• Nun können Arbeitgeber den Betriebsfrieden sichern

    132. Hauptversammlung des Marburger Bundes in Berlin
    06.November 2017
    Berlin
    mhe. In der Debatte über die vorige Woche veröffentlichte Absicht, eine Vereinbarung mit ver.di zu treffen, in künftigen Tarifverhandlungen in Krankenhäusern das Tarifeinheitsgesetz nicht anzuwenden, haben die über 60 Delegierten des MB-Landesverbandes für eine Unterzeichnung des Vertrages plädiert. „Das größte an dieser Vereinbarung ist“, betonte der Vorsitzende des Landesverbandes und Mitglied des Bundesvorstandes, Dr. Hans-Albert Gehle, „das ver.di anerkennt, dass es der Marburger Bund ist, der hierzulande die Arbeitsbedingungen für angestellte Ärztinnen und Ärzte aushandelt."

    "Das Tarifeinheitsgesetz hat Unfrieden in Betrieben gesät. Gäbe es die Vereinbarung zwischen ­ver.di und uns nicht“, erklärte Gehle weiter, „wird es in jedem Krankenhaus einen Kampf um die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder geben, der die Kliniken auf Jahre lähmt. Wir bewahren nicht nur unsere Mitglieder vor diesem Kampf. “ Ohne Vereinbarung würden Arbeitsgerichte sich in jahrelangen Prozessen auf allen Ebenen mit Detailfragen der Mehrheitsfeststellungen beschäftigen müssen und zudem drohten Streiks: „Der Betriebsfrieden würde zerstört.“

    Dr. Hans-Albert Gehle forderte die Arbeitgeber auf, als dritte Vertragspartei die Vereinbarung ebenfalls zu unterzeichnen, „denn nur dieser Schritt bewahrt Krankenhäuser davor, dass es künftig brennt. Es gibt für die Arbeitgeber jetzt keine Ausreden mehr. Sie haben es in der Hand, für den Betriebsfrieden zu sorgen. Wir machen nur den Aufschlag für einen guten Weg.“

    Seine Zustimmung zur Vereinbarung mit ver.di gab auch der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Günther Matheis. „Wir behalten unsere Identität. Wir haben keine Veranlassung, andere Berufsgruppen in Kliniken als neue MB-Mitglieder zu gewinnen.“

    Der Vorsitzende des MB-Bezirks Duisburg, Dr. med. Wolfgang Klingeler sagte: „Die Handlungsfähigkeit beider Gewerkschaften wird nicht beschränkt. Wir müssten auch keine Forderungen koordinieren. „Wir bilden keine Tarifgemeinschaft mit ver.di“, fügte der Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke hinzu. „Wir lassen es hingegen nur nicht zu, dass Arbeitgeber Gewerkschaften gegenei­nan­der ausspielen.“

    Die Vorsitzende des Marburger-Bund-Bezirks Linker Niederrhein, Dr. med. Lydia Berendes meinte: „Ein mühsamer Weg, die Mehrheitsfeststellungen in jeder Klinik zu treffen, bliebe allen Beteiligten erspart.“

    Dr. Hans Gehle bekräftigte am Ende, „wir müssen die Bundesregierung gleichwohl auffordern, das Tarifeinheitsgesetz aufzuheben.“ Jeder Bürger dürfe das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes kritisieren., denn es hat den Umgang mit unseren Grundrechten maßgeblich verändert. Jeder Bürger sei von den Auswirkungen betroffen.