Weiterbildung braucht mehr als gute Absichten

Wir verbessern kontinuierlich die Weiterbildung der jungen Ärztinnen und Ärzte
16.Juli 2026
von Dr. med. Claus Beermann, Mariza Oliveira Galvão, Dr. med. Norbert Kaul und Dr. med. Nico Abegunewardene
Die ärztliche Weiterbildung ist nach dem Studium der wichtigste Abschnitt, der unseren gesamten weiteren Berufsweg prägt. In der Weiterbildung erlangen wir fachärztliche Kompetenz – mit Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die unsere tägliche Praxis bestimmen. Traditionell bilden Ärztinnen und Ärzte ihren Nachwuchs aus. Angesichts von Personalmangel, Arbeitsverdichtung, ökonomischem Druck, Bürokratie, Ambulantisierung und der Krankenhausreform haben wir – maßgeblich durch Delegierte des Marburger Bundes – auf dem 130. Ärztetag in Hannover die Weiterbildung neu ausgerichtet.
Die Weiterentwicklung der Weiterbildung ist ein kontinuierlicher Prozess. Nur die Delegierten des Marburger Bundes garantieren die Verbesserungen der Weiterbildung in den Ärztekammern in den Kliniken.
Die Weiterentwicklung der Weiterbildung ist ein kontinuierlicher Prozess. Nur die Delegierten des Marburger Bundes garantieren die Verbesserungen der Weiterbildung in den Ärztekammern in den Kliniken.

Aus Sicht des Marburger Bundes muss unsere fachärztliche Weiterbildung transparenter, verbindlicher, qualitativ hochwertiger und stärker auf die Versorgung der Zukunft ausgerichtet werden. Weiterbildung braucht mehr als gute Absichten: Zeit, Verlässlichkeit, Qualität, Finanzierung und eine klare ärztliche Haltung. Wir haben dazu exakte Anforderungen formuliert:

  • Weiterbildung ist kein Nebenprodukt der ärztlichen Tätigkeit. Sie steht im Mittelpunkt der Berufsausübung in diesem Berufsabschnitt und braucht ausreichende personelle Ausstattung, finanzielle Ressourcen, Motivation und eine klare Haltung. Auf Basis der CanMeds-Rollen bündeln acht zentrale Haltungen diese Kompetenzen, die jährlich durch Weiterbildungsbefugte bestätigt werden müssen.
  • Wir fordern die Schaffung ärztlicher Weiterbildungsbeauftragter, die standort- oder abteilungsübergreifend koordinieren und Weiterzubildende direkt unterstützen.
  • Verbindliche Weiterbildungscurricula sind zu Beginn der Weiterbildung auszuhändigen.
  • Regelmäßige Feedback- und Lernzielgespräche, Integration neuer didaktischer Methoden, verbindliche Evaluationen, regelmäßige Überprüfungen der Weiterbildungsinhalte und Mindest-Weiterbildungszeiten sind unverzichtbar; ebenso die regelmäßige Überprüfung der Weiterbildungsstätten durch die Ärztekammern.
  • Weiterbildung muss als eigenständiger Qualifizierungsauftrag verstanden werden – gerade angesichts der Krankenhaus- und Notfallreform sowie der angedachten Primärversorgung.
  • Wichtig ist der Ausbau von Weiterbildungsverbünden, insbesondere ambulant-stationär übergreifend. Weiterbildung muss als zentrales Qualitätsmerkmal bei der Umstrukturierung der Kliniklandschaft anerkannt werden.
  • Den besonderen Bedürfnissen der jungen Ärztinnen und Ärzte mit dem Anspruch auf eine sinnvolle Balance von Beruf und Privatleben muss Rechnung getragen werden. Junge Eltern benötigen mehr Flexibilität und Planungssicherheit.

Für diese Anforderungen setzen wir uns in der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz ein. Weiterbildung zeigt, wie wichtig es ist, dass gerade Delegierte des Marburger Bundes in den neu gewählten Vertreterversammlungen und im künftigen Weiterbildungsausschuss adäquat vertreten sind. Erfahrungsgemäß vertritt der Marburger Bund die Interessen der jungen Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung.

Geben Sie deshalb bei der Kammerwahl im September Ihre beiden Stimmen unseren regionalen Marburger Bund-Listen, damit wir Ihre Weiterbildung kontinuierlich weiter verbessern können.