Landesärztekammer fordert weiteren Ausbau der Medizin-Studienplätze in Rheinland-Pfalz

Ärztestatistik 2025 - demografischer Wandel in Rheinland-Pfalz schreitet voran
04.Mai 2026
Mehr als die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte in Rheinland-Pfalz (54 Prozent) ist älter als 50 Jahre. Die Zahl geht aus der aktuellen Ärztestatistik (Stichtag 31.12.2025) der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz hervor. Die Altersverteilung der Statistik weist aus, dass 13.404 der insgesamt 25.025 Ärzte 50 Jahre oder älter sind. „Die Altersverteilung belegt, vor welchen Herausforderungen die Gesundheitsversorgung im Land steht“, sagt der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. med. Günther Matheis: „Besonders in ländlichen Regionen müssen sich die Patienten auf weitere Wege in die Praxis einstellen.“
Der rheinland-pfälzische Kammerpräsident Dr. med. Günther Matheis fordert angesichts der demographischen Entwicklung mehr Studienplätze für Medizin in Rheinland-Pfalz.
Der rheinland-pfälzische Kammerpräsident Dr. med. Günther Matheis fordert angesichts der demographischen Entwicklung mehr Studienplätze für Medizin in Rheinland-Pfalz.

Ein Glück für die ärztliche Versorgung ist, dass viele Ärzte im fortgeschrittenen Alter weiterarbeiten – im Jahr 2025 waren das 2.506 der 5.669 über 65 Jahre alten Ärzte. Fast zwei Drittel von ihnen, nämlich 1.540, sind im ambulanten Bereich beschäftigt, 334 arbeiten stationär. „Wir sind sehr dankbar, dass viele Medizinerinnen und Mediziner auch im Rentenalter beruflich aktiv sind und damit für die ärztliche Versorgung der Menschen in Rheinland-Pfalz im Einsatz bleiben“, ergänzt Dr. Matheis.

Grundsätzlich sei es aber die Aufgabe der Ärzteschaft, an der Entwicklung von Strategien mitzuwirken, wie mit schwindenden personellen Ressourcen ein möglichst gutes Versorgungsniveau für die Patienten künftig aufrechterhalten werden kann. Ein Hebel dafür ist die primärärztliche Versorgung: „Damit kann es gelingen, die Patientinnen und Patienten dorthin zu lenken, wo sie passende medizinische Hilfe erhalten“, betonte Matheis. 

Die Landesärztekammer begrüßt das Ziel der voraussichtlichen Koalitionspartner in Mainz, CDU und SPD, die Anzahl der Medizinstudienplätze zu erhöhen. Matheis lobt in diesem Zusammenhang den im Koalitionsvertrag beschriebenen Zuwachs an Studienplätzen in Koblenz und Kaiserslautern, fordert aber: „Wir brauchen auch in Trier dringend die Einrichtung des vollen klinischen Studienabschnitts, also ab dem fünften Semester. Auch das Fehlen des vorklinischen Studienabschnitts in den ersten vier Semestern entwickelt sich zunehmend zum Problem.“ 

Der Forderung nach mehr Studienplätzen, von der rheinland-pfälzischen Kammer seit Jahren erhoben, sei das Land zwar bereits nachgekommen, jedoch sei eine grundsätzliche weitere Erhöhung erforderlich, meint Dr. Matheis. „Wir begrüßen daher den im Koalitionsvertrag hinterlegten weiteren Aufwuchs an Studienplätzen durch europäische Kooperationen. Für Trier wäre Luxemburg ein passender Partner.“

Die Gesamtzahl der bei der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz registrierten Ärzte ist seit Ende 2024 um 2,4 Prozent gestiegen. Ende 2024 waren es 24.441, aktuell sind es 25.025. Die Zahl der im Land berufstätigen Ärztinnen und Ärzte 2025 ist im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent gewachsen und beträgt jetzt 20.758. 

Durch den Zuwachs kann der Ärztemangel jedoch nur teilweise ausgeglichen werden, da die gesamte geleistete Arbeitszeit in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Ärztinnen und Ärzte sind zunehmend in Teilzeit tätig, weil sie Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren möchten. Familienfreundlichkeit wird somit in Praxen und Krankenhäusern als Faktor immer bedeutsamer, um Arbeitskräfte zu gewinnen. Die Landesärztekammer unterstützt deshalb die Forderung nach familienfreundlichen und modernen Arbeitsbedingungen mit intelligenten Zeitmodellen, fairer Bezahlung, damit der Arztberuf attraktiv bleibt.

Eine weitere Erkenntnis aus der Statistik, die den Trend der vergangenen Jahre bestätigt: Die Ärzteschaft in Rheinland-Pfalz wird weiblicher. 11.432 Ärztinnen (46 Prozent) waren 2025 Mitglied der Landesärztekammer. Die Zahl nähert sich immer mehr der der Männer (13.593) an. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich der Frauenanteil um neun Prozent erhöht. Im Jahr 2005 waren es nur 36 Prozent. 

Aus der aktuellen Ärztestatistik geht außerdem hervor, dass im ambulanten Bereich 8.399 Ärztinnen und Ärzte arbeiten, im Krankenhaus 9.785. Unter anderem in Behörden und Körperschaften arbeiten 1.009 Ärztinnen und Ärzte, 1.565 sind in sonstigen Bereichen tätig.

Der Anteil an ausländischen Ärztinnen und Ärzten hat sich seit 2005 etwa vervierfacht von 918 (2005) auf 3.671 (2025), was einem Anteil von 15 Prozent an der Gesamtärzteschaft in Rheinland-Pfalz entspricht (2005: fünf Prozent). Zu den Top-3-Herkunftsländern zählen aktuell Syrien, Rumänien sowie gleichauf Luxemburg und Georgien. Kammerpräsident Dr. Matheis betont in diesem Zusammenhang, dass Ärzte aus dem Nicht-EU-Ausland eine Kenntnisprüfung absolvieren müssen, damit sie dauerhaft in Deutschland arbeiten dürfen. Alle ausländischen Ärzte müssen zudem zuvor eine Fachsprachenprüfung ablegen.