Das vollständige Interview – deutsche Fassung
Frau Elkington, in Ihrem Film zeigen Sie eindrücklich, welchen psychischen Preis Ärztinnen und Ärzte zahlen können, wenn bei einer Behandlung etwas schiefgeht. Was hat Sie bewogen, sich mit dem sogenannten Second Victim-Phänomen cineastisch auseinanderzusetzen? 
Zinnini Elkington: Meine Schwester hat 2020 ihre Ausbildung zur Ärztin abgeschlossen und begonnen, in einem dänischen Krankenhaus zu arbeiten. Sie hat mir viel von ihren Erfahrungen erzählt, und ich war wirklich erschüttert darüber, wie groß die Verantwortung ist, die man von dem Moment an trägt, in dem man den Kittel anzieht. Das hat in mir den Wunsch geweckt, einen Film zu machen – einen Film über den Menschen hinter dem Kittel.
Ich begann, zum Thema zu recherchieren und hörte dazu unter anderem einen Podcast von Studierenden der Universität Kopenhagen. Darin gab es eine Folge über das, was man „das zweite Opfer“, also das „Second Victim“-Phänomen nennt. Als ich von diesem Begriff hörte, wusste ich ziemlich schnell, dass ich genau darüber einen Film machen wollte – nämlich über die Belastung, die auch Ärztinnen und Ärzte erleben.
Ich fand es sehr interessant, weil es die Art und Weise infrage stellt, wie in den Medien oft über Ärztinnen und Ärzte gesprochen wird. Zu der Zeit hatte ich zum Beispiel Berichte über einige Jungen gelesen, die an Meningitis erkrankt waren, nicht schnell genug behandelt wurden und gestorben sind. Die Berichterstattung darüber war sehr darauf fokussiert, einer einzelnen Person die Schuld zuzuweisen. Aber das „Second Victim“-Phänomen zeigt ja, dass es nicht nur ein Opfer gibt. Es gibt auch Menschen im Umfeld – zum Beispiel die Ärztinnen und Ärzte –, die ihr Leben dafür einsetzen, anderen zu helfen, und die natürlich tief betroffen sind, wenn etwas schiefgeht.
Das war eine Perspektive, die mir vorher so nicht bewusst war. Und ich hatte das Gefühl, dass es ein gewisses Tabu ist – vielleicht, weil wir gerne glauben wollen, dass Ärztinnen und Ärzte fast allmächtig sind. Aber in Wirklichkeit sind sie eben auch nur Menschen, an denen belastende Ereignisse auch nicht spurlos vorbeigehen.
Was hat Sie am „Second Victim“-Phänomen besonders erschüttert?
Elkington: Mich hat am meisten beeindruckt, dass es tatsächlich ein weltweites Problem ist. Das Problem wurde in Dänemark, Deutschland, Indien und den USA beschrieben – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Gesundheitswesen. Es ist universell.
Und die Belastung, die man erlebt, hängt damit zusammen, wie empathisch man ist. Es ist ein bisschen paradox, weil die Patienten ja empathische Ärztinnen und Ärzte wollen. Aber tatsächlich sind es gerade die empathischsten Ärztinnen und Ärzte, die am stärksten davon betroffen sind.
Welche Einblicke haben Sie während Ihrer Recherche in den Arbeitsalltag von Ärztinnen und Ärzten gewonnen?
Elkington: Ich habe einige Ärztinnen und Ärzte getroffen, die ihre Erfahrungen und Geschichten mit mir geteilt haben – und es gab tatsächlich nur wenige andere, mit denen sie vorher darüber gesprochen hatten, weil es für sie selbst so tabuisiert war. Sie hatten Angst, ihr Gesicht vor den Kolleginnen und Kollegen zu verlieren.
Ich war auch in einer neurologischen Abteilung in Kopenhagen in der Praxis und habe sowohl eine Tages- als auch eine Abendschicht begleitet. Es ist nichts Dramatisches passiert, aber ich konnte erleben, wie die Arbeit abläuft. Sie sind den Umständen ausgesetzt, die sie nicht kontrollieren können – an einem Tag hat nur eine Person einen Schlaganfall, am nächsten Tag sind es zehn gleichzeitig. Es war wirklich heftig, das zu sehen.
