Faires PJ: Demo in Göttingen

Pressemitteilung
Marburger Bund unterstützt Studierende
27.Oktober 2026
Hannover
Medizinstudierende gehen am Mittwoch, 28. Oktober, in Göttingen auf die Straße. Der Marburger Bund Niedersachsen unterstützt ihre Forderungen nach einem fairen Praktischen Jahr (PJ) und beteiligt sich mit einem Redebeitrag.
Der Marburger Bund Niedersachsen solidarisiert sich mit den Forderungen der Medizinstudierenden nach fairen Bedingungen im PJ.
Der Marburger Bund Niedersachsen solidarisiert sich mit den Forderungen der Medizinstudierenden nach fairen Bedingungen im PJ.

Für die Ärzt*innengewerkschaft ist klar: Wer den Nachwuchs für die medizinische Versorgung in Niedersachsen gewinnen und halten will, muss bereits während der Ausbildung faire Bedingungen bieten.

„Wir stehen an der Seite unserer künftigen Kolleg*innen“, erklärt Nils Pursche, Mitglied im Landesvorstand des Marburger Bundes Niedersachsen, im Vorfeld. „Das PJ ist herausfordernd genug. Finanzielle Sorgen und unzureichende Ausbildungsbedingungen dürfen nicht zusätzlich belasten. Die gerade beschlossenen 10 zusätzlichen Krankheitstage sind ein wichtiger Schritt nach vorn. Weitere Verbesserungen müssen zügig folgen.“ 

Pursche wird gegen 12:30 Uhr bei der Kundgebung vor der Universitätsmedizin Göttingen sprechen und die Solidarität des Marburger Bundes Niedersachsen mit den Studierenden und ihren Forderungen unterstreichen. 

Der Marburger Bund Niedersachsen begrüßt grundsätzlich die jüngste Entschließung des Bundesrates mit der Empfehlung einer bundesweit einheitlichen monatlichen Bezahlung im PJ auf Grundlage des BAföG-Bezugs und fordert eine zügige Umsetzung. In der Vergangenheit hat sich die Ärzt*innengewerkschaft mehrfach dafür eingesetzt, dass der BAföG-Höchstsatz zur Verfügung gestellt wird. Ebenso notwendig ist die Umsetzung der neuen Approbationsordnung mit grundlegenden Verbesserungen der Lehre.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt das im Februar veröffentlichte bundesweite PJ-Barometer des Marburger Bundes. Rund ein Drittel der Befragten denkt demnach darüber nach, die kurative Medizin zu verlassen.

„Wir brauchen diese jungen Menschen für die Patient*innenversorgung. Deshalb müssen sie im PJ erleben, dass sie gut ausgebildet, unterstützt und als künftige Kolleg*innen wertgeschätzt werden“, verdeutlicht Pursche.

„Wenn Bund und Länder die Reform des Medizinstudiums weiter verschleppen, spielen sie Lotto mit der Zukunft unseres Gesundheitssystems“, erklärt Jonas Ahrens, Mitglied des studentischen Teams „faires PJ“ Göttingen und Organisator der Demo. „Wir brauchen eine moderne, kompetenzorientierte medizinische Ausbildung sowie faire Bedingungen und bundesweit verbindliche Lehrstandards im Praktischen Jahr. Gute Ausbildung darf nicht vom Zufall oder dem Engagement Einzelner abhängen. Sie ist die Grundlage für eine hochwertige medizinische Versorgung von morgen."

Der Marburger Bund unterstützt die bundesweite Aktionswoche für ein faires PJ und gehört zu den Erstunterzeichnenden der Petition „SOS – Stillstand oder Spitzenmedizin? #fairesPJ“.