FAQs - Ausländische Ärzte

Häufig gestellte Fragen von ausländischen Ärzten

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1. Welche Organisation ist zuständig für die Anerkennung von ausländischen Arztdiplomen?

2. Ist eine Arbeitsplatzzusicherung oder der Nachweis eines Wohnsitzes in Deutschland Voraussetzung, um einen Antrag auf Approbation/Berufserlaubnis stellen zu können? 

3. Kann ich die Gleichwertigkeit meiner  ärztlichen Ausbildung überprüfen lassen, auch wenn ich die für die Approbation erforderlichen Deutschkenntnisse noch nicht nachweisen kann?

4. Kann ich bei mehreren Approbationsbehörden gleichzeitig einen Antrag auf Approbation oder Berufserlaubnis stellen?

5. Welche Dokumente müssen für die Anerkennung eingereicht werden?

6. Welche Rolle spielt die Staatsbürgerschaft bei der Erteilung der Approbation?

7. Ich habe meine ärztliche Ausbildung in einem Land der Europäischen Union (EU), in Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz absolviert. Wird mein Arztdiplom anerkannt?

8. Ich habe meine ärztliche Ausbildung in einem EU-Land vor dem angegebenen Stichtag (vor dessen Beitritt zur EU) begonnen. Wird mein Arztdiplom anerkannt?

9. Ich habe meine ärztliche Ausbildung zu einer Zeit begonnen, zu der das Hoheitsgebiet des jetzigen EU-Landes (z.B. Litauen) zum Hoheitsgebiet eines anderen Staates (z.B. Sowjetunion) gehörte. Wird mein Diplom anerkannt?

10. Wo finde ich die Europäische Berufsanerkennungsrichtlinie im Internet?

11. Ich habe meine Ausbildung in einem Drittstaat (= Staat gehört nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum/Schweiz) absolviert. Wird mein Diplom anerkannt?

12. Ich habe meine ärztliche Ausbildung in einem Drittstaat (z.B. Argentinien) absolviert und eine Anerkennung in einem Mitgliedsstaat der EU (z.B. Spanien) erhalten. Wird meine ärztliche Ausbildung in Deutschland automatisch anerkannt?

13. Ich habe mein Medizinstudium im Ausland abgeschlossen, aber eine sich daran anschließende verpflichtende praktische Phase (z.B. Internship, Internatur, Foundation Year) noch nicht absolviert. Was soll ich tun, wenn ich in Deutschland ärztlich tätig werden möchte?

14. Kann ich einen Zuschuss für die Kosten erhalten, die mir im Rahmen des Anerkennungsverfahrens entstehen?

15. Was ist eine Kenntnisprüfung?

16. Wann muss die Kenntnisprüfung abgelegt werden?

17. Wie kann ich mich auf die Kenntnisprüfung vorbereiten?

18. Was kostet die Kenntnisprüfung?

19. Wie werde ich bezahlt, wenn ich mit einer Berufserlaubnis arbeite?

20. Für welchen Zeitraum kann eine Berufserlaubnis maximal ausgestellt werden?

21. Welche sprachlichen Voraussetzungen müssen für die Erteilung der Approbation erfüllt sein?

22. Welche sprachlichen Voraussetzungen müssen für die Erteilung der Berufserlaubnis erfüllt sein?

23. Was kostet die Fachsprachprüfung C1?

24. Welche Organisation ist für die Weiterbildung zum Facharzt zuständig?

25. Ich bin mit einer Berufserlaubnis in Deutschland tätig. Können mir die Zeiten ärztlicher Tätigkeit mit einer Berufserlaubnis später auf die Weiterbildung zum Facharzt angerechnet werden?

26. Muss ich mich bei der Landesärztekammer anmelden?

27. Wie sehen die Verdienstmöglichkeiten als Arzt und als Facharzt aus?

28. Wie sieht der Arbeitsmarkt aus und wo finde ich eine Stelle?

29. Welche Organisation kann mich arbeitsrechtlich beraten?


Aufgrund einer besseren Lesbarkeit wird im Text auf die weibliche Anredeform verzichtet. Frauen sind in den männlichen Berufsbezeichnungen selbstverständlich mit eingeschlossen.