Özlem Saglanmak, die die Hauptrolle spielt, war ebenfalls in der Praxis auf derselben Abteilung und hat einen Neurologen begleitet. Und Anne Sofie Wanstrup, die eine Krankenschwester spielt, war in der Praxis und hat eine Krankenschwester begleitet.
Ich wollte das so authentisch wie möglich darstellen, weil sich das Gesundheitspersonal auch gesehen und wiedererkannt fühlen soll.
Und was hat Sie dabei am meisten überrascht?
Elkington: Mich hat am meisten beeindruckt, dass das Schlimmste für die Ärztinnen und Ärzte ist, die Schuldgefühle und das Gefühl zu haben, es nicht gut genug gemacht zu haben. Selbst diejenigen, die beispielsweise im schlimmen Fall eines Gerichtsverfahrens freigesprochen wurden, tragen immer noch Schuldgefühle und sagen sich beispielsweise: ‚Wenn ich nur fünf Minuten früher gekommen wäre.'
Diese Bürde muss schrecklich sein?
Elkington: Mir ist wichtig zu sagen: Man kann die Schwere nicht aus der Sache herausnehmen, wenn man mit Leben und Tod arbeitet, wenn man mit kranken Menschen arbeitet. Das ist gewissermaßen eine Grundvoraussetzung des Berufs. Aber genau das ist es auch, was die Arbeit sinnvoll macht.
Wichtig ist, dass wir das miteinander teilen, dass wir die Trauer teilen, die Freude, die ganzen Gefühle, die damit verbunden sind, anstatt herumzulaufen und zu glauben, dass wir damit allein sind. Wenn wir besser darin werden, diese schwierigen Dinge zu teilen, dann wird es ein Stück weniger bedrohlich – und das gilt nicht nur für Ärzte, sondern für uns alle.
Der Film zeichnet das Bild eines Gesundheitssystems, das seine Akteurinnen und Akteure häufig an die Belastungsgrenze bringt. Sehen Sie die entstehenden Fehler eher als individuelles Versagen oder als Folge struktureller Probleme?
Elkington: Ich glaube, es geht noch einen Schritt weiter. Natürlich sollten Fehler minimiert und vermieden werden. Aber ich sehe es auch als Grundvoraussetzung der Arbeit mit Menschen, dass es immer ein Risiko gibt, dass etwas schiefgeht. Solange es Menschen sind und keine Roboter, die im Krankenhaus arbeiten, wird das Risiko immer ein Teil der Arbeit sein.
Das System möchte alles effizienter machen, optimieren, rationalisieren und systematisieren. Aber das geht eben nicht immer. Das System hat vergessen, dafür Raum für Menschlichkeit zu schaffen.
Zum Beispiel: Wenn jemand erfährt, dass er sterben wird, dass er nicht geheilt werden kann oder dass sein Kind gestorben ist, dann gibt es oft nicht einmal die Zeit, dass das Personal wirklich darauf reagieren darf. Es gibt keinen Moment, um zu sagen: „Puh, das war jetzt echt hart, ich brauche kurz einen Augenblick.“ Nein, sie müssen direkt weiter zum nächsten Patienten.
Ich finde, das System ist in dieser Hinsicht unmenschlich gegenüber den Menschen, die darin arbeiten. Eigentlich ist es eine der menschlichsten Welten überhaupt, in der man tätig sein kann – weil es um Leben und Tod geht, um Menschlichkeit, Verantwortung für andere und darum, sich gegenseitig zu helfen. Aber das System ist zumindest in Dänemark, und ich glaube, in Deutschland ist es ähnlich – nicht auf Menschen ausgerichtet. Es funktioniert wie eine Fabrik. Es hat vergessen, dass es hier um Menschen geht und dass immer ein gewisses Maß an Ungewissheit dazugehört. Ich glaube, wir könnten besser darin werden, die Situation menschlicher zu betrachten und sie nicht wie eine Maschine zu sehen, die einfach nur funktionieren muss.
Und ich will auch sagen, dass mir aufgefallen ist, dass Ärztinnen und Ärzte unglaublich gut darin sind, sehr verständnisvoll und sanft mit Patienten und ihrem Verhalten im Krankenhaus umzugehen. Aber diese Sanftheit wenden sie nicht auf sich selbst an.
Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass Ärzte sich selbst genauso behandeln, wie sie ihre Patienten behandeln. Denn es ist ja klar, dass auch Ärzte davon betroffen sind, wenn etwas Schreckliches passiert.
