Auf Initiative unseres Netzwerks Junge Ärztinnen und Ärzte im Marburger Bund Hessen wollen wir Sie einladen zu unserem
Symposium „Mentale Gesundheit im ärztlichen Berufsalltag – Herausforderungen, Prävention und Perspektiven“
am Donnerstag, 26. März 2026, ab 17 Uhr, im Festsaal des Diakonissenhauses Frankfurt (Cronstettenstraße 57-61, 60322 Frankfurt am Main).
Ziel des Symposiums ist es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vorzustellen, praxisnahe Strategien zur Prävention und Bewältigung psychischer Belastungen zu diskutieren und den interdisziplinären Austausch zu fördern.
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Programm
(Die ausführliche Beschreibung der Vorträge finden Sie weiter unten.)
Ab 17 Uhr: Willkommenssnack und Get-Togehter
Ab 17.45 Uhr: Impulsvorträge:
- Präsentation: Umfrage der Landesärztekammer Hessen zu Bekanntheitsgrad und vorhandenen Hilfsangeboten für Ärztinnen und Ärzte
(Nina Walter – Ärztliche Geschäftsführerin der Landesärztekammer Hessen)
- Das Second Victim Phänomen – Wenn Helfende Hilfe benötigen
(Prof. Dr. Reinhard Strametz – Arzt und Ökonom)
- Gemeinsam stark – Die Chancen kollegialer Unterstützung im Gesund-heitswesen (Dr. Andreas Schießl, Ärztlicher Leiter des Vereins PSU-Akut e.V.)
Anschließend laden wir Sie ein, mit uns in Diskussion und Austausch zu kommen.
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Die Veranstaltung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen sowie an PJler/innen und Studierende. MB-Mitglieder haben bei der Anmeldung Vorrang.
Bitte melden Sie sich verbindlich per Mail an presse@mbhessen.de an.
Wir würden uns sehr freuen, Sie bei unserem Symposium begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Marburger Bund Hessen

| Inhalt der Impulsvorträge: |
„Das Second Victim Phänomen – Wenn Helfende Hilfe benötigen“ Abstract: Das Second Victim Phänomen beschreibt die psychosozialen belastenden Folgen für Gesundheitsfachpersonen nach einem unerwünschten Ereignis, Beinahe-Schaden oder Patientenschaden, unabhängig davon, ob ein individueller Fehler vorlag. Studien aus Deutschland zeigen eine hohe Prävalenz: Ein erheblicher Anteil von Mitarbeitenden berichtet im Berufsleben mindestens einmal Second-Victim-Erfahrungen. Typische Symptome reichen von Schuld- und Schamgefühlen, Angst, Grübeln und Schlafstörungen bis hin zu somatischen Beschwerden, Leistungsabfall, Rückzugs- oder Vermeidungsverhalten, mit Auswirkungen auf Teamklima, Fluktuation und Burnout-Risiko. Der Vortrag beleuchtet die sicherheitsrelevanten Kaskaden, ordnet die persönlichen, medizinischen und ökonomischen Implikationen ein und zeigt evidenzbasierte Hilfsmöglichkeiten auf die Entstehung des Second Victim Phänomens zu vermeiden oder seine Folgen abzumildern. Prof. Dr. Reinhard Strametz ist Arzt und Ökonom. Nach seinem Medizinstudium in Frankfurt am Main war er acht Jahre ärztlich am dortigen Universitätsklinikum tätig. Als Facharzt für Anästhesiologie übernahm er für vier Jahre die Ärztliche Leitung der Stabsstelle Qualitätsmanagement am Universitätsklinikum Frankfurt. Im Rahmen seiner zahlreichen Tätigkeiten in Organisationen wie dem European Researchers' Network Working on Second Victims sowie nationalen und internationalen Normungsgremien im Bereich Qualität und Sicherheit in der Medizin, hat er an der Entwicklung zahlreicher Handlungsempfehlungen und Normen zur Verbesserung der Patientenversorgung mitgewirkt. Reinhard Strametz lehrt und forscht seit 2013 an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und beschäftigt sich im Rahmen seiner Professur Patientensicherheit insbesondere mit Aspekten des Second Victim Phänomens. |
„Gemeinsam stark – Die Chancen kollegialer Unterstützung im Gesundheitswesen“ Abstract: Schwerwiegende Ereignisse und Dauerstress können Ärztinnen und Ärzte an und über ihre Belastungsgrenzen bringen. Kollegiale Unterstützung (Peer-Support) kann dazu beitragen, gut mit Einzelereignissen umzugehen und der Kumulation schlecht verarbeiteter Stressreaktionen präventiv zu begegnen. Die Möglichkeit, mit einem Peer zu sprechen, also einer Person, die die Herausforderungen des Berufsalltags selbst kennt und die „gleiche Sprache spricht“, ist für viele Ratsuchende der Schlüssel, um überhaupt Unterstützung anzunehmen, besonders in Ausnahmesituationen. Im Vortrag wird ein System niederschwelliger, kollegialer Unterstützung, vorgestellt, das als primäre und sekundäre Prävention in den Einrichtungen etabliert werden kann. Durch die, an die spezifischen Bedarfe der Einrichtung angepasste Implementierung und die Einbeziehung der Kolleg:innen erreichen die Unterstützungsstrukturen hohe Akzeptanz seitens des medizinischen Personals, da sie auf Augenhöhe und als Teil der eigenen Profession wahrgenommen und wirksam werden können. Dr. Andreas Schießl, Oberarzt im Fachzentrum für Anästhesie und Intensivmedizin der Schön Klinik München-Harlaching, Ärztlicher Leiter des Vereins PSU-Akut e.V. (www.psu-akut.de) , Lehrbeauftragter an der LMU München (Krisenmanagement) |