Dieser Frage- und Antwortkatalog stellt nur eine rechtlich unverbindliche Empfehlung dar und ersetzt nicht die Beratung durch den für Sie zuständigen Marburger Bund Landesverband oder den Bundesverband, der Sie im konkreten Fall gerne unterstützt.

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Leiterin unseres Auslandsreferats:

Frau Ruth Wichmann

Telefon: +49 30 746846-30
E-Mail: ausland@marburger-bund.de


1.     Welche Organisation ist zuständig für die Anerkennung von ausländischen Arztdiplomen?

Alle ausländischen Ärzte, die in Deutschland ärztlich tätig werden wollen, müssen ihr Arztdiplom (ärztliche Ausbildung) von der zuständigen Landesbehörde anerkennen lassen. In einigen Bundesländern gibt es lediglich eine Approbationsbehörde, andere Bundesländer haben mehrere Approbationsbehörden in den verschiedenen Regionen. Zuständig ist die Behörde, in deren Einzugsbereich der Arzt arbeiten will (siehe Adressen der Approbationsbehörden).

Für die Anerkennung von Facharztdiplomen sind die Landesärztekammern zuständig. Die Anerkennung des Facharztdiploms obliegt der Landesärztekammer, in deren Einzugsgebiet der Arzt arbeiten will (siehe Adressen der Ärztekammern). Die meisten Heilberufe- und Kammergesetze setzen daneben auch eine Mitgliedschaft in der Ärztekammer voraus.   

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2.     Ist eine Arbeitsplatzzusicherung oder der Nachweis eines Wohnsitzes in Deutschland Voraussetzung, um einen Antrag auf Approbation oder Berufserlaubnis stellen zu können? :::

Eine Arbeitsplatzzusicherung oder der Nachweis eines Wohnsitzes in Deutschland ist keine Voraussetzung, um einen Antrag auf Approbation oder Berufserlaubnis stellen zu können. Der erklärte Wille des Antragstellers, im Einzugsbereich der Behörde eine ärztliche Tätigkeit aufnehmen zu wollen, reicht aus.

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3.     Kann ich die Gleichwertigkeit meiner ärztlichen Ausbildung überprüfen lassen, auch wenn ich die für die Approbation erforderlichen Deutschkenntnisse noch nicht nachweisen kann?

Ärzten, die ihre ärztliche Ausbildung außerhalb Deutschlands absolviert haben, ist auf Antrag ein gesonderter Bescheid über die Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation zu erteilen. Der Nachweis von Deutschkenntnissen ist hierfür nicht erforderlich. Die Approbation wird jedoch erst ausgestellt, wenn die notwendigen Deutschkenntnisse vorliegen und alle anderen Voraussetzungen erfüllt worden sind. 

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4.     Kann ich bei mehreren Approbationsbehörden gleichzeitig einen Antrag auf Approbation oder Berufserlaubnis stellen?

Nein. Der Antrag auf Approbation oder Berufserlaubnis darf nur bei der Behörde gestellt werden, in deren Einzugsbereich die ärztliche Tätigkeit angestrebt wird. Der Arzt muss sich also vor der Antragstellung entscheiden, in welcher Region er arbeiten will.

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5.     Welche Dokumente müssen für die Anerkennung eingereicht werden?

Die zuständige Approbationsbehörde erteilt Auskunft, welche Unterlagen für die Anerkennung des Arztdiploms notwendig sind (siehe Adressen der Approbationsbehörden).
Die zuständige Landesärztekammer erteilt Auskunft, welche Unterlagen für die Anerkennung des Facharztdiploms erforderlich sind (siehe Adressen der Ärztekammern). 

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6.     Welche Rolle spielt die Staatsbürgerschaft bei der Erteilung der Approbation? 

Seit dem Inkrafttreten des sogenannten Anerkennungsgesetzes am 1. April 2012 spielt die Staatsbürgerschaft bei der Erteilung der Approbation keine Rolle mehr.

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7.     Ich habe meine ärztliche Ausbildung in einem Land der Europäischen Union (EU), in Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz  absolviert. Wird mein Arztdiplom anerkannt?