Viele Ärztinnen und Ärzte sprechen kaum öffentlich über eigene Fehler. Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Schuld, Scham und Angst vor Konsequenzen in der medizinischen Kultur?
Elkington: Ich glaube, es ist wichtig, zwischen Verantwortung und Schuld zu unterscheiden. Schuld ist ein Gefühl, man spricht ja auch von Schuldgefühlen. Und wie andere Gefühle kann es sich völlig irrational verhalten. Man kann also Schuld spüren, auch wenn man eigentlich gar nicht verantwortlich ist.
Wenn man aber erst einmal von Schuldgefühlen getroffen wird, hilft es fast nicht, was andere sagen, etwa dass man nichts falsch gemacht hat. Wenn man dann erfährt, dass das, was man fühlt, eigentlich irrational ist, dann muss man es verbergen. Und dadurch wird es zu einem Tabu, über das man noch schwerer spricht.
Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass wir anfangen, über Schuldgefühle als etwas völlig Natürliches, etwas Menschliches zu sprechen. Als etwas, das uns schützt, uns dazu bringt, uns selbst zu hinterfragen: „Könnte ich es das nächste Mal besser machen?“ Es ist völlig normal, dieses Gefühl zu spüren – und deshalb ist es gut, wenn wir darüber sprechen.
Außerdem glaube ich, dass Menschen im Gesundheitswesen nicht so viel darüber sprechen, weil sie es mit Verantwortung verwechseln. Aber wenn du mich fragst, dann liegt die Verantwortung fast immer beim System.
Was wünschen Sie sich, das insbesondere Ärztinnen und Ärzte aus Ihrem Film mitnehmen – auch im Hinblick auf den Umgang mit sich selbst und mit Kolleginnen und Kollegen?
Elkington: Ich hoffe, dass dieser Film Gespräche unter Ärztinnen und Ärzten anstoßen kann und sie ihn als gemeinsamen Ausgangspunkt nutzen, um über die Dinge zu sprechen, über die man sonst nur schwer spricht. Vielleicht ist es ja einfacher, über den Film zu sprechen als über sich selbst.
Ich hoffe auch, dass er den Betroffenen hilft zu erkennen, dass man mit diesem Gefühl nicht allein ist, dass es viele gibt, die dasselbe erleben. Und außerdem gibt es ja auch noch die Tatsache, dass andere Menschen, die keine Ärzte sind, dieses Gefühl gut verstehen können. Man muss also nicht allein damit bleiben.
Inwieweit halten Sie es auf Basis Ihrer Recherchen und der Arbeit am Film für sinnvoll, Ärztinnen und Ärzte im Rahmen von Fortbildungen oder Seminaren für das Thema zu sensibilisieren?
Elkington: Was wir aus der Psychologie – und insbesondere aus der Belastungspsychologie – wissen, zeigt, dass Wissen und Verständnis in diesem Bereich sowie starke kollegiale Gemeinschaften sowohl eine wesentliche präventive als auch heilende Wirkung haben. Wenn ein hohes Maß an psychologischer Sicherheit besteht, bei der man beispielsweise über Dinge sprechen kann, ohne Angst zu haben, beschämt zu werden, schafft das sowohl ein nachhaltigeres Arbeitsleben für den Einzelnen als auch einen nachhaltigeren Arbeitsplatz für alle.
Das kann es sehr viel einfacher machen, über solche Dinge zu sprechen. Ich glaube, es ist wirklich, wirklich wichtig, eine entsprechende Ausbildung oder ein umfassendes Wissen auf diesem Gebiet zu haben.
Das ist besonders wichtig, wenn man eine leitende Position innehat, da man zur Gestaltung der Kultur beiträgt. Man sollte dafür sorgen, sich dieses Wissen auch im Sinne der Kolleginnen und Kollegen anzueignen: Wenn es einem selbst schwerfällt, dann tut man es für die Kolleginnen und Kollegen. Setzen Sie sich damit auseinander, wie Menschen am Arbeitsplatz funktionieren, und haben Sie den Mut, voranzugehen und jüngeren Ärztinnen und Ärzten von Ihren eigenen Erfahrungen zu berichten.
