In seiner Amtszeit wurden in den Jahren 2005/2006 erstmals arztspezifische Tarifverträge mit der Tarifgemeinschaft der Länder und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände erkämpft. Dadurch erlangte der Marburger Bund die Unabhängigkeit vom durch ver.di ausgehandelten TVöD und wurde eigenständige Gewerkschaft, mit nunmehr über einhundert arztspezifischen Tarifverträgen in ganz Deutschland. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern wünscht Armin Ehl alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. Wir danken ihm für die vielen Jahre der guten, kollegialen Zusammenarbeit und dafür, dass er gerne unsere Jahreshauptversammlungen besucht hat.
Landesgeschäftsführer Lars Grabenkamp berichtete in einem Kurzreferat sodann über die in 2025/2026 erzielten Tarifabschlüsse, insbesondere von den neu hinzugewonnenen Tarifbereichen MEDICLIN und Helios. Mit den Häusern in Plau am See und in Leezen sind nunmehr alle Einrichtungen der beiden Konzerne tarifgebunden. Die Ausweitung der Tarifbindung steht nach wie vor im Fokus der tarifpolitischen Ausrichtung des Landesverbandes, um flächendeckend für gute Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu sorgen und diese weiterzuentwickeln.
In ihrem Rechenschaftsbericht wies die Vorsitzende Claudia Hellweg, die zugleich Beisitzerin im Marburger Bund Bundesvorstand ist, auf die zahlreichen Aktivitäten des Landesverbandes hin. Dazu gehörten verschiedene Anhörungen zu Gesetzesentwürfen, die inzwischen schon traditionelle Konferenz für Mitarbeitervertretungen, Betriebs- und Personalräte der Krankenhäuser sowie die Begleitung der Reihe „Arbeiten in Deutschland“. „Ziel muss es sein, die aus dem Ausland stammenden Ärztinnen und Ärzte gut zu beraten, um sie hier im Land zu binden“, so Hellweg. Zugleich müsse sich die Aktivität auf den Nachwuchs konzentrieren. Sie sei deshalb froh, dass aus beiden Universitätsmedizinen in Greifswald und Rostock mit Elisa Salzwedel und Jonas Rinnelt jeweils ein studierendes Mitglied in den Vorstand kooptiert ist.
Im Anschluss folgten die Anträge an die Hauptversammlung. Unter anderem beschlossen die Teilnehmer eine moderate Beitragsanpassung ab 2027, welche ausschließlich für die Deckung der Kosten einer personellen Aufstockung der Geschäftsstelle eingesetzt wird.
Ein Hauptprogrammpunkt der diesjährigen Hauptversammlung war jedoch die Wahl des neuen Landesvorstandes, dessen Amtsperiode letztmalig nach drei Jahren zu Ende ging. Zukünftig wird der Vorstand des MB-Mecklenburg-Vorpommern für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Das Gremium besteht neben dem Vorsitz und den zwei Stellvertretenden aus drei Beisitzenden.
Für das Amt der Vorsitzenden trat erneut Claudia Hellweg von der Universitätsmedizin Rostock (UMR) an. Ebenso kandidierte Volker Steinhagen, ebenfalls von der UMR, wieder für den Posten des 1. Stellvertreters. Die 2. stellvertretende Vorsitzende, Renata Sajdak (Asklepios Klinik Pasewalk), sowie die Beisitzenden Kathrin Stricker und Hardy Edinger (beide Universitätsmedizin Greifswald, UMG) kandidierten nicht mehr. Bereit für die Arbeit im neuen Landesvorstand sind Maria Tschirner (MEDICLIN Krankenhaus Plau am See) sowie Christoph Wittke und Lennart Wetenkamp (beide Helios Klinikum Schwerin). Aus den Reihen der UMG trat Matthias Heukäufer zur Wahl an.
Nach insgesamt vier Wahlgängen - für den Vorsitz sowie für die beiden Stellvertretenden jeweils einzeln und für die Beisitzenden im Block - stand die Besetzung des neuen Landesvorstandes für die Legislaturperiode 2026 bis 2030 fest. Im Amt als Vorsitzende wurde Claudia Hellweg einstimmig bestätigt. Zum 1. Stellvertreter wurde Volker Steinhagen gewählt. Auf Anhieb gelang Christoph Wittke die Wahl zum 2. Stellvertreter. Mit ihm ist auch weiterhin einer der Stellvertreterposten durch einen im Bereich der privaten Träger beschäftigten Ärzte besetzt. Ebenfalls erstmalig Mitglied im Landesvorstand sind die als Beisitzenden gewählten Maria Tschirner, Bastian Wenke und Lennart Wetenkamp. Daneben fand satzungsgemäß die Wahl der Verantwortlichen für die Kassenprüfung statt. Die bisherige Amtsinhaberin Angela Alms von der UMR wurde erneut gewählt. Auf Nadine Bechthold (UMG), die nicht mehr antrat, folgt Steffi Falk, ebenfalls von der UMR.
Die Hauptversammlung dankt den ausgeschiedenen Amtsinhaberinnen und Amtsinhabern für ihr Engagement der letzten Jahre und Jahrzehnte und gratuliert den Neugewählten. Die Gremien des Landesverbandes sind durch die Wahlen für die nächste Amtszeit vollständig besetzt. Der neue Landesvorstand freut sich auf die Arbeit in den folgenden vier Jahren. Die konstituierende Sitzung findet am 19. November 2026 in Rostock statt.
Die bisherige und die neue Landesvorsitzende dankte in ihrem Schlusswort für das entgegengebrachte Vertrauen und allen Kandidatinnen und Kandidaten sowie den Gewählten für ihre Bereitschaft, sich für den Landesverband zu engagieren. Sie zog für das Jahr 2026 und für die gesamte vergangene Amtszeit eine positive Bilanz und schaut optimistisch in die Zukunft: „Der Vorstand hat sich durch die Wahl erheblich verjüngt. Ich freue mich auf die neuen Kolleginnen und Kollegen und auf die bevorstehende Arbeit für den Landesverband. Die kommenden vier Jahre werden spannend und herausfordernd. Wir werden die anstehenden Aufgaben konzentriert und in der gewohnten Kontinuität angehen“, so Claudia Hellweg.
