• Gewerkschaftliches Engagement darf nicht bestraft werden!

    Städtisches Klinikum Dresden
    19.Februar 2026
    Dresden
    Felix Mittag hat sich erfolgreich für die Interessen der Ärztinnen und Ärzte im Städtischen Klinikum Dresden eingesetzt. Zeitgleich wurde er bei der Dienstplanung benachteiligt. Auf seine Kündigung folgte jüngst ein Hausverbot des Arbeitgebers. Der Marburger Bund (MB) Sachsen stellt sich ausdrücklich hinter Felix Mittag: Gewerkschaftliches Engagement darf nicht bestraft werden!

    Im Städtischen Klinikum Dresden haben Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mehr bewegt: Sie vernetzten sich als Reaktion auf eine Aktive Mittagspause des MB Sachsen vor rund drei Jahren und erreichten, dass die ärztlichen Dienstpläne und die Arbeitszeiterfassung auf den Prüfstand kommen. Als einer der Mitinitiatoren des Netzwerks setzte sich der Anästhesist Felix Mittag für die Anliegen der Ärzteschaft am Städtischen Klinikum Dresden gegenüber der Klinikleitung ein. Während der Tarifrunde 2024/25 des TV-Ärzte VKA forderte er in der Verhandlungskommission, als Streikleiter und Streikredner bessere Arbeitsbedingungen. Zeitgleich veränderten sich seine dienstlichen Aufgaben gravierend.

    „Als Hubschrauber-Notarzt hatte ich im letzten Jahr überwiegend nur noch eine Schicht pro Monat im Hubschrauber. Nach meinem Engagement als Streikleiter wurde ich kaum noch als bodengebundener Notarzt eingeteilt, sondern erhielt überproportional viel Aktenarbeit. Gleichzeitig wurden mir für meine Aufgaben als Medizinproduktebeauftragter nicht ausreichend Arbeitszeiten zugestanden und für meine Zusatzweiterbildung Intensivmedizin erhielt ich nahezu keine Weiterbildungsinhalte mehr“, schildert Felix Mittag.

    „Das ist aus unserer Sicht Schikane! Dieser Umgang mit Herrn Mittag legt den Verdacht nahe, dass er bis zu seiner Kündigung unter Druck gesetzt, sein Engagement behindert und ein Exempel statuiert werden sollte. Gewerkschaftliches Engagement ist durch das Grundgesetz geschützt und darf nicht zu Benachteiligungen der Arbeitnehmer führen!“, stellt Steffen Forner, Geschäftsführer und Jurist des Marburger Bundes Sachsen, klar. 

    Die Ärztinnen und Ärzte des Städtischen Klinikums Dresden fordern rechtskonforme Dienstpläne und wehren sich gegen fachübergreifende Bereitschaftsdienste. Diese können aus Sicht des Marburger Bundes auch für Patientinnen und Patienten gefährlich werden. Zuletzt hat Felix Mittag zusammen mit dem Ärztenetzwerk diese und weitere Anliegen öffentlich an die Stadt Dresden als Träger des Klinikums und gegenüber der Presse adressiert. Felix Mittag kündigte seinen Arbeitsvertrag zum 31. Dezember 2025. Am 6. Januar 2026 sprach ihm das Klinikum ein Hausverbot aus. 

    Steffen Forner dazu: „In begründeten Fällen kann auch für Krankenhäuser ein Hausverbot ausgesprochen werden. Üblicherweise gehen dem aber ein konkreter Verstoß gegen bestehende Vorschriften oder eine Straftat auf dem Klinikgelände voraus. Gegen Herrn Mittag ist uns nicht einmal eine Abmahnung bekannt. Er wollte dem Haus nie Schaden zufügen, im Gegenteil. Hier wird unnötigerweise nachgetreten, was das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzteschaft und Direktorium belastet. Wir stellen uns ausdrücklich hinter Felix Mittag und sein Engagement!“

    Der Umgang des Städtischen Klinikums Dresden mit Felix Mittag stößt auch all diejenigen vor den Kopf, die sich vor Ort gewerkschaftlich engagieren. Diese Ärztinnen und Ärzte haben gemeinsam viel bewirkt: Die große Beteiligung an zwei Warnstreiks in der VKA-Tarifrunde 2024/25 hat den Klinikbetrieb deutlich beeinträchtigt und zur Durchsetzung der Forderungen beigetragen. Klinikintern hat das Netzwerk durchgesetzt, dass in allen Abteilungen Umziehzeiten als Arbeitszeiten gewertet werden. Dezente Verbesserungen gab es auch bei der Anzahl der Bereitschafts- und Wochenenddienste sowie der rechtzeitigen Dienstplanerstellung. Zudem wird sich der Personalrat intensiv mit den fachübergreifenden Bereitschaftsdiensten befassen. Die Stadt Dresden als Träger des Klinikums hat dies ebenfalls angekündigt. Bei den kommenden Personalratswahlen im Städtischen Klinikum Dresden ist mit mehr Kandidatinnen und Kandidaten des Ärztlichen Dienstes zu rechnen.

    „Durch sein unermüdliches und kämpferisches Wirken hat Felix Mittag maßgeblich dazu beigetragen, dass Dienstpläne am Städtischen Klinikum Dresden heute nicht mehr ohne weiteres am ärztlichen Dienst vorbeigeplant werden können. Die Ärztinnen und Ärzte setzen ihre Rechte erfolgreich durch. Das ist ein großer Erfolg!“, würdigt Torsten Lippold, Landesvorsitzender des MB Sachsen. 

    Der Landesverband unterstützt die Ärztinnen und Ärzte des Städtischen Klinikums Dresden weiterhin dabei, die vollständige Umsetzung des TV-Ärzte VKA durch ihren Arbeitgeber zu erreichen.

    Gemeinsam können Mitglieder des MB Sachsen mehr bewegen! 

    Der Marburger Bund ist nur so stark wie seine Mitglieder. Die vollständige Um- und Durchsetzung der Tarifverträge ist bei vielen Arbeitgebern ein großes Problem. Gemeinsam können wir das besser lösen. Unsere Tipps: 

    • Vernetzen Sie sich! Der MB Sachsen unterstützt seine Mitglieder bei Bedarf unkompliziert durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten oder Videokonferenz-Meetings. 
    • Unterstützen Sie die Tarifkommission in Ihrem Krankenhaus: Beteiligen Sie sich, wenn Ihre Meinung zu Forderungen oder Einigungen gefragt ist, oder wirken Sie in der Tarifkommission mit.
    • Beteiligen Sie sich an den Betriebsrats- und Personalratswahlen.
    • Kontaktieren Sie Ihren Personal- oder Betriebsrat, wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Arbeitgeber Entscheidungen zu Ungunsten seiner Angestellten trifft.
    • Dokumentieren Sie vermutete Verstöße gegen Ihren Tarif- oder Arbeitsvertrag und nutzen Sie die MB-Rechtsberatung bei individuellen arbeitsrechtlichen Problemen.
    • Dokumentieren Sie Sachverhalte, Gespräche oder E-Mails wenn Sie glauben, dass Sie wegen Ihres Gewerkschaftsengagements benachteiligt werden.

    Wenden Sie sich bei konkreten Anliegen an unsere Geschäftsstelle