Betriebsratswahl 2018

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Vor Ort Probleme kontrollieren, monieren und beseitigen

Die Bedeutung der Betriebsratsarbeit für den Marburger Bund und seine Mitglieder

Von Dr. Melanie Rubenbauer

„Jetzt auch noch die Betriebsratswahlen“, werden Sie vielleicht sagen. „Die vom Marburger Bund sollen sich lieber auf Ihre Tarifarbeit konzentrieren. Im Betriebsrat werden wir uns sowieso nie durchsetzen.“

FALSCH GEDACHT, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zwar werden durch die Tarifverträge, die der Marburger Bund für Sie, die Ärztinnen und Ärzte in der Klinik, mit den Arbeitgebern verhandelt, eigentlich bereits alle wichtigen Eckpunkte der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsumfelds in einer Klinik geregelt. Beispielhaft seien hier nur die Arbeitszeiten, die Vergütung, die Fort- und Weiterbildung, und der Urlaub genannt.

Dennoch herrscht, trotz aller positiver Änderungen und Verbesserungen durch die Tarifverträge des Marburger Bundes, vor allem bei Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung, noch Unzufriedenheit.

Zudem ist leider festzustellen, dass viele Regelungen aus dem Tarifvertrag vielerorts teils mehr, teils weniger kreativ umgangen werden oder sogar dagegen verstoßen wird. Auch können Gesetze und Tarifverträge nicht alles abschließend oder nur als „Rahmen“ regeln, sodass zu verschiedenen Themen und Fragen Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden.

Der Marburger Bund berät natürlich seine Mitglieder und steht ihnen auch juristisch zur Seite, viele Probleme kann jedoch vor allem der Betriebsrat – wie auch sein Pendant, der Personalrat in den Häusern des öffentlichen Rechtes, oder die Mitarbeitervertretung in kirchlichen Häusern – gezielt direkt vor Ort mit seinen gesetzlichen Instrumenten von Mitbestimmung und Mitwirkung aktiv kontrollieren, monieren und beseitigen.

Um den Arbeitsplatz Krankenhaus aktiv mitzugestalten und auch vor Ort ein hohes Durchsetzungspotenzial zu haben, ist es unverzichtbar, dass sich auch Ärztinnen und Ärzte zur Wahl für den Betriebsrat stellen. Nur wenn wir in ausreichender Zahl im Betriebsrat vertreten sind, können die ärztlichen Probleme und Interessen entsprechend vorgebracht und durchgesetzt werden.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist wichtig, dass man als Betriebsrat nicht nur für die eigenen berufsgruppenspezifischen Interessen kämpft, sondern immer das große Ganze im Auge hat und sich auch für andere Berufsgruppen engagiert, um für ein gutes Mitei­nan­der zu sorgen.

Je besser und reibungsloser die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen im Betriebsrat funktioniert, umso besser können die Interessen aller Mitarbeiter durchgesetzt werden. Ärztinnen und Ärzte, egal in welcher Position, vom Arzt in der Weiterbildung bis zum Oberarzt, können dabei häufig die Rolle des Vermittlers übernehmen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es oft eine besondere Herausforderung ist, die Zeit für die Betriebsratsarbeit zu finden. Es gilt daher, auch innerhalb der eigenen Abteilung, um Akzeptanz und Unterstützung für diese wichtige Tätigkeit zu werben. Es lohnt sich bei Interesse, auch hier einfach nachzufragen, ob man nicht vom Chef sogar Unterstützung findet. Das kommt auch seiner Abteilung häufig zugute!

In der Arbeit als Betriebsrat erhält man diffizile Einblicke in die Arbeit vieler Berufsgruppen und ein deutlich besseres Verständnis für die Probleme und Schwierigkeiten anderer Arbeitnehmer oder Arbeitnehmergruppen. Man schaut über den eigenen Tellerrand hi­naus und erhält neue Erkenntnisse. Man betrachtet die (Klinik-)Welt aus einem oft völlig anderen Blickwinkel. Dies ist extrem interessant und man reflektiert vieles neu.

Zwischen dem 1. März und dem 31. Mai 2018 sind nach dem Betriebsverfassungsgesetz bundesweit in vielen Kliniken die Betriebsratsgremien neu zu wählen. Um eine erfolgreiche Wahl zu gewährleisten muss rechtzeitig mit der Wahlplanung begonnen werden. Wir möchten Sie als angestellte Ärztinnen und Ärzte bereits jetzt auffordern, sich aktiv vor Ort in Ihrer Klinik für die Betriebsratswahl als Kandidat zur Wahl oder Wiederwahl zur Verfügung zu stellen, und werden Ihnen sowohl bei dem Wahlkampf als auch nach der Wahl gerne unterstützend, helfend und beratend zur Seite stehen.

Eine bundesweite Betriebsräte-Konferenz ist für den Oktober geplant.

Für Sie und uns bedeutet dies bereits ab Juni dieses Jahres beginnend, die Ärmel hochzukrempeln, sich zu engagieren und Ihre Wahl mit unserer Unterstützung vorzubereiten, damit sie möglichst erfolgreich verläuft! Nur gemeinsam sind wir stark!


Zur Autorin

Dr. Melanie Rubenbauer ist MB-Bundesvorstandsmitglied und als solches Vorsitzende des Arbeitskreises Mitarbeitervertretung.