Wir wissen auch, dass alle von diesem Problem betroffen sein können. Es sind nicht nur die jüngeren Ärztinnen und Ärzte. Die Forschung zeigt, dass sich Belastungen im Laufe der Zeit ansammeln können. Deshalb gibt es auch viele Ärztinnen und Ärzte, die erst in einem späteren Alter davon betroffen sind.
Was ebenfalls interessant ist: Schon die Einsicht einer Führungskraft – dass sie selbst einmal eine Situation als belastend erlebt hat, ohne ins Detail zu gehen – reicht oft aus, damit eine ganze Abteilung sehr viel entspannter über belastende Situationen sprechen kann und dadurch besser in der Lage ist, damit umzugehen.
Diese Offenheit kommt letztlich auch den Patientinnen und Patienten zugute – denn ein sicheres, unbelastetes Gehirn macht weniger Fehler.
Möchten noch etwas ergänzen?
Elkington: Ich möchte Ärztinnen und Ärzte ermutigen, damit zu anzufangen, sich selbst mit derselben Neugier zu betrachten, mit der sie andere Menschen betrachten. Ich glaube, dass daraus etwas wirklich Gutes entstehen würde.
Außerdem denke ich, dass es eine gute Idee ist, den Film gemeinsam mit seinem Partner, seinen Geschwistern oder seinen Eltern anzusehen, damit sie besser verstehen können, was man als Ärztin/Arzt durchmacht.
Frau Elkington, vielen Dank für das Gespräch.
Hinweis: Zinnini Elkingtons Film „NACHBEBEN“ startet am 7. Mai in den deutschen Kinos – und ist ab 25. Juni auch in Österreich im Kino zu sehen.
Interview – dansk version (lang)
Rystelserne efter rystelserne
I sin prisbelønnede film „Nachbeben“, der får Tysklandspremiere i begyndelsen af maj, sætter den danske instruktør og manuskriptforfatter Zinnini Elkington fokus på second victim-fænomenet. Jörg Ziegler har interviewet hende om det.
Zinnini, I din film viser du tydeligt, hvilken psykologisk pris læger kan betale, når noget går galt under en behandling. Hvad motiverede dig til at beskæftige dig med det såkaldte „second victim“-fænomen i en filmisk kontekst?
Zinnini: Min søster blev færdiguddannet som læge i 2020 og begyndte at arbejde på et dansk hospital. Hun fortalte mig meget om sine oplevelser, og jeg blev virkelig rystet over, hvor stort et ansvar man har fra den dag, man tager kittelen på.
Det vækkede et ønske i mig om at lave en film – en film om mennesket bag kittelen.
Jeg begyndte at undersøge emnet og lyttede blandt andet til en podcast lavet af studerende fra Københavns Universitet. Her havde de en episode om det, man kalder “det andet offer”, altså “second victim”-fænomenet. Da jeg hørte om begrebet, vidste jeg ret hurtigt, at det var dét, jeg ville lave en film om – nemlig den belastning, som læger også oplever.
Jeg synes, det var virkelig interessant, fordi det udfordrer den måde, man ofte taler om læger på i medierne. På det tidspunkt havde jeg for eksempel set historier om nogle drenge med meningitis, som ikke blev behandlet hurtigt nok og døde. Og den måde, det blev dækket på, var meget fokuseret på at placere skyld hos én person.
Men begrebet „second victim” peger jo på, at der ikke kun er ét offer. Der er også mennesker rundt om – for eksempel lægerne – som har dedikeret deres liv til at hjælpe andre, og som selvfølgelig bliver dybt påvirket, når noget går galt.
Det var en nuance, jeg ikke rigtig havde været præsenteret for før. Og jeg fik en fornemmelse af, at det er lidt et tabu – måske fordi vi gerne vil tro, at læger er nærmest almægtige. Men i virkeligheden er de jo også bare mennesker, som bliver kede af det, når der sker en tragedie.
Hvad ved „second victim“-fænomenet gjorde størst indtryk på dig?
Zinnini: Det var, at det faktisk er et verdensomspændende problem. Problemet er blevet beskrevet i Danmark, Tyskland, Indien og USA – både i private og offentlige sundhedsvæsener. Det er virkelig universelt.
Derudover gjorde det indtryk på mig, at den belastning, man oplever, hænger sammen med, hvor empatisk man er. Det er lidt paradoksalt, fordi patienter jo ønsker sig empatiske læger. Men faktisk er det netop de mest empatiske læger, der bliver mest ramt af det og dermed er i størst risiko for at forlade faget.
