Bereit für ein bedeutenden Wahljahr

Hauptversammlung
23.März 2026
Hamburg
Auf der Hauptversammlung des Marburger Bundes Hamburg am 16. März wurde turnusmäßig der Landesvorstand gewählt.
Dr. Alexander Schultze, Dr. Jara Pascale Schlichting, Dr. Nora Henk, Dr. Pedram Emami, Dr. Kathrin Zimmermann-Lütz, Dr. Kathrin Schawjisnki und Norbert Schütt (v.l.)
Dr. Alexander Schultze, Dr. Jara Pascale Schlichting, Dr. Nora Henk, Dr. Pedram Emami, Dr. Kathrin Zimmermann-Lütz, Dr. Kathrin Schawjisnki und Norbert Schütt (v.l.)

Dr. Pedram Emami, 1. Vorsitzender des MB Hamburg, begrüßte die Mitglieder und blickte zunächst auf das vergangene Jahr zurück. Er thematisierte dabei erneut die Mitgliederumfrage sowie die Podiumsdiskussion zu Führungskultur und Machtstrukturen. „Die Umfrageergebnisse waren – wie erwartet – erschütternd“, bilanzierte er. „Wir haben im Medizinwesen massiven Nachholbedarf.“

Der MB Hamburg wolle daher den Kulturwandel aktiv vorantreiben, wobei der Fokus besonders auf der ärztlichen Weiterbildung liege, da hier das Machtgefälle am deutlichsten spürbar sei. In diesem Zusammenhang unterstrich Dr. Emami die Rolle der Ärztekammer, die auf das Feedback aller Beteiligten angewiesen ist, um strukturelle Probleme wirksam anzugehen.

Appell zur Kammerwahl 2026

Ein zentrales Thema der Versammlung war die im Herbst 2026 anstehende Kammerwahl. Damit der MB auch künftig in der Delegiertenversammlung der Ärztekammer Hamburg die Richtung vorgeben kann, sei eine hohe Wahlbeteiligung unter den angestellten Ärztinnen und Ärzten entscheidend.

Dr. Emami wies darauf hin, dass etwa drei Viertel der berufstätigen Ärzteschaft angestellt sind, ihre Wahlbeteiligung jedoch traditionell hinter der der Selbstständigen oder der Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand zurückbleibt. „Meine Botschaft an Sie: Gehen Sie wählen – und motivieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen“, betonte Emami. Eine hohe Wahlbeteiligung sei auch für die Legitimation der ärztlichen Selbstverwaltung wichtig, um gegenüber der Politik mit starker Stimme aufzutreten.

Katharina von der Heyde, Geschäftsführerin des MB Hamburg, stellte der Hauptversammlung das Team der Geschäftsstelle vor, das im Bereich Mitgliederverwaltung mit Andrea Wolf und Ingo Neitzel und in der Rechtsabteilung mit Michael Johanningmeier verstärkt wurde. Von der Heyde gab einen Einblick zu Schwerpunkten bei den weiterhin beständig ansteigenden Rechtsanfragen. In vielen Tarifbereichen können Ärztinnen und Ärzte beispielsweise Verspätungszuschläge geltend machen, wenn der Dienstplan nicht fristgerecht vorliegt. „Das sind oft auf einen Schlag mehrere Tausend Euro für ein Mitglied“, machte von der Heyde deutlich. Auch Anfragen wegen Benachteiligung nähmen zu.

Finanzvorstand Dr. Alexander Schultze hob die besondere Tarifsituation in Hamburg hervor. Beim TV-Ärzte/VKA in der Hamburger Fassung habe man „das Beste aus zwei Welten“ verbinden können. Dieser Vertrag sei auch maßgeblich für die tarifliche Entwicklung in anderen Hamburger Kliniken. 

Der neu gewählte Landesvorstand

Nach vierjähriger Amtszeit wurde turnusgemäß der Landesvorstand gewählt. Dr. Emami bedankte sich für die stets inhaltlich konstruktive Zusammenarbeit. Der Innere Vorstand – bestehend aus Dr. Pedram Emami (1. Vorsitzender), Dr. Kathrin Schawjinski (2. Vorsitzende), Dr. Alexander Schultze (Finanzvorstand), Dr. Kathrin Zimmermann-Lütz und Norbert Schütt – stellte sich geschlossen erneut zur Wahl und wurde wiedergewählt. Veränderungen gab es im Äußeren Vorstand: Neben den bewährten Mitgliedern Christian Gittermann, Dr. Jara Pascale Schlichting und Dr. Monika Wolf wurden Dr. Nora Henk und Dr. Philipp Näther neu gewählt. Dr. Patrick Harmann und Dr. Dr. Sonja Semmusch waren nicht erneut angetreten, bleiben dem Landesverband aber weiterhin eng verbunden.

Ein besonderer Dank ging auch an die Studierendenvertretung, die wichtige Impulse für die Zukunft des Landesverbandes setzt. Am 11. März wurde auch diese turnusmäßig gewählt: Die bisherigen Mitglieder Tobias Bokowski und Greta Klohk sowie Neuzugang Georg Gaentzsch bilden ein starkes Team für die kommenden Jahre. In der konstituierenden Sitzung des Vorstands wurde Bokowski in den Vorstand kooptiert.

Mit einem erfahrenen Landesvorstand, tarifpolitischen Erfolgen im Rücken und kontinuierlich wachsenden Mitgliederzahlen ist der Marburger Bund Hamburg gut aufgestellt, um sich auch künftig mit Nachdruck für die Interessen der Hamburger Ärzteschaft einzusetzen und zugleich wichtige Impulse zu geben.