Eine in der EU absolvierte ärztliche Ausbildung wird in Deutschland auf Antrag automatisch anerkannt, sofern die Qualifikation in der Europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG, Anhang  V Nr. 5.1.1) aufgeführt ist, die Mindestkriterien der Richtlinie eingehalten wurden und die Ausbildung nach dem angegebenen Stichtag begonnen wurde.

Da die EU mit Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz entsprechende Verträge abgeschlossen hat, ist eine in diesen Ländern absolvierte ärztliche Ausbildung den Abschlüssen aus den EU-Ländern gleichgestellt.

Sofern alle weiteren Erfordernisse (Deutschkenntnisse, gesundheitliche Eignung, Straffreiheit etc.) vorliegen, erhält der Antragsteller die Approbation.

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8.     Ich habe meine ärztliche Ausbildung in einem EU-Land vor dem angegebenen Stichtag (vor dessen Beitritt zur EU) begonnen. Wird mein Arztdiplom anerkannt?

Arztdiplome aus EU-Ländern, die eine Ausbildung bescheinigen, die vor dem Stichtag begonnen wurde, werden in Deutschland anerkannt, wenn der Antragsteller zusätzlich zu seinem Diplom eine Konformitätsbescheinigung der zuständigen Behörde des Ausbildungsmitgliedslandes einreicht. Aus dieser muss hervorgehen, dass seine ärztliche Ausbildung den Mindeststandards der Europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie entspricht. Alternativ kann der Antragsteller auch eine Bescheinigung des Ausbildungsmitgliedslandes (oder eines anderen EU-Landes) vorlegen, in der bezeugt wird, dass er in den letzten fünf Jahren vor Ausstellung der Bescheinigung mindestens drei Jahre ununterbrochen, vollzeitig, tatsächlich und rechtmäßig in seinem Beruf im EU-Mitgliedsland tätig war.  

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9.     Ich habe meine ärztliche Ausbildung zu einer Zeit begonnen, zu der das Hoheitsgebiet des jetzigen EU-Landes (z.B. Litauen)  zum Hoheitsgebiet eines anderen Staates (z.B. Sowjetunion) gehörte. Wird mein Diplom anerkannt?

Ein solches Diplom wird nur dann in Deutschland anerkannt, wenn die zuständige Behörde  bescheinigt, dass das Diplom in dem jetzigen EU-Mitgliedstaat die gleiche Rechtsgültigkeit hinsichtlich des Zugangs zum Beruf und dessen Ausübung besitzt, wie Diplome, die dort aktuell ausgestellt werden. Es muss zusätzlich eine Bescheinigung darüber vorgelegt werden, dass der Diplominhaber in den letzten fünf Jahren vor Ausstellung der Bescheinigung mindestens drei Jahre ununterbrochen, vollzeitig, tatsächlich und rechtmäßig im Hoheitsgebiet des jetzigen Mitgliedstaates ärztlich tätig war.

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10.  Wo finde ich die Europäische Berufsanerkennungsrichtlinie im Internet?

Die Europäische Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://ec.europa.eu/internal_market/qualifications/policy_developments/legislation/index_de.htm

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11.  Ich habe meine Ausbildung in einem Drittstaat (= Staat gehört nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum/Schweiz) absolviert. Wird mein Diplom anerkannt?  

Arztdiplome, die außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz erworben wurden, werden in Deutschland zunächst einer Gleichwertigkeitsprüfung  durch die zuständige Approbationsbehörde (siehe Adressen der Approbationsbehörden) unterzogen. Stellt die zuständige Behörde fest, dass eine Gleichwertigkeit des ausländischen Diploms gegeben ist oder Unterschiede in der Ausbildung durch einschlägige Berufserfahrung oder andere anerkannte Kenntnisse und Fähigkeiten (lebenslanges Lernen) ausgeglichen werden können und alle weiteren Voraussetzungen (Deutschkenntnisse, keine Straftaten, gesundheitliche Eignung etc.) vorliegen, erteilt sie die Approbation.

Vertritt die zuständige Behörde die Auffassung, dass signifikante Unterschiede zwischen der ärztlichen Ausbildung des Ausbildungslandes und der ärztlichen Ausbildung in Deutschland bestehen, kann sie auf das Ablegen einer Kenntnisprüfung (siehe Fragen 14-17) bestehen, sofern die Unterschiede in der Ausbildung nicht durch einschlägige Berufserfahrung oder andere anerkannte Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeglichen werden können. Die Berufserfahrung, Kenntnisse und Fähigkeiten können weltweit erworben worden sein. 

