„Mich motiviert vor allem der Entwicklungsprozess“ – Felix Thormann im Interview

Deutschlandstipendiat an der Uni Oldenburg
13.April 2026
Hannover/Oldenburg
Im Studienjahr 2025/26 unterstützt der Marburger Bund Niedersachsen im Rahmen des Deutschlandstipendiums erneut besonders engagierte Medizinstudierende an allen drei niedersächsischen Fakultäten. Wir haben mit Felix Thormann, unserem diesjährigen Stipendiaten von der Uni Oldenburg, gesprochen.
Medizinstudent Felix Thormann wird im Rahmen des Deutschlandstipendiums durch den Marburger Bund Niedersachsen gefördert. Foto: privat
Medizinstudent Felix Thormann wird im Rahmen des Deutschlandstipendiums durch den Marburger Bund Niedersachsen gefördert. Foto: privat

Herr Thormann, wir freuen uns, Sie kennenzulernen! Erzählen Sie uns etwas über sich. Was hat Sie zur Medizin gebracht und warum möchten Sie Arzt werden?

Zunächst einmal: Vielen Dank – ich freue mich sehr über die Gelegenheit, mich hier kurz vorstellen zu dürfen.

Mein Name ist Felix Thormann, ich bin 28 Jahre alt und komme aus Oldenburg, wo ich auch mein Medizinstudium absolviere.

Mein Weg in die Medizin ist eine Mischung aus frühem Einfluss und eigener Erfahrung. Meine Eltern sind beide in der Medizin tätig – interessanterweise haben sie mir aber eher geraten, etwas „Vernünftiges“ zu machen und nicht unbedingt selbst diesen Weg einzuschlagen. Ganz losgelassen hat mich das Thema trotzdem nie.

Nach dem Abitur haben sowohl ich als auch mein NC sich zunächst bewusst für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Hannover entschieden. Diese Zeit war prägend, da ich früh direkten Patientenkontakt hatte und miterleben konnte, wie man Menschen konkret wieder auf die Beine bringt.

Parallel dazu begleitet mich der Sport seit meiner Kindheit. Ich mache seit meinem dritten Lebensjahr Judo, war lange im Leistungssport aktiv und habe an deutschen Meisterschaften sowie nationalen und internationalen Turnieren teilgenommen. Nach mehreren Jahren in der 1. Bundesliga kämpfe ich heute noch in der 2. Bundesliga für Braunschweig. Verletzungen gehörten dabei leider auch dazu. Ich hatte mehrere schwere Verletzungen und genau in diesen Phasen habe ich die enge Zusammenarbeit zwischen Medizin und Physiotherapie selbst erfahren. 

Diese Erfahrungen haben meinen Wunsch, Medizin zu studieren, letztlich gefestigt. Mich motiviert besonders, Menschen nicht nur zu behandeln, sondern sie langfristig wieder zu ihrem ursprünglichen Leistungsniveau zurückzuführen.

In welchen Bereichen engagieren Sie sich und was motiviert Sie? 

Neben meinem Studium engagiere ich mich vor allem im Judo, das für mich ein wichtiger Ausgleich ist.

Ein besonderer Schwerpunkt ist für mich die Nachwuchsförderung in Oldenburg, wo ich Teil des Trainerteams bin und zweimal pro Woche Kinder und Jugendliche trainiere. Dabei geht es mir nicht nur um Technik oder Wettkampf, sondern vor allem darum, die Kinder in ihrem individuellen Potenzial zu unterstützen. 

Mich motiviert vor allem der Entwicklungsprozess: Menschen zu begleiten, sie zu fördern und Fortschritte sichtbar zu machen, im Sport wie später auch in der Medizin.

Was bedeutet die Auswahl beim Förderprogramm für Sie?

Die Auswahl bedeutet für mich eine große Wertschätzung meiner bisherigen Arbeit, meines bisherigen Weges und zugleich die Verpflichtung, mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.

Darüber hinaus stellt die Förderung eine erhebliche finanzielle Entlastung dar. Sie gibt mir die Möglichkeit, mich stärker auf meine Doktorarbeit zu konzentrieren und darüber hinaus aktiv an weiteren Forschungsprojekten mitzuwirken. Ohne diese Unterstützung wäre das in diesem Umfang nur schwer zu realisieren. 

Gibt es sonst noch etwas, das Ihnen wichtig wäre, mitzuteilen? 

Mir ist wichtig zu betonen, dass ich meinen bisherigen Weg sehr bewusst gewählt habe. Die Kombination aus Physiotherapie, Leistungssport und Medizinstudium hat meinen Blick auf Patientinnen und Patienten stark geprägt, insbesondere im Hinblick auf ganzheitliche Betreuung.

Zudem bringe ich eine hohe Eigenmotivation und Ausdauer mit, die ich im Sport, im Studium und in der Forschung kontinuierlich unter Beweis stellen konnte. Mir macht es Spaß, mich in neue Themen einzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Vielen Dank für das Gespräch! 

Das Gespräch führte Greta Becker, MB Niedersachsen.