„Ein Beispiel ist der Tarifabschluss an der Universitätsmedizin Mainz. Er sieht unter anderem eine lineare Gehaltserhöhung um 3,9 Prozent, einen zusätzlichen Urlaubstag ab 2026 und eine qualifizierte Arbeitszeiterfassung mit automatischer Überstundenanerkennung vor. Ab Januar 2027 wird die wöchentliche Arbeitszeit von 42 auf 40 Stunden reduziert.“
Doch damit ist die tarifpolitische Arbeit nicht abgeschlossen. „Die Landestarifkommission hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie die bestehenden Tarifverträge weiterentwickelt werden müssen. Im Fokus stehen unter anderem zusätzliche Entgeltstufen für Oberärzte, die tarifliche Berücksichtigung von Zusatzqualifikationen, der Umgang mit Funktionsarzt- und AT-Verträgen sowie Regelungen zu Versetzung und Abordnung“, informierte Dr. med. Claus Beermann.
„Besonders wichtig ist die Arbeitszeit. Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Schichtdienst und reguläre Arbeitszeit müssen als Bestandteile eines gemeinsamen Dienstplans betrachtet werden. Eine verlässliche Arbeitszeiterfassung und klare tarifliche Regelungen sind entscheidend, damit Arbeitszeit nicht nur dokumentiert, sondern auch wirksam begrenzt wird“, forderte Dr. Beermann.
„Auch auf Bundesebene stehen wichtige Weichenstellungen bevor. Die Mitglieder sollen künftig stärker in die Vorbereitung der Tarifverhandlungen einbezogen werden. Für die anstehenden VKA-Verhandlungen sind deshalb eine frühzeitige Mobilisierung und eine enge Vernetzung der Mitglieder notwendig“, mahnt Dr. Beermann.
„Die Tarifrunde 2027 wird angesichts der politischen und finanziellen Rahmenbedingungen besonders schwierig. Gerade deshalb gilt: Gute Arbeitsbedingungen gibt es nicht zum Nulltarif. Sie müssen tarifpolitisch erkämpft und dauerhaft abgesichert werden.“
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