PJ-Aufwandsentschädigung

Streit am UKSH: Marburger Bund appelliert an Lübecker Klinikleiter

MB-Landeschef Dr. Henrik Herrmann: Medizinstudierende in Klinikalltag eingebunden und wichtig für Ablauf in stationärer Versorgung

Kiel/Lübeck (jz).

Angesichts der derzeit laufenden Diskussion am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit seinen zwei Standorten in Kiel und Lübeck hat der MB-Landesverband Schleswig-Holstein an die Lübecker Klinikchefs appelliert, eine angemessene Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr (PJ) für Medizinstudierende zur Verfügung zu stellen.

Vor dem Hintergrund, dass die medizinische Ausbildung weder von der eigenen noch der finanziellen Leistungsfähigkeit der Eltern abhängen darf, kämpft der MB seit Jahren für eine faire Aufwandsentschädigung im PJ. Durchaus mit Erfolg. Lediglich 8 der 34 Universitätskliniken zahlen keine. Und das UKSH könnte hinzukommen, wenn sich nicht einige Lübecker Klinikchefs dagegen wehrten.

Bereits vor einem Dreivierteljahr traten die Lübecker Medizinstudierenden mit ihrer Forderung – im Schulterschluss mit den Kommilitonen in Kiel – an die Verantwortlichen he­ran. Ergebnis: Während sich in Kiel alle Klinik­direktoren für die Einführung einer angemessenen Aufwandsentschädigung aussprachen, stimmten in Lübeck von den 27 Klinikspitzen lediglich 14 dafür. Um jedoch eine landesweite Aufwandsentschädigung an beiden Standorten einzuführen, hatte UKSH-Chef Prof. Jens Scholz ein einstimmiges Votum zur Bedingung gemacht.

„Wir sprechen uns für die Einführung einer Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr aus, die die Medizinstudierenden in die Lage versetzt, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und hoffen sehr, dass die Klinik- und Institutsdirektoren des UKSH Lübeck sich dem Votum ihrer Kieler Kollegen anschließen“, so MB-Landeschef Dr. Henrik Herrmann „Viele Studierende finden sich gerade im letzten Jahr ihrer ärztlichen Ausbildung in einer prekären finanziellen Lage wieder“, verdeutlichte Tim Schulz, Vorsitzender der Fachschaft Medizin am UKSH Lübeck und MB-Sprecherratsmitglied. Denn wegen der Ausbildungszeiten im PJ, die vielfach einer 40-stündigen Arbeitswoche entsprächen, könnten die bis dahin ausgeführten nebenstudentischen Tätigkeiten nicht mehr fortgesetzt werden. Dabei gibt es gute Gründe, die Studierenden mit der Aufwandsentschädigung zu unterstützen. MB-Landesvize Joachim Schur: „Ein erfolgreiches Praktisches Jahr ist ein wichtiger Faktor, um die Medizinstudierenden an die eigene Klinik zu binden.“

Marburger-Bund-Landeschef Herrmann hofft, dass sich die Lübecker dem positiven Votum der Kieler Kollegen doch anschließen. Das UKSH hatte bei Redaktionsschluss Gesprächsbereitschaft signalisiert und ein Treffen mit den Studierenden in Aussicht gestellt.

Weitere Infos

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