• „Wir brauchen eine wirkliche Wertschätzung ärztlicher Tätigkeit“

    Pressemitteilung
    Dr. Martina Wenker, Kandidatin für das Amt der Präsidentin der Bundesärztekammer, fordert bessere Arbeitsbedingungen in ambulanter und stationärer Versorgung
    28.Mai 2019
    Mehr Wertschätzung für ärztliche Arbeit, mehr Studienplätze zur Sicherstellung der Versorgung und eine Stärkung ärztlicher Freiberuflichkeit – das sind für Dr. Martina Wenker zentrale berufs- und gesundheitspolitische Anliegen. Die Kandidatin des Marburger Bundes für die Präsidentschaft der Bundesärztekammer will sich im Falle ihrer Wahl auf dem 122. Deutschen Ärztetag in Münster für bessere Arbeitsbedingungen in allen Bereichen der ärztlichen Versorgung stark machen: „Wir brauchen eine wirkliche Wertschätzung ärztlicher Tätigkeit durch vernünftige Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte“, sagte die niedersächsische Ärztekammerpräsidentin und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer im Interview mit der „Marburger Bund Zeitung“.
    Viele Ärztinnen und Ärzte seien durch die Überlastung im Arbeitsalltag gesundheitlichen Gefährdungen ausgesetzt. Notwendig seien daher Arbeitsschutz-Regelungen, die Erholung tatsächlich möglich machten. Der jüngste Tarifabschluss des Marburger Bundes mit den kommunalen Arbeitgebern sei deshalb auch ein echter Fortschritt. Es seien aber nicht nur Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus, die an ihre Grenzen kämen, so Wenker. „Mit ebenso großer Sorge erfüllt mich, dass viele ältere Kolleginnen und Kollegen sagen: ‚Lieber heute als morgen möchte ich aufhören zu arbeiten. Ich möchte die Praxis abgeben.‘“

    Die Zukunft der ärztlichen Selbstverwaltung beschäftige sie ebenso sehr wie die Freiheit des Arztberufs: „Wir müssen für den Erhalt des freien Arztberufs kämpfen. Ich bin unabhängig in meiner medizinischen Entscheidung. Das ist das Fundament einer vernünftigen und vertrauensvollen Patient-Arzt-Beziehung“, bekräftigte Wenker, die sich als erste Frau um das Spitzenamt der verfassten Ärzteschaft bewirbt.

    Als Präsidentin will sie zusammenführen und darauf hinarbeiten, dass die Ärzteschaft nach außen hin mehr Geschlossenheit zeigt: „Im Moment habe ich das Gefühl, dass Verbände und Körperschaften etwas unterschiedliche Kurse fahren. Das ist normal und auch legitim. Aber ich möchte mich in den nächsten vier Jahren dafür einsetzen, dass wir diese unterschiedlichen Sichtweisen intern ausdiskutieren und nach außen mit einer Stimme sprechen“, erklärte Wenker.