Ärztekammer Westfalen-Lippe

27. Jun 2026
"Werfen wir noch einen Blick auf die Notfallversorgung, deren Reform ebenfalls ansteht. Unsere Ärztekammer hat sich dazu bereits umfassend mit einer Stellungnahme positioniert, Ein Blick auf die Notfallversorgung zeigt, wie groß der Reformbedarf ist“, sagt Dr. Gehle in der 7. Kammerversammlung. „Der Gemeinsame Bundesausschuss hat das System der Notfallstufen neu geregelt und führt neben den bisherigen Stufen künftig auch die „Nicht-Teilnahme“ ein. Das bedeutet: Patientinnen und Patienten könnten Krankenhäuser aufsuchen, die entweder Abschläge für die Behandlung hinnehmen oder sie an Kliniken mit Integrierten Notfallzentren weiterverweisen müssen. Das erhöht den Druck auf die Versorgung und bindet zusätzlich Ärztinnen und Ärzte, die dann in ihren Praxen fehlen.
27. Jun 2026
Tag für Tag sterben hierzulande mehrere Menschen, weil sie kein lebensrettendes Organ rechtzeitig transplantiert bekamen. Der Fall der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat aktuell die Organspende wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. „Die Patientin mit Lungenfibrose erhielt nach kurzer Wartezeit eine Spenderlunge – nicht wegen eines „Prinzessinnen-Bonus“, sondern weil in Norwegen deutlich mehr Spenderorgane zur Verfügung stehen als in Deutschland. Ein Grund dafür ist die dort geltende Widerspruchslösung. Wer zu Lebzeiten nicht widerspricht, gilt grundsätzlich als Organspender“, erklärt der westfälisch-lippische Kammerpräsident Dr.med. Hans-Albert Gehle in der Kammerversammlung.
20. Jun 2026
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) warnt mit Blick auf die weiteren Beratungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor zusätzlichen Belastungen für die ambulante medizinische Versorgung und fordert die Finanzierung von versicherungsfremden Leistungen durch Steuermittel. Nach aktuellen Berechnungen wächst die Finanzlücke der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2027 noch einmal um 3,5 Milliarden Euro auf 18,8 Milliarden Euro. Der bisher vom Bundeskabinett beschlossene Sparplan deckt davon jedoch nur 16,3 Milliarden Euro ab. Für mindestens weitere 2,5 Milliarden Euro fehlt damit bislang eine tragfähige Lösung.
30. Apr 2026
Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin ist weder ein reiner Fluch noch ein Heilsbringer, sondern eher ein wirklich mächtiges Werkzeug. Die Entwicklung der KI ist rasant. Was KI in den nächsten Jahren können wird, ist nicht vorhersehbar, klar ist aber längst, dass KI als Schlüsseltechnologie unseren Alltag immer stärker beeinflussen wird, auch in der Medizin. „KI wird die Medizin in den kommenden Jahren fundamental verändern. Unsere ärztliche Profession wird in fünf Jahren mit KI eine komplett andere sein. Doch der entscheidende Erfolgsfaktor ist nicht mehr die reine Technik, sondern ihre verantwortliche Umsetzung.“ Diese Kernbotschaft stellte Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, beim Berufspolitischen Abend des Marburger Bundes NRW/RLP in der 80. Fort- und Weiterbildungswoche auf Borkum heraus. Eine vielbeachtete, halbstündige Rede.
27. Apr 2026
Traditionsreich und seit Jahrzehnten bewährt: „Die Fort- und Weiterbildungswoche auf Borkum ist 80 Jahre nach ihrer Gründung älter, als jeder Teilnehmer heute ist“, unterstrich Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hugo Van Aken, Vorsitzender der Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und KVWL, bei der Eröffnung der Jubiläumsveranstaltung. Die "Borkumwoche" wurde durch eine Initiative einzelner Ärzte in der Nachkriegszeit gegründet, um medizinische Fortbildung in Westfalen-Lippe zu sichern. Die Veranstaltung hat sich über die Jahre längst als feste Institution für medizinische Fortbildung von fast 2.000 Ärztinnen und Ärzten pro Jahr etabliert, die Wissenstransfer mit einer angenehmen Arbeitsatmosphäre verbindet. Auch in diesem Jahr leiten wieder 200 hochkarätige Referentinnen und Referenten über 100 Kurse, Seminare und Workshops.
24. Mär 2026
Angesichts der politischen Diskussion über eine Mindestaltersgrenze für die Nutzung von Social Media empfiehlt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Hans-Albert Gehle, eine solide, unabhängig gewonnene wissenschaftliche Grundlage für die weitere Diskussion. „Die schädlichen Wirkungen von Alkohol und Tabak sind gut erforscht. Mediensucht ist hingegen ein relativ junges Thema, viele der bisherigen Studien sind eher klein, etliches beruht auf Selbstauskünften.“
21. Mär 2026
Wohin steuern die Politiker das deutsche Gesundheitswesen? „Gute Entwicklungen brauchen Substanz und Ausdauer. Und gelegentlich auch ein klares Wort zur richtigen Zeit. Das lässt aber leider oft auf sich warten“, bemängelte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Hans-Albert Gehle zur Öffnung des 6. Kammerversammlung in Münster. Die „Finanzkommission Gesundheit“, die Gesundheitsministerin Nina Warken einberufen hat, habe noch nicht mal angedeutet, was sie dem Gesundheitswesen an Reformen zukommen lassen möchte, um die GKV-Finanzen zu retten. „Da ist man in Düsseldorf weiter. Dort wurde mit dem Anfang März vorgelegten Eckpunktepapier für eine zukunftsfeste ambulante medizinische Versorgung wenigstens ein erster Reformschritt schon konkreter!“
20. Mär 2026
Die Apothekenreform nimmt ungeachtet fachlicher Kritik Gestalt an. Schon im vorigen Herbst haben wir die von der Bundesregierung geplanten Eingriffe in urärztliche Befugnisse kritisiert. Es droht durch die Aufhebung der Trennung von Verordnungen und der Abgabe von Arzneien eine Gefährdung der Patientensicherheit. Nun lehnen auch der Vorstand und die Vorsitzenden der Verwaltungsbezirke der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) das von der Bundesregierung geplante Apothekenversorgungsweiterentwicklungsgesetz ab. Die im Gesetzesentwurf vorgesehenen erweiterten Möglichkeiten für Apotheken, Gesundheitsleistungen anzubieten, seien „mehr als kritisch“ zu sehen. Die ÄKWL habe bereits in der Vergangenheit wiederholt betont, dass Apotheken kein „Praxis-Ersatz“ seien.
19. Mär 2026
„Kinderschutz beginnt nicht erst bei dramatischen Übergriffen, schweren körperlichen Misshandlung oder gar Tötung von Kindern, häufig kommt es vor diesen Taten bereits zu einer Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen“, erklärt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. med. Hans-Albert Gehle anlässlich des diesjährigen Kinderschutz-Forums der Kammer in Münster.
03. Feb 2026
Dank medizinischer Fortschritte steigen die Heilungs- und Überlebenschancen bei Krebserkrankungen kontinuierlich. Doch für viele Betroffene endet die Belastung nicht mit dem Abschluss der Therapie: Körperliche, psychische und soziale Folgen begleiten zahlreiche Patientinnen und Patienten oft über Jahre hinweg. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe setzt sich deshalb dafür ein, dem Leben mit und nach einer Krebserkrankung, deutlich mehr gesundheitspolitische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu widmen.