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  • Bürokratieabbau

    Ein hoher Anteil der ärztlichen Tätigkeit besteht aus Dokumentation.

    Welche Maßnahmen zum Bürokratieabbau planen Sie für den Gesundheitsbereich (speziell in Kliniken und MVZ)?

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    CDU

    Wir sehen ebenfalls die dringende Notwendigkeit, verstärkt Maßnahmen zum Bürokratieabbau vorzunehmen, da sich diese nicht nur auf die ärztliche Berufsausübung auswirkt, sondern auch weniger Zeit für den Arzt-Patienten-Kontakt zur Folge hat.

    Wir begrüßen daher die entsprechenden Aussagen im Koalitionsvertrag auf Bundesebene wie aber auch die Bemühungen der Selbstverwaltung um Bürokratie im Gesundheitswesen abzubauen.

    Aus unserer Sicht sollten dabei insbesondere die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker genutzt werden. Weiterhin werden wir uns – nach entsprechendem Austausch mit der Selbstverwaltung, den Krankenkassen, der Krankenhausgesellschaft wie auch weiterer Ärzteverbände – für einen effektiven und konkreten Abbau von bürokratischen Vorgaben einsetzen.

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    DIE LINKE

    Dokumentationsaufgaben betreffen außerhalb der innerbetrieblichen Organisation insbesondere die Behandlungsdokumentation sowie die Abrechnung mit Kostenträgern.

    Die Dokumentation der medizinischen Behandlung ist ein originäres Patientenrecht und notwendig für eine gute interprofessionelle und intersektorale Behandlung (Case-Management). Sie sollte so aufwandsarm wie möglich gestaltet werden, kann aber schon aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht entfallen oder deutlich reduziert werden. Sofern neue Datenverarbeitungssysteme oder andere technische Ausrüstungen dazu beitragen können, die Erstellung der Behandlungsdokumentation einfacher zu gestalten, sollten diese genutzt werden.

    DIE LINKE befürwortet eine unkomplizierte und möglichst schnelle Abrechnung mit den Krankenkassen. Die dafür notwendigen Daten müssen jedoch vollständig und automatisiert lesbar übersandt werden, um unnötige Nachfragen von Seiten der Krankenkassen zu vermeiden.

    Wir sind offen für konkrete Vorschläge, wie der bürokratische Aufwand ohne Einbußen bei der Behandlungsdokumentation reduziert werden kann und wie eine möglichst reibungslose Abrechnung gewährleistet wird.

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    SPD

    Wir unterstützen gern, auch bei den Kostenträgern, alle Initiativen und Maßnahmen, um überflüssige Bürokratie abzubauen.

    Mit der Einrichtung des dualen Studienganges „Physician Assistant“ (Arztassistent) haben wir auf den wachsenden Bedarf der Dokumentation im Gesundheitssektor reagiert und bilden gezielt Fachkräfte für dieses neue Berufsfeld aus. Weitere Arztassistenten auszubilden, kann zur Entlastung in Kliniken, Polikliniken Plus oder Medizinischen Versorgungszentren führen.

    Außerdem ist es uns wichtig, die Digitalisierung für eine Entlastung von bürokratischen Prozessen zu nutzen. Grundsätzlich wollen wir den Vertrauensgrundsatz als Maxime behördlichen Handelns stärken. Daher haben wir bei den jüngsten Förderrichtlinien die Verwendung von Pauschalen deutlich vorangebracht und setzen diesen Weg fort.

    4
    AFD

    Der Bürokratieaufwuchs in allen Bereichen des Gesundheitswesens ist Ausdruck des Kostendrucks im gesamten System. Die Nachweispflichten zur Abrechnung der Krankenhausfälle sind enorm und stellen eine unnötige Kontrollbürokratie dar.

    Wir brauchen zur Reduktion der Bürokratie eine gemeinsame Aktion der Beteiligten aus Selbstverwaltung, Politik und Kostenträgern. Dies kann aber nur auf Bundesebene erfolgen. Zudem muss der Kostendruck aus dem Gesundheitssystem genommen werden. Hierzu ist die Abkehr vom Fallpauschalensystem im Krankenhaus eine Maßnahme.

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    Bündnis 90/DIE GRÜNEN

    Durch einen Bürokratieabbau in den medizinischen Berufen sollen Ärzt*innen und Pflegende mehr Zeit mit den Patient*innen verbringen können statt am PC. Damit das gelingt, sind bei Gesetzgebungsverfahren - auch in Sachsen - die Regelungen auf das Notwendige zu beschränken und die über die Ministerien erarbeiteten Förderverfahren schlank zu halten.

    Über viele Jahre hinweg wurde ein Verwaltungsmonstrum geschaffen, von dem nur wenige profitieren, wie zum Beispiel die Sächsische Aufbaubank. Förderrichtlinien und -verfahren müssen grundsätzlich überarbeitet, vereinfacht und transparent gestaltet werden.

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    FDP

    Unsere Antwort auf Bürokratieabbau lautet Digitalisierung. Viele Dinge werden heute ohnehin digital erfasst und dokumentiert. Leider scheitert es innerhalb der Einrichtungen häufig an der Integration der Systeme. Das kostet Geld und dafür muss (zumindest in den Kliniken) der Freistaat aufkommen.

    Zwar ist eine gute Nachvollziehbarkeit und lückenlose Dokumentation wichtig, aber nicht die heutige mehrfache Dokumentation.

    Die Dokumentationspflichten gegenüber den Leistungsträgern müssen, sollte es bei diesen kein Einsehen geben, endlich begrenzt werden. Auch sollen Leistungsträger keine zusätzlichen Begründungen für ärztlich verordnete und im Arztbrief nachvollziehbar erklärte Behandlungen verlangen dürfen. Nur was eindeutig unklar ist, darf kurz nachgefragt werden. Eine Ergänzung zu dem Brief oder Befund muss der Kasse genügen. Die viel zu engen zeitlichen Fristen müssen wieder verlängert werden. OP-Berichte und Vershchlüsselung sollen kein Wettrennen gegen die Zeit sein. Mit der besseren Anerkennung medizinischer Assistenzberufe möchten wir die Ärzte und Pflegenden von Dokumentationsaufgaben entlasten.