„Promotion ist eine wertvolle persönliche Erfahrung“

DocSteps-Veranstaltung im KOMM-Café mit Prof. Dr. Christel Weiß
13.Mai 2026
Rund 45 Teilnehmende waren zur Veranstaltung „DocSteps: Doktorarbeit – So meisterst Du Deine Promotion!“ ins KOMM-Café auf dem Gelände der Universitätsklinik Frankfurt gekommen. Als Referentin war Prof. Dr. Christel Weiß zu Gast – Diplom-Mathematikerin, Leiterin der Abteilung für Medizinische Statistik und Biomathematik sowie Mitglied verschiedener Promotions- und Ethikgremien der Medizinischen Fakultät Mannheim und der Universität Heidelberg.
Prof. Dr. Christel Weiß sprach offen über Anforderungen, Herausforderungen und Chancen einer Doktorarbeit – insbesondere im medizinischen Bereich.
Prof. Dr. Christel Weiß sprach offen über Anforderungen, Herausforderungen und Chancen einer Doktorarbeit – insbesondere im medizinischen Bereich.

Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch nicht Statistik, sondern der Weg zur erfolgreichen Promotion. Prof. Dr. Weiß sprach offen über Anforderungen, Herausforderungen und Chancen einer Doktorarbeit – insbesondere im medizinischen Bereich.

„Noch immer wird häufig erwartet, dass Ärztinnen und Ärzte promoviert sind“, erklärte die Referentin. Eine Promotion könne sich positiv auf Karrierechancen, gesellschaftliche Wahrnehmung und die Erwartungen von Patientinnen, Patienten sowie Angehörigen auswirken. Vor allem aber sei sie eine wertvolle persönliche Erfahrung: „Sie lernen, selbstständig zu arbeiten und Schwierigkeiten eigenverantwortlich zu bewältigen – Fähigkeiten, die Sie ein Leben lang begleiten.“

Als wichtige Grundlage nannte Prof. Dr. Weiß die frühzeitige Auseinandersetzung mit der jeweiligen Promotionsordnung, da sich die Anforderungen von Fakultät zu Fakultät unterscheiden. Darüber hinaus seien Englischkenntnisse, der sichere Umgang mit Programmen wie Word, Excel, PowerPoint und Literaturverwaltungssoftware sowie Kenntnisse in Literaturrecherche und Statistik essenziell.

Besonders wichtig sei die Wahl eines Themas, das echtes Interesse weckt: „Eine Promotion ist eine Erfahrung fürs Leben. Aber man beschäftigt sich effektiv etwa zwei Jahre intensiv damit.“ Deshalb sollten angehende Doktorandinnen und Doktoranden ihre eigenen Interessen und Arbeitsweisen realistisch einschätzen. Arbeitet man lieber im Labor, in der Klinik, im Archiv oder am Schreibtisch? Welche Fachgebiete liegen einem besonders? Und wie wichtig ist der eigene Anspruch an Innovation und Forschung?

Neben Themen wie der Suche nach einem geeigneten Promotionsthema, der Zusammenarbeit mit Betreuenden, der Datenanalyse sowie typischen Stolpersteinen gab Prof. Dr. Weiß den Teilnehmenden auch praktische Tipps für den Arbeitsalltag mit auf den Weg: „Suchen Sie sich einen Arbeitsplatz, an dem Sie sich wohlfühlen. Setzen Sie sich konkrete Tagesziele und gönnen Sie sich bewusste Pausen, um Ihre Fortschritte zu reflektieren. Wichtig ist außerdem, jeden Tag mindestens eine Aufgabe abzuschließen – und Meilensteine auch zu feiern.“

Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden nicht nur wertvolle Einblicke in den Promotionsprozess, sondern auch motivierende Impulse für den eigenen akademischen Weg.

Den Vortrag ergänzte Dr. Andrea Kinner, Leiterin des Promotionsbüros der Goethe-Universität Frankfurt, um über die überarbeitete Promotionsordnung in Frankfurt zu informieren.