Herr Haddadbakhodaei, bitte erzählen Sie uns ein bisschen von sich. Wie sind Sie zur Medizin gekommen und warum möchten Sie Arzt werden?
Schon seit meiner Kindheit hat mich die Frage fasziniert, wie der menschliche Körper funktioniert - zum Beispiel, wie komplexe Bewegungen wie das Anheben eines Glases biologisch gesteuert werden. Dieses frühe Interesse an den Grundlagen des Lebens hat sich während meiner Schulzeit durch die Naturwissenschaften weiter vertieft und schließlich meinen Wunsch geprägt, Medizin zu studieren.
Im Laufe meines Studiums hat sich diese anfängliche Neugier in ein tiefes fachliches Interesse entwickelt. Besonders durch meine Beschäftigung mit anatomischen und klinischen Inhalten sowie durch praktische Erfahrungen im Studium wurde mir immer klarer, dass mich vor allem das Verständnis komplexer Zusammenhänge im menschlichen Körper begeistert. Ein besonderes Interesse habe ich dabei für neurologische Fragestellungen entwickelt, da hier Struktur und Funktion in besonders faszinierender Weise zusammenkommen.
Mein Weg ins Medizinstudium war dabei bewusst und konsequent: Nach meiner schulischen Ausbildung habe ich mich intensiv auf das Studium vorbereitet, unter anderem durch das Erlernen der deutschen Sprache und den Besuch des Studienkollegs in Hannover, das ich erfolgreich abgeschlossen habe. Dieser Weg hat mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich geprägt und meine Motivation weiter gestärkt.
Heute befinde ich mich im 6. Semester des Medizinstudiums und bin sehr dankbar für die bisherigen Erfahrungen und Entwicklungsschritte.
Langfristig möchte ich mein medizinisches Wissen vertiefen und einen Beitrag zur Patientenversorgung leisten, wobei ich besonders an einem wissenschaftlich fundierten und zugleich patientennahen Arbeiten interessiert bin.
In welchen Bereichen engagieren Sie sich außerhalb Ihres akademischen Alltags?
Neben meinem Studium bin ich seit dem 2. Semester als wissenschaftliche Hilfskraft in der Neuroanatomie tätig und unterstütze dort ein Forschungsprojekt. Diese Tätigkeit gibt mir die Möglichkeit, nicht nur mein theoretisches Wissen zu vertiefen, sondern auch einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und aktuelle Forschungsfragen im Bereich der Neuroanatomie zu gewinnen. Besonders schätze ich dabei die Verbindung zwischen Forschung und Lehre sowie das strukturierte und sorgfältige Arbeiten im wissenschaftlichen Umfeld.
Darüber hinaus engagiere ich mich informell für neu ankommende Studierende, insbesondere für internationale Kommilitoninnen und Kommilitonen. Ich unterstütze sie dabei, sich im Studienalltag und im universitären System zurechtzufinden und gebe meine eigenen Erfahrungen weiter, soweit ich das kann. Auch wenn dies keine offizielle Rolle ist, ist es mir wichtig, anderen den Einstieg zu erleichtern.
Insgesamt sehe ich mein Engagement als eine sinnvolle Ergänzung zu meinem Studium, da es sowohl meine fachlichen Fähigkeiten als auch meine sozialen Kompetenzen stärkt.
Was bedeutet das Stipendium für Sie?
Für mich bedeutet das Deutschlandstipendium in erster Linie eine große Anerkennung meiner bisherigen akademischen Leistungen und meines kontinuierlichen Engagements im Studium.
Gleichzeitig ist die finanzielle Unterstützung natürlich hilfreich, da sie mir erlaubt, mich stärker auf mein Studium und meine wissenschaftliche Tätigkeit zu konzentrieren, ohne zusätzlich stark belastet zu sein.
Besonders wertvoll ist für mich aber auch die ideelle Seite des Stipendiums - die Möglichkeit, Teil eines Netzwerks von engagierten Studierenden und Förderern zu sein und mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln. Das sehe ich als große Chance für meinen weiteren akademischen und beruflichen Weg.
Seit 2023 sind Sie Mitglied beim Marburger Bund Niedersachsen. Warum haben Sie sich für eine Mitgliedschaft entschieden? Welche Vorteile sehen Sie hier für Studierende?
Ich bin dem Marburger Bund Niedersachsen zu Beginn meines Studiums während der O-Phase beigetreten, weil ich dort sehr positiv aufgenommen wurde und die Organisation sich früh um Studierende gekümmert hat. Besonders hilfreich fand ich die verständlichen Informationen zum Studium und zum späteren Berufsweg sowie die konkreten Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel eine kostenfreie Haftpflichtversicherung für Studierende.
Für mich ist der Marburger Bund vor allem deshalb interessant, weil er Studierende frühzeitig mit berufspolitischen Themen im ärztlichen Bereich in Kontakt bringt und gleichzeitig praktische Vorteile und Unterstützung im Studium bietet. Ich sehe darin eine gute Möglichkeit, sich schon während des Studiums mit den Rahmenbedingungen des späteren Berufs auseinanderzusetzen und gut informiert zu bleiben.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Gespräch führte Greta Becker, MB Niedersachsen.
