Softdrinks enthalten oft ein Vielfaches der empfohlenen Tageszuckermenge – für viele Verbraucher kaum erkennbar. Besonders Kinder und Jugendliche nehmen so regelmäßig große Mengen Zucker auf. Die Folgen sind bekannt: Übergewicht, Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies werden so begünstigt. Etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen ist übergewichtig. Es besteht daher akuter Handlungsbedarf.
Eine maßvoll ausgestaltete, am Zuckergehalt orientierte Steuer wäre kein Verbot, sondern ein marktwirtschaftliches Instrument der Verhältnisprävention. Sie setzt Anreize zur Reformulierung und senkt nachweislich den Zuckergehalt von Produkten. Umfragen zeigen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung diesen Weg unterstützen würde. Und das Beispiel Großbritannien zeigt: Eine Zuckersteuer führt zu veränderten Rezepturen und reduziert insbesondere bei Kindern den Zuckerkonsum deutlich.
Prävention ist mehr als Gesundheitspolitik, sie ist auch verantwortungsvolle Finanzpolitik. Jede vermiedene chronische Erkrankung stärkt die persönliche Lebensqualität und entlastet langfristig die Gesetzliche Krankenversicherung. Angesichts steigender Ausgaben auch infolge demografischer Entwicklungen können wir es uns einfach nicht leisten, auf wirksame Präventionsinstrumente zu verzichten.
Was in vielen europäischen Ländern längst Realität ist, sollte auch in Deutschland möglich sein. Gesundheitsschutz darf nicht hinter kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen zurückstehen. Die Zuckersteuer muss weiterhin auf der politischen Tagesordnung bleiben.