Hvilke indblik fik du i lægers hverdag under din research?
Zinnini: Jeg mødte nogle læger, der havde delt deres oplevelser og historier med mig – og der var faktisk ikke mange andre, de havde talt med før, fordi det var så tabubelagt for dem selv. De var bange for at tabe ansigt over for deres kolleger.
Jeg har også været i praktik på en neurologisk afdeling i København og fulgt både en dag- og en aftenvagt. Der skete ikke noget dramatisk, men jeg fik lov til at opleve, hvordan arbejdet foregår. Man er jo underlagt omstændigheder, man ikke kan styre – én dag er der kun én patient med slagtilfælde, næste dag er der ti på én gang. Det var virkelig vildt at se.
Özlem Saglanmak, som spiller hovedrollen, var også i praktik på samme afdeling og fulgte en neurolog. Og Anne Sofie Wanstrup, som spiller en sygeplejerske, var i praktik og fulgte en sygeplejerske.
Jeg ville virkelig skildre det så autentisk som muligt, fordi sundhedspersonalet også skal føle sig set og genkendt.
Og hvad overraskede dig mest?
Zinnini: Det, der imponerede mig mest, var, at det værste for lægerne er skyldfølelsen og følelsen af ikke at have gjort det godt nok. Selv dem, der for eksempel i alvorlige tilfælde af en retssag blev frifundet, bærer stadig på skyldfølelse og siger for eksempel til sig selv: „Hvis jeg bare var kommet fem minutter tidligere.“
Denne byrde må være forfærdelig?
Zinnini: Det er vigtigt for mig at sige: Man kan jo ikke tage det hårde ud af sagen, når man arbejder med liv og død, når man arbejder med syge mennesker. Det er ligesom en præmis for arbejdet. Men det er jo også det, der gør arbejdet meningsfuldt.
Det vigtige er, at vi deler det her med hinanden – at vi deler sorgen, vi deler glæden, vi deler følelserne i det, i stedet for at gå rundt og tro, at vi er alene med det. Hvis vi bliver bedre til at dele de her hårde ting, så bliver det lidt mindre farligt – og det gælder ikke bare for læger, men for os alle sammen.
Filmen skildrer et sundhedssystem, der konstant presser sine medarbejdere til grænsen. Ser du de fejl, der opstår, som individuelle svigt eller som et resultat af strukturelle problemer i systemet?
Zinnini: Jeg tror, det går et skridt videre. Selvfølgelig skal fejl minimeres og undgås. Men jeg ser det også som en præmis for arbejdet med mennesker, at der altid er en risiko for, at noget går galt. Så længe det er mennesker og ikke robotter, der arbejder på hospitalet, vil risikoen altid være en del af arbejdet.
Systemet vil gerne effektivisere, optimere, rationalisere og systematisere det hele. Men det kan man ikke altid. Systemet har glemt at skabe et rum for menneskelighed i det her.
For eksempel, hvis nogen får at vide, at de skal dø, at de ikke kan helbredes, eller at deres barn er dødt – så er der heller ikke tid til, at personalet kan få lov til at blive påvirket af det. Der er ikke tid til at sige: “Puha, det var godt nok hårdt, jeg har lige brug for et øjeblik.” Nej, de skal videre til den næste patient.
Jeg synes, at systemet på dette punkt er umenneskeligt over for de mennesker, der arbejder i det. Egentlig er det en af de mest menneskelige verdener, man kan være i, fordi det handler om liv og død, om menneskelighed, ansvar for andre og om at hjælpe hinanden.
Men systemet er ikke indrettet til mennesker – i hvert fald ikke i Danmark, og jeg tror, det er lidt det samme i Tyskland. Systemet fungerer som en fabrik. Det har glemt, at det her handler om mennesker, og at der altid vil være en vis grad af uvished. Jeg tror, vi kan blive bedre til at have et mere menneskeligt syn på situationen og ikke se det som en maskine, der bare skal fungere.
Men jeg vil også sige, at jeg har lagt mærke til, at læger er enormt gode til at være meget forstående og milde over for patienter og deres opførsel på hospitaler. Men den samme mildhed har de ikke over for sig selv.
Jeg tror, det er meget vigtigt, at læger også behandler sig selv, som de behandler deres patienter. Det er jo klart, at også læger bliver påvirket, når der sker noget forfærdeligt.
