Marburger Bund fordert mehr Schutz für medizinisches Personal

Pressemitteilung
Europäischer Tag gegen Gewalt im Gesundheitswesen am 12. März
12.März 2026
Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen ist längst kein Einzelfall mehr. Viele Ärztinnen und Ärzte sowie Praxis- und Pflegepersonal sind in ihrem Arbeitsalltag mit Beschimpfungen, Bedrohungen und auch körperlichen Übergriffen konfrontiert. Dieser Entwicklung muss dringend Einhalt geboten werden, fordert der Marburger Bund anlässlich des Europäischen Tages gegen Gewalt im Gesundheitswesen am 12. März. Der Aktionstag wurde von der europäischen Vereinigung der Ärztekammern, dem Conseil Européen des Ordres des Médecins, ins Leben gerufen und findet in diesem Jahr zum sechsten Mal statt.
Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes
Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes

Aggressionen treten sowohl in Krankenhäusern als auch in ambulanten Versorgungseinrichtungen auf und sind Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung, die zu großer Besorgnis Anlass gibt. „Wir brauchen in Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen wirksame Strategien zum Schutz des Personals in der Patientenversorgung. Wer im Gesundheitswesen arbeitet, muss seine Arbeit ohne Angst vor Gewalt ausüben können“, betonte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.

Nach der bundesweiten Befragung MB-Monitor 2024 des Marburger Bundes unter rund 10.000 Mitgliedern sind zwölf Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Kliniken häufig mit Beschimpfungen, Beleidigungen oder anderen Formen verbaler Gewalt konfrontiert. Ein Drittel erlebt solche verbalen Übergriffe gelegentlich. Körperliche Gewalt erleben zehn Prozent der angestellten Ärztinnen und Ärzte manchmal und zwei Prozent häufig. 41 Prozent der Befragten berichteten zudem von einer Zunahme von Gewalt in den zurückliegenden fünf Jahren. 

Aggressionen könnten in einzelnen Fällen Teil einer Erkrankung sein. „Davon zu unterscheiden sind jedoch zahlreiche Fälle gezielter Anfeindungen und Übergriffe, etwa durch Angehörige oder andere Begleitpersonen. Viele Menschen haben falsche Vorstellungen davon, wie Versorgung stattfindet und warum beispielsweise Wartezeiten entstehen. Hier sind Politik und Krankenkassen gleichermaßen gefordert, für mehr Aufklärung zu sorgen. Wir müssen gemeinsam gegen Gewalttendenzen in unserer Gesellschaft vorgehen. Weder im Gesundheitswesen noch anderswo darf Gewalt zur Normalität werden“, sagte Johna.