"Unser Gesundheitswesen muss krisenfest werden!"

Kammerpräsident Sven Dreyer verweist auf unzureichende Krisen-Vorbereitung
16.März 2026
Die Herausforderungen für die gesundheitliche Versorgung sind hierzulande enorm. „Die vergangenen Jahre haben uns schmerzhaft vor Augen geführt, wie verletzlich unser Gesundheitswesen ist. Pandemie, Flut im Ahrtal, unterbrochene Lieferketten, Cyberangriffe auf Krankenhäuser und geopolitische Spannungen haben das Vertrauen in vermeintliche Sicherheiten erschüttert“, äußerte sich heute der nordrheinische Kammerpräsident Dr. med. Sven Dreyer im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.
Kammerpräsident Dr. med. Sven Dreyer fordert eine bessere Vorbereitung auf mögliche Krisenszenarien.
Kammerpräsident Dr. med. Sven Dreyer fordert eine bessere Vorbereitung auf mögliche Krisenszenarien.

Ernüchternd sei die erste Bilanz vieler Analysten: „Unser Gesundheitswesen ist auf künftige Bedrohungslagen nur unzureichend vorbereitet“, hob Dr. Dreyer zum Auftakt der 5. Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hervor, die sich ausführlich dem Thema „Resilienz im Gesundheitswesen“ widmet.

Die Gesundheitsministerin Nina Warken habe es auf der Münchener Sicherheitskonferenz auf den Punkt gebracht: Ein resilientes Gesundheitswesen ist kein Luxus, sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit!

„Ich möchte hinzufügen, ohne ausreichend geschultes Personal bleibt jede gesetzliche Reglung ein Papiertiger.“ Das Auslaufen des Paktes für den ÖGD halte ich für falsch und plädiere für eine Revidierung dieser Entscheidung.“

Kriegsangst, Klimakrise, Wohnungsnot und Angst vor sozialem Abstieg dominierten längst das Lebensgefühl der Menschen. Ein wachsender Teil der Bevölkerung reagiere aus dieser Angst mit tiefer Wut auf die Politik demokratischer Parteien, mache sie für Krisen verantwortlich.

„Was hat das mit uns zu tun? Ärztliche Berufsausübung kann nur im Einklang mit dem Genfer Gelöbnis und im Einklang in einem demokratischen System gelingen“, betonte Dr. Dreyer.

Der Blick müsse in die Länder gerichtet werden, in denen die Würde des Einzelnen nichts mehr gelte, in denen es keine Gewaltenteilung, Wissenschafts-, Presse- und Meinungsfreiheit mehr gebe.

„Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass Ärztinnen und Ärzte etwa im Iran verfolgt werden, weil sie ihrer berufsethischen Pflicht nachkommt.“ Schauderhaft sei, dass die Zahl gezielter Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Beschäftigte in Konfliktzonen sich verdreifacht habe.