Mange læger taler sjældent offentligt om deres egne fejl. Hvilken rolle spiller skyld, skam og frygt for konsekvenser efter din mening i den medicinske kultur?
Zinnini: Jeg tror, det er vigtigt at skelne mellem ansvar og skyld. Skyld er en følelse – man taler jo også om skyldfølelse. Og som andre følelser kan den opføre sig helt irrationelt. Man kan altså føle skyld, selv om man egentlig ikke er ansvarlig.
Men når man først bliver ramt af skyldfølelse, hjælper det næsten ikke, hvad andre siger – for eksempel at man ikke har gjort noget forkert. Hvis man så får at vide, at det, man føler, egentlig er irrationelt, så må man skjule det. Og dermed bliver det et tabu, som det er endnu sværere at tale om.
Derfor synes jeg, det er meget vigtigt, at vi begynder at tale om skyldfølelse som noget helt naturligt, noget menneskeligt. Som noget, der beskytter os, og som får os til at reflektere over os selv: „Kunne jeg gøre det bedre næste gang?“ Det er helt normalt at have den følelse – og derfor er det godt, at vi taler om det.
Derudover tror jeg, at mennesker i sundhedsvæsenet ikke taler så meget om det, fordi de forveksler det med ansvar. Men ansvaret ligger næsten altid hos systemet, hvis du spørger mig.
Hvad håber du især, at læger tager med sig fra din film – også i forhold til, hvordan de håndterer sig selv og deres kolleger?
Zinnini: Jeg håber, at den her film kan sætte gang i samtaler blandt læger og at de bruger den som et fælles udgangspunkt for at tale om de ting, man ellers har svært ved at tale om. Måske er det lettere at tale om filmen end om sig selv.
Jeg håber også, at den kan hjælpe de berørte at se, at man ikke er alene med den følelse, at der er mange, som oplever det samme. Og så er der jo også det, at andre mennesker, som ikke er læger, godt kan forstå den følelse. Man behøver altså ikke at stå med det alene.
I hvilken grad mener du på baggrund af din research og arbejdet med filmen, at det er meningsfuldt at sensibilisere læger for dette emne gennem kurser, seminarer eller lignende?
Zinnini: Det, vi ved fra psykologien – og specielt fra belastningspsykologien – viser jo, at viden og forståelse på området samt stærke kollegiale fællesskaber både har en væsentlig præventiv og helende effekt. Hvis der er høj psykologisk tryghed, hvor man fx kan tale om tingene uden at frygte at blive udskammet, skaber det både et mere bæredygtigt arbejdsliv for én selv og en mere bæredygtig arbejdsplads for alle.
Det kan gøre det meget nemmere at tale om tingene. Jeg tror, det er virkelig, virkelig vigtigt at have uddannelse eller omfattende kendskab på området.
Det er især vigtigt hvis man har en ledende position, fordi man er med til at skabe kulturen. Man bør sørge for at tilegne sig det med tanke på sine kolleger: Hvis det er svært for én selv, så gør det for kollegernes skyld. Sæt dig ind i, hvordan mennesker fungerer på arbejdspladsen, og hav modet til at gå forrest og fortæl de yngre læger om dine egne oplevelser.
Vi ved også, at alle kan blive ramt af dette problem. Det er ikke kun de yngre læger. Forskningen viser, at man over tid kan akkumulere traumer. Derfor er der også mange læger, som først i en sen alder bliver påvirket af det.
Det, der også er interessant, er, at et lederskabserkendelse – at han eller hun selv engang har oplevet en situation som belastende, uden at gå i detaljer – ofte er nok til, at en hel afdeling kan tale meget mere afslappet om belastende situationer og dermed blive bedre til at håndtere dem.
Denne åbenhed er i sidste ende også til gavn for patienterne – den trygge hjerne laver nemlig færre fejl.
Vil du gerne tilføje noget?
Zinnini: Jeg vil opfordre læger til at begynde at se på sig selv med samme nysgerrighed, som de ser på andre mennesker. Jeg tror, der vil komme noget rigtig godt ud af det. Derudover tror jeg, at det er en god idé at se filmen sammen med ens partner, søskende eller forældre, så de bedre kan forstå, hvad man gennemgår som læge.
Zinnini, tak for interviewet.
