Studium im Fokus: MB Sachsen trifft Studierende aus Leipzig und Dresden

Studierende
29.April 2026
Dresden
Zur Landesvorstandssitzung am 26. März 2026 in Dresden lud der MB Sachsen engagierte Studierende aus Leipzig und Dresden ein. Vier von ihnen folgten der Einladung und brachten ihre Perspektiven und Erfahrungen aus dem Studienalltag ein.

Der gemeinsame Austausch machte deutlich, wie groß der Bedarf an klaren Strukturen und verlässlichen Rahmenbedingungen im Medizinstudium weiterhin ist. Einige der Themen waren auch den Vorstandsmitgliedern noch aus ihrer eigenen Studienzeit vertraut – gleichzeitig wurde sichtbar, dass in den letzten Jahren bereits wichtige Fortschritte erreicht wurden, auf denen sich weiter aufbauen lässt.

Ein zentrales Anliegen der Studierenden bleiben die Forderungen des Aktionstags „Faires PJ“. An beiden sächsischen Universitäten gab es in den vergangenen Jahren rund um den Aktionstag entsprechende Initiativen für Studierende der Humanmedizin, die vom MB Sachsen unterstützt wurden. Auch für die Zukunft wünschen sich die Studierenden hier eine starke Begleitung durch den Marburger Bund. Besonders kritisch werden unklare Zuständigkeiten sowie kurzfristige Kürzungen der Vergütung im PJ gesehen. Der Marburger Bund fordert eine verbindliche Mindestvergütung von 1.500 Euro im Monat.

Sorgen bereiten den Studierenden zudem die möglichen Auswirkungen der Krankenhausreform. Insbesondere ein potenzieller Stellenabbau bei Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung wird mit großer Aufmerksamkeit und Sorge verfolgt.

Für zusätzlichen Unmut sorgte in Dresden die kurzfristige Kündigung der Campuslizenz für die Lernplattform Amboss – und das mitten in der Prüfungsphase. Zwar besteht weiterhin ein eingeschränkter, kostenpflichtiger Zugang, dennoch stieß die Entscheidung auf Kritik. Im Gespräch wurde auch sichtbar, wie unterschiedlich Nutzung und Verfügbarkeit von Lernplattformen an den Standorten sind – und wie wichtig stabile und verlässliche Kooperationen für den Studienalltag bleiben.

Ein weiteres Thema war die teilweise intransparente Vergabe von Promotionsstellen, insbesondere an der Universität Leipzig. Fehlende zentrale Plattformen und uneinheitliche Rückmeldungen erschweren vielen Studierenden den Zugang zu Promotionsmöglichkeiten. Positiv hervorgehoben wurden hingegen bestehende Informationsangebote wie der Dies Academicus in Dresden sowie die Promotionsseminare des MB.

Abgerundet wurde das Treffen durch einen Bericht vom Bochumer Symposium zur 
„(Inter-) Professional Identity Formation“. Jette Schüler aus dem Sprecherrat der Studierenden nahm dort als Vertreterin des MB Sachsen teil und brachte wertvolle Impulse zu modernen Lehrkonzepten im Medizinstudium mit. Insgesamt gab es auch viele positive Rückmeldungen zu bestehenden Angeboten des MB Sachsen, etwa zu Berufseinstiegsseminaren und zur Unterstützung studentischer Veranstaltungen.

Der offene und konstruktive Dialog unterstrich, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Studierenden und Verband ist. Der MB Sachsen nimmt die Impulse aus dem Gespräch mit, um die Studien- und Arbeitsbedingungen auch künftig aktiv mitzugestalten und weiter zu verbessern.