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Approbationsbehörde die ärztliche Ausbildung als nicht gleichwertig einstuft und aufgrund gravierender Abweichungen auch keine Kenntnisprüfung zum Nachweis eines gleichwertigen Kenntnisstandes angeboten wird. In diesen Fällen (ca. 1% der Anträge) ist eine ärztliche Tätigkeit in Deutschland nicht möglich. 

Bei der Gleichwertigkeitsprüfung und der Bewertung der Berufserfahrung und anderer anerkannter Kenntnisse und Fähigkeiten handelt es sich um eine Einzelfallprüfung durch die zuständige Behörde.

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12.  Ich habe meine ärztliche Ausbildung in einem Drittstaat (z.B. Argentinien) absolviert und eine Anerkennung in einem Mitgliedsstaat der EU (z.B. Spanien) erhalten. Wird meine ärztliche Ausbildung in Deutschland automatisch anerkannt?

Nein, eine in einem Drittstaat absolvierte ärztliche Ausbildung wird grundsätzlich einem individuellen  Gleichwertigkeitsverfahren (siehe Frage 11) unterzogen, auch wenn eine Anerkennung in einem EU-Mitgliedsstaat vorliegt. Dies gilt auch dann, wenn der Arzt in dem EU-Land  mindestens drei Jahre tätig war. Werden Unterschiede in der ärztlichen Ausbildung festgestellt, die nicht durch Berufserfahrung oder sonstige anerkannte Kenntnisse oder Fähigkeiten ausgeglichen werden können, muss der Arzt aber  anstelle der Kenntnisprüfung eine Eignungsprüfung ablegen. Gegenstand der Eignungsprüfung sind die Fächer, in denen Unterschiede festgestellt worden sind.

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13.  Ich habe mein Medizinstudium im Ausland abgeschlossen, aber eine sich anschließende verpflichtende praktische Phase (z.B. Internship, Internatur, Foundation Year) noch nicht absolviert. Was soll ich tun, wenn ich in Deutschland ärztlich tätig werden möchte?

Es wird dringend empfohlen zunächst die verpflichtende praktische Phase im Ausbildungsland zu absolvieren und erst nach vollständigem Abschluss der ärztlichen Ausbildung nach Deutschland zu kommen. Sich mit einer nicht abgeschlossenen ärztlichen Ausbildung beruflich in Deutschland zu integrieren, ist extrem schwierig.

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14.  Kann ich einen Zuschuss für die Kosten erhalten, die mir im Rahmen des Anerkennungsverfahrens entstehen?

Ausländische Ärzte, die sich seit mindestens drei Monaten in Deutschland aufhalten, können einen Zuschuss von bis zu 600 Euro erhalten. Voraussetzung für den „Anerkennungszuschuss“ ist, dass sie nur über geringe finanzielle Mittel verfügen und die Kosten nicht durch die Arbeitsagentur oder eine andere staatliche Stelle übernommen werden. Der Antrag muss vor dem Start des Anerkennungsverfahrens gestellt werden. Gefördert werden können unter anderem Kosten für Übersetzungen, Beglaubigungen von Zeugnissen, Gutachten und Gebühren.

Weitere Informationen zum „Anerkennungszuschuss“ und die Antragsformulare finden Sie im Portal „Anerkennung in Deutschland“ unter www.anerkennungszuschuss.de.  

Fragen zum Anerkennungszuschuss beantwortet das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH (Telefon: 0371 4 33 11 222, E-Mail: anerkennungszuschuss@f-bb.de, www.f-bb.de).  

 

15.  Was ist eine Kenntnisprüfung?

Die Kenntnisprüfung bezieht sich auf den Inhalt des deutschen Studiums. Der ausländische Arzt muss nachweisen, dass er über das gleiche Wissen verfügt, das von einheimischen Absolventen medizinischer Hochschulen verlangt wird. Seit dem Inkrafttreten einer Rechtsverordnung am 1. Januar 2014 liegt der Schwerpunkt der Prüfung auf den Fächern Innere Medizin und Chirurgie. Die Fragestellungen sollen ergänzend folgende Aspekte berücksichtigen: Notfallmedizin, Klinische Pharmakologie /Pharmakotherapie, Bildgebende Verfahren, Strahlenschutz, Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung. Zusätzlich kann die zuständige Behörde im Vorfeld der Prüfung ein Fach oder einen Querschnittsbereich als prüfungsrelevant festlegen, in dem sie wesentliche Unterschiede zwischen der ärztlichen Ausbildung in Deutschland und der Ausbildung des Antragstellers festgestellt hat.

