Allein im Krankenhausbereich würden durch die Erhöhung der Prüfquoten nach Schätzungen ein bis zwei Vollzeitkräfte pro Krankenhaus neu eingestellt werden müssen, das wären 1.500 bis 3.000 zusätzliche Arbeitskräfte bezogen auf alle Krankenhäuser in Deutschland. Die Arbeitszeit von Ärztinnen und Ärzten und Pflegenden würde noch stärker eingeschränkt: „Operateure, behandelnde Ärzte und Pflegekräfte müssen Sachverhalte häufig Monate nach der Behandlung erläutern. Das medizinische Personal, das für diese zusätzlichen Prüfverfahren in den Krankenhäusern und beim MD gewonnen werden muss, fehlt in den Krankenhäusern für die Patientenversorgung.“
Fraglich sei auch der wirtschaftliche Gesamtnutzen des vorgesehenen Prüfregimes. Bereits ohne Berücksichtigung des Aufwands der Krankenhäuser wurden rund 36 Prozent der erzielten Rückzahlungen allein durch die Prüfbürokratie selbst wieder aufgezehrt.
Der Marburger Bund plädiert stattdessen für ein geeignetes zertifiziertes Stichprobenverfahren, das den personellen Einsatz bei allen Beteiligten deutlich verringert. Solche mathematisch-statistische Stichprobenverfahren, wie das Monetary Unit Sampling (MUS) mit Hochrechnung auf die Grundgesamtheit, werden in der Wirtschaftsprüfung weltweit angewendet.
