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  • Marburger Bund kritisiert Ausschluss der Ärztinnen und Ärzte von Corona-Prämie 2.0 scharf: fatales Signal an Klinikbeschäftigte

    Pressemitteilung
    06.Juli 2021
    Kirchheim/Teck
    Der Marburger Bund Baden-Württemberg kritisiert, dass zahlreiche Arbeitgeber im Südwesten Ärztinnen und Ärzte von der Corona-Prämie 2.0 ausschließen. „In den Hochphasen der Pandemie haben die Beschäftigten auf den Intensivstationen im Land – darunter auch Ärztinnen und Ärzte – mit großem Einsatz und unter schwierigsten Bedingungen Leben gerettet. Teilweise fehlte persönliche Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken, Medikamente waren knapp und durch den Mangel an Beatmungsgeräten musste bei der Behandlung von Covid-19-Patienten improvisiert werden. Dass die Ärztinnen und Ärzte, die einem hohen Risiko ausgesetzt waren selbst an Covid-19 zu erkranken, jetzt als einzige Berufsgruppe von der Corona-Prämie 2.0 ausgeschlossen werden, ist eine Bankrotterklärung der hierfür verantwortlichen Personen aus Politik und Klinikgeschäftsführungen“, so Sylvia Ottmüller, neue 1. Landesvorsitzende des Marburger Bundes Baden-Württemberg.

    Der neu gewählte 2. Landesvorsitzende des Marburger Bundes Baden-Württemberg, Dr. Jörg Woll ergänzt: „Es geht uns nicht um den Geldbetrag, von dem die betroffenen Ärztinnen und Ärzte ausgeschlossen wurden. Einige Klinikärztinnen und -ärzte haben den Betrag, den sie bei der ersten Prämienauszahlung erhalten haben, beispielsweise an gemeinnützige Organisationen gespendet. Vielmehr geht es uns um das fatale Signal, dass sich hinter dem Ausschluss verbirgt - nämlich fehlende Wertschätzung der Arbeit der Krankenhausärztinnen und -ärzte in der Corona-Pandemie.“

    Ottmüller erläutert weiter, dass die Arbeit in den Kliniken nur im Team funktioniere. Der Ausschluss einer einzigen Berufsgruppe von einer Prämie, die ja symbolisch den Dank für die harte Arbeit ausdrückt, die im Zuge der Pandemie geleistet wurde, stoße berufsgruppenübergreifend auf großes Unverständnis.
    „Es muss ja nicht unbedingt ein Geldbetrag sein, der Wertschätzung ausdrückt. Es ist allgemein bekannt, dass Ärztinnen und Ärzte deutlich mehr arbeiten, als sie gesetzlich und tarifvertraglich dürften. Sicherlich würde auch eine andere Art der Wertschätzung, zum Beispiel ein einmaliger Corona-Urlaubstag, als Ausgleich für besonders in der Pandemie belastete Ärztinnen und Ärzte dazu beitragen, das Gefühl zu mindern, nicht wertgeschätzt zu werden. Es wurde viel Vertrauen zerstört, dies darf nicht tatenlos hingenommen werden“, so Ottmüller weiter.

    „Die Kliniken im Land könnten hier unkompliziert und schnell einen Ausgleich für die Bankrotterklärung der Bundespolitik schaffen. Wir fordern die Arbeitgeber auf hier aktiv zu werden und besonders von der Corona-Pandemie belasteten Ärztinnen und Ärzten als Ausgleich einen extra Urlaubstag zu gewähren!“, so Dr. Jörg Woll.

    In der Gesetzesbegründung zur Corona-Prämie 2.0 hatte der Deutsche Bundestag explizit beschlossen, Ärztinnen und Ärzte von der Prämie auszuschließen. Im Rahmen der ersten Corona-Prämie war dies nicht der Fall. Dies sorgt für großes Unverständnis in den Kliniken.