Zertifizierte Fortbildung ist keine Beratertätigkeit für den Sponsor

129. HV 2016 / Beschluss Nr. 29

Die 129. Hauptversammlung des Marburger Bundes hat beschlossen:

Mit Berufung auf den Transparenzkodex der Pharmaindustrie werden im Rahmen von zertifizierter Fortbildung anfallende Referentenhonorare von Pharmafirmen unter „Dienst­leistungs- und Beraterhonorare“ („fees for service and consultancy“) auf der Internetseite des Sponsors veröffentlicht. Weiterhin wird auch immer wieder versucht, eine ausschließlich passive Teilnahme an einer zertifizierten Fortbildungsmaßnahme als nur im Rahmen eines Vertragsverhältnisses zwischen Sponsor und Teilnehmer legitim erscheinen zu lassen.

Die 129. Hauptversammlung des Marburger Bundes stellt daher klar, dass nach der (Muster-)Fortbildungsordnung und „Empfehlungen zur ärztlichen Fortbildung“ der Bundes­ärztekammer Sponsoring die Unterstützung einer Fortbildungsmaßnahme beschreibt, bei der der Sponsor aber anderweitig keinerlei Einfluss auf die Auswahl von Themen, Referenten sowie Inhalten der Fortbildung und deren Präsentation haben darf. Schon gar nicht wird durch das Sponsoring eine Leistungsvereinbarung zwischen dem Sponsor und den aktiven sowie passiven Teilnehmern der Fortbildungsmaßnahme geschlossen.

Die 129. Hauptversammlung des Marburger Bundes verwehrt sich daher auch dagegen, dass die Unterstützung von zertifizierter Fortbildung in der Außendarstellung der Sponsoren als Dienstleistung bzw. Beratungstätigkeit für den Sponsor umgedeutet wird. Sollte diese Praxis fortgesetzt werden, betreibt die Industrie selbst das Ende der Zertifizierungsfähigkeit gesponserter Fortbildung.