und Alzheimer bei Frauen, Verhaltenspro­bleme und Aufmerksamkeitsdefizit-Störungen wie ADHS bei Männern häufiger sind. So war beispielsweise der präfrontale Cortex bei Frauen aktiver. Diese Region hinter der Stirn wird beispielsweise für Impulskontrolle und Aufmerksamkeit verantwortlich gemacht. Nach Ansicht der Autoren könnte die stärkere weibliche Aktivität erklären, warum Frauen oft bessere Selbstkontrolle, Empathie und Begabung zur Kollaboration besitzen. Schade wäre es allerdings, gebe es weniger Frauen auf Chefpositionen, bloß weil sie intensiver nachdenken, bevor sie eine solche Stelle annehmen. Angebote für Führungspositionen im MB sollten jedenfalls so attraktiv sein, dass man sie auch mit Nachdenken gut annehmen kann, meint

Ihr Dr. MB