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  • Krankenhäuser dienen der Daseinsversorgung und nicht der Gewinnmaximierung

    Aufsichtsratswahl Vitos
    03.September 2021
    Vom 13. Bis 16. September finden die Aufsichtsratswahlen bei Vitos statt. Bisher waren keine Ärztinnen oder Ärzte vertreten. Das soll sich jetzt ändern. Wir haben mit Dr. Brunhild Redemann-Fibi gesprochen, warum sie kandidiert und für was sie sich einsetzten möchte.

    Warum kandidieren Sie für einen Posten im Aufsichtsrat?

    Dr. Brunhild Redemann-Fibi: Als Betriebsrätin bei Vitos Heppenheim kandidiere ich für einen der Arbeitnehmersitze im Aufsichtsrat. Bislang sind Ärztinnen und Ärzte als Beschäftigte im Aufsichtsrat von Vitos überhaupt nicht vertreten.  In einem Unternehmen, dessen Kerngeschäft die Versorgung kranker Menschen ist, müssen ärztlicher Sachverstand und die ärztliche Erfahrung, aber auch die Interessen der Ärzteschaft und aller anderen medizinisch tätigen Berufsgruppen stärker berücksichtigt werden.  Dafür setze ich mich bereits vor Ort im Betriebsrat und als Vorsitzende im Wirtschaftsausschuss ein und diese Position will ich auch im Aufsichtsrat vertreten, als Arbeitnehmervertreterin und als Ärztin.

    Wofür wollen Sie sich einsetzen?

    Dr. Brunhild Redemann-Fibi: Medizinischer Sachverstand und die wertvolle Erfahrung der  Beschäftigten aus dem täglichen Berufsalltag in den Vitos Standorten  müssen auch bei strategischen Entscheidungen eine größere Rolle spielen und wertgeschätzt werden. Das dient dem Unternehmenserfolg ebenso, wie dem Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen , Medizin muss vor Ökonomie stehen. Außerdem sind mir familienfreundliche und der Gesundheit förderliche Arbeitsbedingungen wichtig. Wofür wir uns im Interesse unserer Patientinnen und Patienten einsetzen, das müssen wir auch für uns selbst beanspruchen dürfen.

    Was muss sich aus Ihrer Sicht noch dringend ändern?

    Dr. Brunhild Redemann-Fibi: Krankenhäuser dienen in erster Linie der Daseinsvorsorge und nicht der Gewinnmaximierung. Darauf müssen wir als Unternehmen uns stärker fokussieren, damit alle Beschäftigten ihre Tätigkeit bei Vitos als sinnvoll wahrnehmen. Das Erleben mangelnder Wertschätzung ist ein weiteres Thema, was viele meiner Kolleginnen und Kollegen aus allen Berufsgruppen umtreibt. Das muss sich dringend ändern.

    Warum ist es wichtig für Ärztinnen und Ärzte im Aufsichtsrat vertreten zu sein?

    Dr. Brunhild Redemann-Fibi: Die Präsenz ärztlichen Sachverstandes sollte im Aufsichtsrat eine Selbstverständlichkeit  sein. Bisher fehlt das jedoch. Unser Wissen und unsere Erfahrung sind aber nötig, um die weitere Entwicklung von Vitos positiv voranzubringen. Wir als Ärztinnen und Ärzte müssen Verantwortung auch in Gremien wie dem Aufsichtsrat übernehmen, wenn wir an unternehmerischen Entscheidungen beteiligt werden  wollen, die auch uns selbst betreffen.

    Zur Person: Dr. Brunhild Redemann-Fibi  arbeitet als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in der Vitos Klinik Heppenheim und hat Gesundheitsökonomie studiert. Sie ist Vorsitzende im dortigen Wirtschaftsausschuss und setzt sich im Betriebsrat für die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen ein.

    Interview: (mn)