Die Kenntnisprüfung ist eine mündlich-praktische Prüfung mit Patientenvorstellung und dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Sie kann maximal zwei Mal wiederholt werden.

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16.  Wann muss die Kenntnisprüfung abgelegt werden?

Der Zeitpunkt, zu dem die Prüfung abgelegt werden muss, variiert zwischen den einzelnen Bundesländern. So erhalten ausländische Ärzte oftmals eine Berufserlaubnis zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung (maximal für 2 Jahre), bevor die Prüfung absolviert werden muss. Das Absolvieren einer solchen Vorbereitungszeit ist keine Garantie dafür, dass die Kenntnisprüfung erfolgreich gemeistert wird. Eine gute theoretische Vorbereitung auf diese Prüfung ist deshalb sehr zu empfehlen.

Das Ableisten einer Vorbereitungszeit ist keine Voraussetzung, um zur Kenntnisprüfung zugelassen zu werden.

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17.  Wie kann ich mich auf die Kenntnisprüfung vorbereiten?

Verschiedene Institute offerieren in Deutschland Integrationskurse für ausländische Ärzte und bieten Vorbereitungskurse auf die Kenntnisprüfung an. Folgende Träger sind nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung der Arbeitsförderung (AZAV) bzw. der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung – Weiterbildung (AZWV) der Bundesagentur für Arbeit zertifiziert und nehmen Gutscheine der Arbeitsagenturen an:

Mit dem VIA-Institut in Nürnberg arbeitet der Marburger Bund seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen und hat eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Seit 2014 kooperiert der Marburger Bund ebenfalls mit dem mibeg-Institut in Köln.

Im Rahmen des IQ-Netzwerkes werden ebenfalls geförderte Vorbereitungskurse angeboten z.B.:

Weitere Kurse sind abrufbar unter:

http://www.netzwerk-iq.de/foerderprogramm-iq/landesnetzwerke.html
(siehe Handlungsschwerpunkt: Qualifizierung)

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18.  Was kostet die Kenntnisprüfung?

Die Gebühren für die Kenntnisprüfung variieren zwischen den einzelnen Bundesländern. Sie liegen zwischen € 245 im Saarland und € 1.100 in Hessen oder Rheinland-Pfalz.
(siehe Gebühren Kenntnisprüfung).

Da sich die Gebühren jederzeit ändern können, wird dringend empfohlen, sich bei der zuständigen Behörde nach den aktuellen Prüfungsgebühren zu erkundigen.

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19.  Wie werde ich bezahlt, wenn ich mit einer Berufserlaubnis arbeite?

Der Marburger Bund vertritt die Auffassung, dass Anspruch auf eine tarifgerechte Bezahlung besteht, da der ausländische Arzt auch mit einer Berufserlaubnis ärztlich tätig ist. In der Praxis ist eine solche Entlohnung leider nicht immer der Fall.

20.  Für welchen Zeitraum kann eine Berufserlaubnis maximal ausgestellt werden?

Seit dem  1. April 2012 wird eine Berufserlaubnis nur noch für maximal 2 Jahre ausgestellt. Eine Erteilung oder Verlängerung über diesen Zeitraum hinaus ist nur im besonderen Einzelfall oder aus Gründen der ärztlichen Versorgung der Bevölkerung möglich. Aus Gründen der ärztlichen Versorgung ist sie auch nur dann zulässig, wenn ein gleichwertiger Kenntnisstand nachgewiesen ist. Die Berufserlaubnis wird in diesem Fall auf das jeweilige Fachgebiet beschränkt.

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21.  Welche sprachlichen Voraussetzungen müssen für die Erteilung der Approbation erfüllt sein?

