Zu Beginn der Versammlung ordnete Landesvorsitzender Torsten Lippold die aktuelle gesundheitspolitische Lage ein. Die Krankenhausreform setzt vor allem Mitglieder in Weiterbildung unter Druck: Leistungsgruppen, Verbünde und Standortveränderungen können Weiterbildungsstellen und -ermächtigungen gefährden und Rotationen erschweren. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des MB Sachsen.
Die Krankenhäuser sind auch aufgrund der GKV-Reform in Finanznöten. Gleichzeitig komme der Freistaat Sachsen seiner gesetzlichen Pflicht zur Investitionskosten-finanzierung nicht ausreichend nach. Der MB Sachsen wird die Landespolitik deshalb auffordern, im Doppelhaushalt 2027/28 dieser Verantwortung gerecht zu werden.
Im Rechenschaftsbericht des Vorstands ging Torsten Lippold unter anderem auf die Kampagne zur Unterstützung der BR- und PR-Wahlen in diesem Frühjahr ein. Viele kandidierende Mitglieder warben gemeinsam mit dem MB Sachsen für ihre Listen. Aktuell wirken knapp 50 MB-Mitglieder in Betriebs- und Personalräten mit. Bei der Ärztekammerwahl 2027 will der MB Sachsen ebenfalls Mitglieder bei der Kandidatur unterstützen und zur Wahl motivieren. So sollen die Interessen angestellter Ärztinnen und Ärzte im sächsischen Ärzteparlament mehr Gewicht bekommen.
Zum MB-Themenschwerpunkt Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung setzt sich der MB Sachsen für ein funktionierendes Meldewesen ein und bietet der Verband im Herbst eigene Veranstaltungen an. Weitere Informations- und Unterstützungsangebote für betroffene und interessierte Mitglieder sind geplant.
Auch bundesweite Projekte prägt der Landesverband mit: Er brachte sich bei der MarburgerBund App und der neuen Kampagne „Ambulant stark vertreten“ ein. Auf den Hauptversammlungen setzte der MB Sachsen Impulse mit Anträgen zu Prävention, Hitzeschutz, Digitalisierung oder ärztlicher Bedarfsplanung.
Mittlerweile zählt der Landesverband rund 8.000 Mitglieder und wächst konstant. Auch die zahlreichen Medizinstudierenden im Verband kommen zu Wort: Bei Vertreterinnen und Vertretern des Sprecherrats und den geförderten Deutschlandstipendiaten informierte sich der Vorstand über PJ-Bedingungen, Promotionsmöglichkeiten und digitale Lernangebote. Dieser Austausch soll künftig regelmäßig stattfinden.
Geschäftsführer Steffen Forner berichtete, dass sich die Personalsituation in der Landesgeschäftsstelle in Dresden weiter stabilisiert habe. Elenor Jung, zuvor Werkstudentin im Referat Verbandskommunikation, wurde als Mitarbeiterin für Digitale Kommunikation und Outreach fest angestellt. Seit Juli verstärkt Mandy Schützel als Verbandsjuristin das Team. Der Jahresabschluss des Geschäftsjahrs 2025 fiel positiv aus.
Die Mitgliederversammlung genehmigte den Bericht der Revisionskommission, den Dr. Helmut Friedlein vortrug, und entlastete Vorstand und Revisionskommission. Die Mitglieder beschlossen außerdem eine neue Beitragsordnung, die ab Januar 2027 gilt.
Für die meisten Mitglieder erhöht sich damit der Beitrag um vier Euro pro Monat. Der Vorstand begründete die Anpassung mit wachsenden Anforderungen an die Tarif- und Rechtsarbeit: Der finanzielle Druck auf die Krankenhäuser wächst mit Krankenhaus- und GKV-Reform. Tarifsteigerungen sollen künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden. Der MB Sachsen hält dennoch daran fest, dass Vergütung und Arbeitsbedingungen der Qualifikation, Verantwortung und Arbeitsbelastung angestellter Ärztinnen und Ärzte entsprechen müssen. Der Verband rechnet deshalb mit härteren Tarifrunden und kostenintensiven Arbeitskämpfen, für die er eine solide Rücklage braucht. Zugleich nehmen Rechtsanfragen und Gerichtsverfahren zu, und auch die Umlagen an den Bundesverband sowie die Personal- und Sachkosten steigen. Mit den zusätzlichen Beiträgen will der Verband den Arbeitskampffonds aufstocken und die Rechtsberatung absichern.

Torsten Lippold, Vorsitzender des MB Sachsen, stellte die Verbandstätigkeit vor. Foto: MB Sachsen
Nachfragen und kritische Beiträge kamen von den Anwesenden vor allem zu fachübergreifenden Diensten und zu den Auswirkungen des GKV-Reformgesetzes auf den eigenen Arbeitsalltag. Einige sprachen sich dafür aus, dass nur diejenigen von der Tarifarbeit des Marburger Bundes profitieren sollten, die den Verband auch als Mitglied unterstützen. Die Tarifverträge sehen das zwar vor, in der Praxis wenden Arbeitgeber sie jedoch in der Regel für alle Ärztinnen und Ärzte einer Klinik an. Der MB Sachsen schafft auch deshalb in immer mehr Kliniken mit Bonuszahlungen konkrete Vorteile für organisierte Ärztinnen und Ärzte.
Zum Abschluss der Versammlung informierte Ehrenmitglied Dr. Thomas Goerlich seine Kolleginnen und Kollegen darüber, dass er im Namen des MB Sachsen eine Stuhlpatenschaft im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli an die Universität Leipzig gespendet hat (mehr dazu lesen Sie hier).
Die aktuell gültige sowie die ab Januar 2027 geltende Beitragsordnung finden Sie hier.