Eine Grundvoraussetzung, die jeder ausländische Arzt erfüllen muss, der in Deutschland tätig werden möchte, ist der Nachweis von angemessenen Deutschkenntnissen. Der Arzt muss die Behörde kontaktieren, in deren Einzugsbereich er seine Arbeit aufnehmen will (siehe Adressen der Approbationsbehörden). Die zuständige Behörde entscheidet, welches Niveau sie fordert und welche Zertifikate/Nachweise sie anerkennt.

Mit dem Ziel, eine Vereinheitlichung der Anforderungen herzustellen, hat sich die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Juni 2014 auf Eckpunkte für die erforderlichen Deutschkenntnisse verständigt. Man einigte sich unter anderem darauf, dass ausländische Ärzte mindestens über das allgemeinsprachliche Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) verfügen müssen. Zusätzlich ist ein spezieller Fachsprachentest zu absolvieren, der sich am Niveau C1 des GER orientieren soll. Nähere Informationen hierzu sind auf folgender Website zu finden:
https://www.gmkonline.de/documents/TOP73BerichtP_Oeffentl_Bereich.pdf

Eine Übersicht über die Umsetzung des GMK Beschlusses, der rechtlich nicht bindend ist, finden Sie hier: Deutschkenntnisse – Anforderungen in den Bundesländern für die Approbationserteilung. Da sich die Anforderungen jederzeit ändern können, wird dringend empfohlen, sich bei der zuständigen Approbationsbehörde nach den aktuellen Bestimmungen zu erkundigen.

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22.  Welche sprachlichen Voraussetzungen müssen für die Erteilung der Berufserlaubnis erfüllt sein?

In den meisten Bundesländern sind an die Erteilung der Berufserlaubnis dieselben sprachlichen Anforderungen geknüpft wie an die Approbationserteilung (siehe Frage 21). Abweichungen gibt es in folgenden Bundesländern:

  • Baden-Württemberg: Prüfungszertifikat B2 (GER) eines anerkannten Sprachinstituts. Der Fachsprachentest der Ärztekammer Baden-Württemberg muss zügig nachgereicht werden.
  • Berlin: Prüfungszertifikat B2 (GER) von telc, Goethe-Institut oder TestDaF
  • Brandenburg: Prüfungszertifikat B2 (GER) von telc, Goethe-Institut, TestDaF. Der Fachsprachentest der Ärztekammer Brandenburg muss innerhalb von drei Monaten absolviert werden.
  • Bremen: Prüfungszertifikat B2 (GER) eines anerkannten Sprachinstituts und persönliche Vorsprache bei der Behörde
  • Hamburg: Prüfungszertifikat B2 (GER) eines anerkannten Sprachinstituts

Da sich die Anforderungen jederzeit ändern können und in begründeten Ausnahmefällen auch Abweichungen möglich sind, wird dringend empfohlen, sich bei der zuständigen Approbationsbehörde nach den aktuellen Bestimmungen zu erkundigen.

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23.  Was kostet die Fachsprachprüfung C1?

Die Gebühren für die Fachsprachprüfungen C1 variieren zwischen den einzelnen Anbietern. Sie liegen derzeit zwischen € 275 für die Fachsprachprüfung der Landesärztekammer Brandenburg und € 450 für die Fachsprachprüfung der Landesärztekammer Hamburg (siehe Gebühren Fachsprachenprüfung).

Da sich die Gebühren jederzeit ändern können, wird dringend empfohlen, sich beim zuständigen Anbieter  nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Bitte beachten Sie auch, dass Sie den Anbieter nicht frei wählen können, sondern die Sprachanforderungen der jeweils zuständigen Approbationsbehörde erfüllen müssen (siehe Frage 21).

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24.  Welche Organisation ist für die Weiterbildung zum Facharzt zuständig?

Für alle Angelegenheiten ärztlicher Weiterbildung sind die Landesärztekammern als Körperschaften öffentlichen Rechts zuständig. Für jeden Arzt ist immer nur die Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer rechtsverbindlich, deren Mitglied er ist.

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25.  Ich bin mit einer Berufserlaubnis in Deutschland tätig. Können mir die Zeiten ärztlicher Tätigkeit mit einer Berufserlaubnis später auf die Weiterbildung zum Facharzt angerechnet werden?

Die Berufserlaubnis wird  Ärzten erteilt, bei denen wesentliche Unterschiede in der ärztlichen Ausbildung im Vergleich zur deutschen ärztlichen Ausbildung festgestellt worden sind oder bei denen die Feststellung der Gleichwertigkeit der ärztlichen Ausbildung noch nicht erfolgt ist. Die Berufserlaubnis  soll hauptsächlich der praktischen Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung dienen.  Einige Landesärztekammern erkennen derzeit noch Zeiten, in denen der Arzt mit einer Berufserlaubnis tätig war, auf die Weiterbildung an, sofern die Grundsätze der Weiterbildungsordnung eingehalten worden sind. Andere Landesärztekammern verlangen, dass zunächst die Approbation vorliegt, bevor mit der Weiterbildung  begonnen werden kann. Auskünfte über das Verfahren und Übergangsregelungen erteilen die jeweiligen Landesärztekammern.

Die Richtlinie 2013/55/EU musste bis zum 18. Januar 2016 in allen EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. In dieser Richtlinie ist vorgesehen, dass die Zulassung zur fachärztlichen Weiterbildung eine abgeschlossene ärztliche Ausbildung voraussetzt, die mindestens 5 Jahre und 5.500 Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung umfasst und als gültig anerkannt worden ist. Nach Rechtsauffassung des Marburger Bundes muss daher zunächst ein gleichwertiger Kenntnisstand der Ausbildung in Deutschland nachgewiesen werden und erst dann kann mit der Weiterbildung begonnen werden, da anderenfalls die EU Richtlinie 2013/55/EU nicht richtig umgesetzt würde.

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26.  Muss ich mich bei der Landesärztekammer anmelden?

Ja, alle in Deutschland tätigen Ärzte müssen Mitglied der zuständigen Landesärztekammer sein. Dies gilt sowohl für Ärzte während der Weiterbildung als auch für Fachärzte. 

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27.  Wie sehen die Verdienstmöglichkeiten als Arzt und als Facharzt aus?

Der Marburger Bund hat als einzige Ärztegewerkschaft in Deutschland Tarifverträge mit verschiedenen Krankenhausträgern abgeschlossen. Die Gehälter und die übrigen Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeitszeit) variieren leicht je nach Tarifvertrag.

In den kommunalen Krankenhäusern erhalten Ärzte derzeit ein monatliches Bruttogehalt zwischen  4.371,79 € (1. Jahr) und  5.619,63,44 € (6. Jahr). Die monatlichen Bruttogehälter für Fachärzte liegen zwischen  5.770,06 € (1. Jahr) und  7.4100,22 € (ab dem 13. Jahr). Diesen Gehältern liegt eine 40-Stunden-Woche zugrunde. Zusätzliche Dienste und Überstunden werden extra vergütet.  

Einen umfassenden Überblick über die Arzt-Tarife bei den verschiedenen Krankenhausträgern bietet die Berufseinstiegsbroschüre des Marburger Bundes.

Bei einer Beschäftigung als angestellter Arzt oder als Facharzt im ambulanten Bereich (Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum etc.) gelten diese Tarifverträge nicht unmittelbar, sollten aber bei der Aushandlung der Vergütung und der anderen Arbeitsbedingungen zugrunde gelegt werden. Der Marburger Bund hält hier Musteranstellungsverträge vor, die bei den Landesverbänden und/oder dem Bundesverband abgefordert werden können.

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28.  Wie sieht der Arbeitsmarkt aus und wo finde ich eine Stelle?

Während deutsche Großstädte kaum vom Ärztemangel betroffen sind, gibt es in ländlichen Gebieten und kleineren Städten viele offene Stellen. Stellen sind unter anderem in folgenden Medien ausgeschrieben:

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29.  Welche Organisation kann mich arbeitsrechtlich beraten?

Der Marburger Bund bietet allen Mitgliedern die kostenlose Prüfung ihrer Arbeitsverträge an und berät kostenlos in arbeitsrechtlichen Fragen. Der Service des Marburger Bundes geht jedoch weit über dieses Angebot hinaus. Nähere Informationen zu den Vorteilen einer Mitgliedschaft im Marburger Bund finden Sie unter: http://www.marburger-bund.de/mitgliederservice#rechtsberatung

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